{"id":736,"date":"2021-07-12T16:16:00","date_gmt":"2021-07-12T14:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/?p=736"},"modified":"2024-10-26T14:31:03","modified_gmt":"2024-10-26T12:31:03","slug":"asche-zu-asche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/asche-zu-asche\/","title":{"rendered":"Asche zu Asche"},"content":{"rendered":"\n<p>Als Martin Kohlbacher die T\u00fcr \u00f6ffnet, rieche ich Rauch. Ich sollte nicht \u00fcberrascht sein und trotzdem passt der Geruch im ersten Moment nicht ins Gesamtbild dieses unscheinbaren Hauses mit seinem gut gepflegten Vorgarten und dem kleinen Vogelh\u00e4uschen. Martin Kohlbacher f\u00fchrt mich durch einen gro\u00dfen Vorraum in Richtung Teek\u00fcche. Er fragt mich, ob ich einen Kaffee m\u00f6chte, aber mir h\u00e4ngt der Rauch zu sehr in der Nase. Wir setzen uns schlie\u00dflich an den kleinen Tisch in der Ecke, \u00fcber dem an der Wand Fotos von ihm und seinen Kolleg:innen h\u00e4ngen. Jeden Morgen kommt Kohlbacher hierher, um zu arbeiten. Sein Arbeitstag startet dabei meist mit organisatorischen Aufgaben. Er \u00fcberpr\u00fcft zuerst, \u201ewas am Vortag noch an Verstorbenen rein gekommen ist\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Martin Kohlbacher, 37 Jahre alt, ist Anlagenf\u00fchrer im Krematorium {tooltip}vivenda in Aspertsham im Landkreis Passau{end-texte}Das Krematorium ist eines von insgesamt 162 in Deutschland. Die Mehrheit davon ist nach wie vor kommunal betrieben, der kleinere Anteil privat. Die genauen Zahlen schwanken regelm\u00e4\u00dfig. Es kommt zu Neubauten, aber auch Schlie\u00dfungen.{end-tooltip}. Er \u00e4schert hauptberuflich Verstorbene ein. Jeden Tag k\u00fcmmert er sich um neue Auftr\u00e4ge, telefoniert mit Bestatter:innen, steht an den \u00d6fen und bereitet Asche auf. Eher durch Zufall und durch die N\u00e4he zu seinem Wohnort ist der gelernte Notarfachangestellte im Krematorium gelandet, nachdem er in seinem alten Beruf nicht mehr gl\u00fccklich war. \u201eIch bin kein Techniker, ich bin kein Elektriker\u201c, sagt Martin Kohlbacher \u00fcber sich selbst. Zwar w\u00e4re ein solcher Hintergrund eine gute Grundlage f\u00fcr seinen Beruf, doch die Arbeit im Krematorium ist formal nicht an eine bestimmte Ausbildung gebunden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Thies Heinrich, Betriebsleiter zweier Krematorien, Kremationstechniker und Teil des Planungs- und Beratungs-unternehmens CremTec GmbH, ist Dozent f\u00fcr die Weiterbildung zum Kremationstechniker der Handwerks-kammer D\u00fcsseldorf. Die Weiterbildung sei kein Muss f\u00fcr die Mitarbeiter:innen der Krematorien in Deutschland, wie er erkl\u00e4rt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-uagb-info-box uagb-block-1e2e3aa1 uagb-infobox__content-wrap  uagb-infobox-icon-right uagb-infobox-right uagb-infobox-stacked-tablet uagb-infobox-reverse-order-tablet uagb-infobox-image-valign-top uagb-infobox__outer-wrap\"><div class=\"uagb-ifb-content\"><div class=\"uagb-ifb-title-wrap\"><h3 class=\"uagb-ifb-title\">Weiterbildung<\/h3><\/div><p class=\"uagb-ifb-desc\">Die Weiterbildung zum Kremationstechniker dauert ein Jahr und hat f\u00fcnf thematische S\u00e4ulen: Betriebssicherheit und Anlagentechnik, Recht, Betriebswirtschaft sowie Marketing und Unternehmenskommunikation. Thies Heinrich ist Dozent f\u00fcr Marketing und Kommunikation, springt aber auch ein f\u00fcr Gesellschaftsrecht und den allgemeinen BWL-Teil.<\/p><\/div><div class=\"uagb-ifb-icon-wrap\"><\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Aber: \u201eIch bin der Meinung, dass das eigentlich eine Voraussetzung sein sollte, um eine F\u00fchrungsverantwortung im Krematorium zu \u00fcbernehmen.\u201c Auf die emotionalen und zwischenmenschlichen Herausforderungen, die der Beruf mit sich bringt, konnte Martin Kohlbacher hingegen niemand vorbereiten. Alles Technische konnte er sich gut selbst aneignen. Alles andere ist seiner Ansicht nach vor allen Dingen \u201egesunder Menschenverstand, gesunder Umgang mit Menschen und kaufm\u00e4nnisches Verst\u00e4ndnis\u201c.<\/p>\n<p>Wir sind nach drau\u00dfen gegangen, wo an das Krematorium ein Naturfriedhof angrenzt. Der \u201eGarten des Friedens\u201c hat aus der Luft betrachtet die Form einer Schlange, die sich am H\u00fcgel entlang schl\u00e4ngelt. Wege f\u00fchren vorbei an Wasserfl\u00e4chen und sorgsam angelegten Wiesen. Erst hier sehe ich den Schornstein zum ersten Mal. Ganz unauff\u00e4llig ragt er hinter dem Geb\u00e4ude hervor, scheinbar ganz weit weg, wie ein Fremdk\u00f6rper zwischen den Blumen, B\u00e4umen und B\u00e4chen. Wir spazieren vorbei an {tooltip}Urnen{end-texte}Thies Heinrich zufolge liegt die Ein\u00e4scherungsquote mittlerweile bei knapp \u00fcber 70 Prozent. Auch in l\u00e4ndlichen und eher katholisch gepr\u00e4gten Regionen erreicht sie fast 50 Prozent.{end-tooltip} mit fremden Namen und mir kommt nicht zum ersten Mal an diesem Tag die Frage in den Sinn, wie viele davon Martin Kohlbacher bef\u00fcllt hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery alignfull has-nested-images columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"5229\" height=\"2897\" data-id=\"914\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium2-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-914\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium2-1.png 5229w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium2-1-300x166.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium2-1-1024x567.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium2-1-768x425.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium2-1-1536x851.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium2-1-2048x1135.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium2-1-1400x776.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 5229px) 100vw, 5229px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"5472\" height=\"3648\" data-id=\"750\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium5.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-750\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium5.png 5472w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium5-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium5-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium5-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium5-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium5-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium5-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 5472px) 100vw, 5472px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"5403\" height=\"3602\" data-id=\"915\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium7-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-915\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium7-1.png 5403w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium7-1-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium7-1-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium7-1-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium7-1-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium7-1-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium7-1-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 5403px) 100vw, 5403px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Der &#8222;Garten des Friedens&#8220; ist Zufluchtsort, sowohl f\u00fcr Angeh\u00f6rige als auch f\u00fcr Mitarbeiter:innen des Krematoriums.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe, bevor ich hier angefangen habe, noch nie einen Verstorbenen gesehen\u201c, erz\u00e4hlt er. Er hat sich lange mit dem Gedanken auseinandergesetzt, was es f\u00fcr ihn bedeuten w\u00fcrde, im Krematorium an den \u00d6fen zu stehen, hat das Krematorium selbst einige Male besucht. Letztendlich hat ihn der Berufseinstieg trotzdem zun\u00e4chst einmal \u00fcbermannt: \u201eIch habe nach zwei, drei Monaten direkt auch Angstzust\u00e4nde bekommen, die sich in Schwindelanf\u00e4llen und starker Feinf\u00fchligkeit ausgewirkt haben.\u201c Geholfen hat Kohlbacher vor allem eines: Routine. Mit der Zeit merke man, ob man f\u00fcr den Beruf geeignet sei oder die emotionale Belastung doch zu gro\u00df werde. Dabei sei letztendlich alles ein Prozess, w\u00e4hrend dessen man sowohl Distanz zu Einzelschicksalen als auch Normalit\u00e4t entwickle. Dem kann auch Dr. Bettina Lampert, ausgebildete Arbeitspsychologin sowie klinische und Gesundheitspsychologin, zustimmen: \u201eAus der Forschung kann ich nur sagen, dass Berufserfahrung ein wichtiges Element ist.\u201c Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist das Konstrukt des \u201eDetached Concern\u201c, das das Wechselspiel von N\u00e4he und Distanz, Empathie und Abgrenzung in menschennahen Berufen abbildet. Im Lauf des Berufslebens sei es wichtig, in der t\u00e4glichen Konfrontation mit Menschen, ihren verschiedenen Schicksalen und \u2013 in diesem speziellen Fall \u2013 mit dem Tod f\u00fcr sich selbst herauszufinden, wie sich ein gesundes Ma\u00df an Empathie mit einer gewissen Abgrenzung von Einzelschicksalen ausbalancieren l\u00e4sst. So mache man auch einen wesentlichen Schritt dahin, sich selbst in seiner Arbeitsrolle zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Wie Pflegekr\u00e4fte ein Gleichgewicht zwischen N\u00e4he und Distanz finden, lesen Sie bei <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/mitfuehlen-ohne-mitzuleiden-der-mittelweg-zwischen-naehe-und-distanz\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/mitfuehlen-ohne-mitzuleiden-der-mittelweg-zwischen-naehe-und-distanz\/\" target=\"_blank\">Sarah Koschinski<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Die Distanz im Krematorium liegt laut Kohlbacher auch in gewisser Weise in der Natur des Berufs. Anders als bei Bestatter:innen sei der Kontakt zu den Verstorbenen selbst reduziert: \u201eWir sehen ja nicht jeden Verstorbenen, der bei uns ankommt, direkt.\u201c Bestatter:innen liefern die Verstorbenen in S\u00e4rgen an das Krematorium, wo sie \u2013 ebenfalls in den S\u00e4rgen \u2013 einge\u00e4schert werden. Nur in Ausnahmef\u00e4llen sehen die Anlagenf\u00fchrer:innen das Gesicht eines Toten. \u201eMan hat nicht zuletzt eigentlich mehr mit Lebenden als mit Toten zu tun\u201c, fasst Thies Heinrich zusammen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-uagb-info-box uagb-block-40391ef4 uagb-infobox__content-wrap  uagb-infobox-icon-left uagb-infobox-left uagb-infobox-stacked-tablet uagb-infobox-image-valign-top uagb-infobox__outer-wrap\"><div class=\"uagb-ifb-icon-wrap\"><\/div><div class=\"uagb-ifb-content\"><div class=\"uagb-ifb-title-wrap\"><h3 class=\"uagb-ifb-title\">Kennzeichnung der Verstorbenen<\/h3><\/div><p class=\"uagb-ifb-desc\">Jeder Verstorbene erh\u00e4lt bei der Ankunft im Krematorium eine Nummer. Diese Nummer wird in einen Schamottestein gepr\u00e4gt, der zu jeder Zeit und bei jedem Schritt von der Registrierung bis zum Bef\u00fcllen der Urne in der N\u00e4he des Verstorbenen, auf seinem Sarg bzw. auf der Urne bleibt. So werden Verwechslungen verhindert.<\/p><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Trotzdem kennt Martin Kohlbacher die Daten aller Verstorbenen. Wenn er die neuen Auftr\u00e4ge ins System eintr\u00e4gt und jemand dabei ist, der ihm, was beispielsweise das Alter betrifft, sehr nahe kommt, besch\u00e4ftigen ihn diese Einzelschicksale nach wie vor.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>\u201eEs gibt, wie in jedem Beruf, gute und schlechte Tage. Wenn man einen schlechten hat, nimmt man\u2019s durchaus mit nach Hause und denkt noch dr\u00fcber nach\u201c, erkl\u00e4rt er dazu. Ebenso seien Ein\u00e4scherungen von Babys und Kindern die schlimmsten, auch f\u00fcr seine Kolleg:innen: \u201eDas ist nicht normal und das tut einem nat\u00fcrlich auch weh.\u201c An solchen Tagen gehen auch die Mitarbeiter:innen manchmal auf dem Naturfriedhof spazieren und sammeln sich neu. Au\u00dferdem wird niemand dazu gezwungen, Ein\u00e4scherungen durchzuf\u00fchren, die f\u00fcr den Einzelnen im jeweiligen Moment zu emotional belastend sind. Es wird aufeinander geachtet. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery alignfull has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"751\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium6-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-751\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium6-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium6-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium6-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium6-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium6-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium6-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"913\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium4-1-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-913\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium4-1-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium4-1-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium4-1-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium4-1-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium4-1-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium4-1-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"748\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium3-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-748\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium3-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium3-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium3-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium3-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium3-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium3-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Die Urnengr\u00e4ber werden von den Angeh\u00f6rigen mit Blumen geschm\u00fcckt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als er die T\u00fcr zur\u00fcck ins Hauptgeb\u00e4ude aufst\u00f6\u00dft, fragt mich Martin Kohlbacher, wie viel ich bereit bin zu sehen. Auch auf mich wird geachtet. Zu meiner eigenen \u00dcberraschung z\u00f6gere ich keine Sekunde: Ich will alles sehen. Was dieses Alles in einem Krematorium sein k\u00f6nnte, vergesse ich f\u00fcr den Moment. In einem hellen Raum mit gro\u00dfen Fensterfronten bedient Martin Kohlbacher nun eine elektronische Steuerung. Zwei schwarze \u00d6ffnungen durchbrechen die gegen\u00fcberliegende Wand. Davor zwei Flie\u00dfb\u00e4nder. Das sind die \u00d6fen. Neben einem davon lehnt ein Besen an der Wand. Ansonsten ist der Raum leer. Die S\u00e4rge werden mit W\u00e4gen auf die Flie\u00dfb\u00e4nder geladen. \u00dcber die Steuerung kann sie Kohlbacher mit wenigen Handgriffen im Ofen verschwinden lassen. Dann \u00fcbergibt er den Verstorbenen dem Feuer. Als er einen der \u00d6fen kurz \u00f6ffnet, wird es sofort um einige {tooltip}Grad{end-texte}In der Hauptbrennkammer werden bei einer Ein\u00e4scherung bis zu 1200 Grad Celsius erreicht.{end-tooltip} w\u00e4rmer im Raum. Neben der T\u00fcr, durch die wir zuvor gekommen sind, entdecke ich eine Topfpflanze, die mir hier seltsam fehl am Platz vorkommt. Kohlbacher erkl\u00e4rt mir, dass sie im Krematorium immer ein paar Pflanzen und andere Dekoration aufbewahren, um f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen, die einer Ein\u00e4scherung beiwohnen m\u00f6chten, eine angenehmere Atmosph\u00e4re zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio alignwide\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Sargeinfahrt-online-audio-converter.com-1.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\">So klingt es, wenn Martin Kohlbacher einen Sarg in den Ofen einfahren l\u00e4sst.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery alignfull has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"760\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium8-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-760\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium8-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium8-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium8-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium8-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium8-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium8-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"762\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium10-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-762\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium10-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium10-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium10-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium10-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium10-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium10-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"761\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium9-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-761\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium9-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium9-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium9-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium9-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium9-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium9-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Martin Kohlbacher bedient die elektronische Steuerung, mit der er die S\u00e4rge in den Ofen einfahren lassen kann.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nicht immer sind die Angeh\u00f6rigen direkt bei der Ein\u00e4scherung im Raum. Wenn sie es aber sind, sind das die emotional schwierigsten Momente f\u00fcr Martin Kohlbacher. Auch f\u00fcr Thies Heinrich sind solche begleiteten Ein\u00e4scherungen Spezialf\u00e4lle. Was es ihm pers\u00f6nlich leichter macht, abends keine schweren Gedanken mit nach Hause zu nehmen, ist im Normalfall die Distanz \u201enicht zu den Verstorbenen, sondern zu denen, die traurig sind, weil jemand verstorben ist.\u201c Genau die wird dann jedoch schnell weniger, wenn man die Trauer der Angeh\u00f6rigen aus n\u00e4chster N\u00e4he wahrnimmt. \u201eSolche Extremsituationen bringen einen in ein Ungleichgewicht\u201c, best\u00e4tigt auch Dr. Bettina Lampert. Der \u201eDetached Concern\u201c bezieht sich auf den Umgang mit Menschen im Arbeitsalltag. Im Krematorium sind das einerseits die Verstorbenen, andererseits jedoch auch die Hinterbliebenen. Gerade gegen\u00fcber den Angeh\u00f6rigen sei eine \u201enat\u00fcrliche, mitmenschliche, emotionale Reaktion\u201c bis zu einem gewissen Punkt gesund. Und auch grunds\u00e4tzlich gilt: \u201eEin zu viel an Empathie gibt es eigentlich nicht.\u201c Ohne eine Grenze zu ziehen, gerade zur Emotionalit\u00e4t der Angeh\u00f6rigen, riskiere man jedoch emotionale Ersch\u00f6pfung, Burnout und das Gef\u00fchl, weniger selbstwirksam im Beruf zu sein. Martin Kohlbacher hat gelernt, die Tr\u00e4nen und die Trauer der Angeh\u00f6rigen bei den Ein\u00e4scherungen auszublenden. \u201eMan \u00fcbt zu diesem Zeitpunkt einfach seinen Job aus.\u201c Im Alltag kann er ansonsten den Kontakt zu den Hinterbliebenen weitestgehend gering halten. Seine Hauptansprechpartner sind die Bestatter:innen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter den \u00d6fen passiert vieles, was die Angeh\u00f6rigen nie zu Gesicht bekommen. Martin Kohlbacher f\u00fchrt mich nun eine Treppe hinunter in eine Halle, die ebenso gut Teil einer Fabrik sein k\u00f6nnte. Meterhohe Ger\u00e4tschaften aus Eisen verstellen den gesamten Raum, Treppen f\u00fchren zu h\u00f6hergelegenen Bestandteilen der Maschinerie, auf kleinen Schildern mit mir fremden Begriffen wird beschrieben, worum es sich bei den Ger\u00e4ten handelt. Eine dr\u00fcckende Hitze schl\u00e4gt mir entgegen. Ich frage mich, ob Martin Kohlbacher hier jeden Tag in Jeans und Hoodie arbeitet. Am Fu\u00df der Treppe bleibt Kohlbacher vor einem dunklen Kasten stehen, den ich unbewusst sofort als einen der \u00d6fen identifiziere. Er zieht an einem Hebel und es \u00f6ffnet sich ein Guckloch, durch das ich rot-leuchtende Glut erkennen kann. Dort werden Leichen {tooltip}verbrannt{end-texte}25 &#8211; 30 Verstorbene werden pro Tag im Krematorium vivenda einge\u00e4schert.{end-tooltip}. Als ich mich wieder umdrehe, nehme ich eine kleine Kiste auf dem Boden wahr. Sie ist bis zum Rand gef\u00fcllt mit etwas, das aus der Entfernung aussieht wie Kies und Sand. Dazwischen immer wieder gr\u00f6\u00dfere, teils gebogene St\u00fccke. So stelle ich mir einen H\u00fcftknochen vor, schie\u00dft es mir kurz durch den Kopf, als ich das, was oben aufliegt, genauer betrachte. Martin Kohlbacher kniet sich neben die Kiste und nimmt ein anderes Teil heraus. \u201eDas ist ein k\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk\u201c, sagt er und ich stutze. Er hebt den vermeintlichen H\u00fcftknochen hoch und schiebt das Gelenk darauf. Es passt. H\u00fcftknochen und H\u00fcftgelenk. Ich warte darauf, dass der Schock einsetzt. Stattdessen trete ich noch einen Schritt n\u00e4her an den Aschekasten heran.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio alignwide\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Abschub-Kremation-online-audio-converter.com_.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\">So klingt es, wenn eine beendete Kremation aus dem Ofen abgeschoben wird. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery alignfull has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"764\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium11-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-764\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium11-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium11-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium11-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium11-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium11-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium11-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"767\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium12-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-767\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium12-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium12-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium12-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium12-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium12-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium12-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"770\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium16-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-770\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium16-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium16-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium16-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium16-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium16-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium16-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Der Technikraum im Krematorium hat \u00c4hnlichkeit mit einer Fabrik &#8211; das Bild rechts zeigt den Ofen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr mich ist es eine Berufung geworden, weil es f\u00fcr mich auch eine Aufgabe ist, die erf\u00fcllt geh\u00f6rt\u201c, so beschreibt Kohlbacher sein Verh\u00e4ltnis zum Beruf. Gleichzeitig sieht er jedoch in seiner Aufgabe auch die M\u00f6glichkeit, den Menschen einen piet\u00e4tvollen Abschied zu bereiten.  <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Auch Thies Heinrich betont, die W\u00fcrde des Menschen ende nicht nach dem Tod. \u201eEs gibt eine postmortale W\u00fcrde und ein postmortales Recht eines Menschen darauf, gut behandelt zu werden\u201c, sagt er und erkennt darin eine Kernaufgabe im Krematorium. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-uagb-info-box uagb-block-5aee803f uagb-infobox__content-wrap  uagb-infobox-icon-right uagb-infobox-right uagb-infobox-stacked-tablet uagb-infobox-reverse-order-tablet uagb-infobox-image-valign-top uagb-infobox__outer-wrap\"><div class=\"uagb-ifb-content\"><div class=\"uagb-ifb-title-wrap\"><h3 class=\"uagb-ifb-title\">Krematorien in Deutschland<\/h3><\/div><p class=\"uagb-ifb-desc\">Nicht \u00fcberall jedoch sind auch Krematorien in der N\u00e4he. Im Landkreis Passau gibt es zwei Krematorien, eines in Aspertsham, ein zweites in Vilshofen a.d. Donau. Zum Vergleich: In der Stadt Frankfurt am Main gibt es kein Krematorium mehr.<\/p><\/div><div class=\"uagb-ifb-icon-wrap\"><\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Dr. Bettina Lampert wei\u00df, dass sich im Lauf des Arbeitslebens jeder eigene Strategien zurechtlegt, um mit dem Erlebten umzugehen. Diese Strategien werden einem nicht beigebracht, sie sind ausschlie\u00dflich individuell. Rituale spielen dabei ebenso eine gro\u00dfe Rolle wie die Routine. Bei Mitarbeiter:innen in Krematorien kristallisierte sich insbesondere eine Strategie der Emotionsregulation heraus: die kognitive Neubewertung. Hierbei betrachten sie ihren Beruf aus einer neuen Perspektive, in deren Fokus nicht der Akt der Verbrennung, sondern die Wichtigkeit ihrer Arbeit f\u00fcr den Einzelnen liegt. \u201eIch tue hier etwas Gutes, ich begleite die Person bis zum endg\u00fcltigen Ende und es soll auch das auf eine w\u00fcrdevolle Art geschehen\u201c, fasst Lampert den Grundgedanken zusammen. Letztendlich wirke es auch auf die Hinterbliebenen in einem vulnerablen Moment beruhigend, zu wissen, dass mit ihren verstorbenen Angeh\u00f6rigen weiterhin respektvoll umgegangen wird. Trotz all der Routine.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery alignfull has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"768\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium13-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-768\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium13-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium13-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium13-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium13-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium13-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium13-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"816\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium17-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-816\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium17-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium17-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium17-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium17-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium17-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium17-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"765\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium14-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-765\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium14-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium14-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium14-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium14-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium14-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium14-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Nachdem der Ein\u00e4scherungsprozess beendet ist, nimmt Martin Kohlbacher die Asche aus dem Ofen. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Martin Kohlbacher den Aschekasten mit Hilfe eines Magneten auf metallische \u00dcberreste untersucht, wundere ich mich \u00fcber meine eigene Reaktion. Wie Kohlbacher vor seiner Zeit im Krematorium habe auch ich noch nie zuvor einen Verstorbenen gesehen. Hier wurden mir die unorganischen \u00dcberreste eines v\u00f6llig fremden Menschen pr\u00e4sentiert und was ich versp\u00fcre, ist haupts\u00e4chlich Faszination. Ich sehe mich im Raum um, der mit all seiner Technik und dem Stahl so viel weniger emotional aufgeladen ist, als ich es mir vorgestellt habe. Ich denke an Martin Kohlbachers entspannte Art, von seinem Beruf zu erz\u00e4hlen. An die Sicherheit, mit der er sich durch das Krematorium bewegt. An seinen pers\u00f6nlichen emotionalen Abstand, den er \u00fcber die Monate mit viel Selbstreflexion und Routine aufgebaut hat und den er nicht m\u00fcde wird zu betonen. Unterbewusst scheine auch ich, beeinflusst von all dem, eine n\u00fcchterne Perspektive einzunehmen. Trotzdem warte ich noch darauf, bis zu mir durchdringt, was ich gesehen habe. V\u00f6llig unbeeindruckt werde ich diesen Ort nicht verlassen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend die Asche von einer M\u00fchle gemahlen wird, erz\u00e4hlt mir Kohlbacher von einem seiner ersten Besuche im Krematorium. Damals hat auch er zum ersten Mal durch das Guckloch in den Ofen geschaut. Was er gesehen hat, war ein offener Sch\u00e4del. Fast zwei Jahre sp\u00e4ter nimmt er jetzt eine Urne vom Stapel und f\u00fcllt die gemahlene {tooltip}Asche{end-texte}Rund 6000 Verstorbene werden in Aspertsham pro Jahr dem Feuer \u00fcbergeben. Im Corona-Jahr 2020 stieg die Zahl auf 6.500 Ein\u00e4scherungen.{end-tooltip} hinein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery alignfull has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-6 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"772\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium20-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-772\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium20-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium20-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium20-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium20-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium20-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium20-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"769\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium15-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-769\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium15-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium15-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium15-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium15-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium15-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium15-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"766\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium18-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-766\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium18-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium18-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium18-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium18-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium18-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium18-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Bevor sie in eine Urne gef\u00fcllt wird, wird die Asche fein gemahlen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Lauf der Zeit hat Kohlbacher beobachtet, wie das Thema Tod so tief in der Tabuzone verschwunden ist, dass es etwas Be\u00e4ngstigendes an sich hat. Dementsprechend zur\u00fcckhaltend sind die Leute in seinem Umfeld anfangs, wenn zur Sprache kommt, was er beruflich macht. Nach einiger Zeit jedoch w\u00e4chst die Neugier und die Fragen werden mehr. F\u00fcr Kohlbacher ist das ungezwungene Gespr\u00e4ch mit Freunden \u00fcber seinen Beruf \u201eein erstes Brechen des Tabus\u201c.  <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-uagb-info-box uagb-block-3c5ab085 uagb-infobox__content-wrap  uagb-infobox-icon-left uagb-infobox-left uagb-infobox-stacked-tablet uagb-infobox-image-valign-top uagb-infobox__outer-wrap\"><div class=\"uagb-ifb-icon-wrap\"><\/div><div class=\"uagb-ifb-content\"><div class=\"uagb-ifb-title-wrap\"><h3 class=\"uagb-ifb-title\">Kremationstechnikerinnen<\/h3><\/div><p class=\"uagb-ifb-desc\">Zwischen 2006 und 2019 haben insgesamt 174 Teilnehmer:innen die Weiterbildung absolviert, zwischen acht und 16 pro Jahrgang. Nur 14 davon waren Frauen. Thies Heinrich hat jedoch die Erfahrung gemacht, dass die weiblichen Kursteilnehmerinnen meist zu den besten drei bis f\u00fcnf Prozent der Jahrg\u00e4nge geh\u00f6ren.  <\/p><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Trotzdem k\u00f6nnen sich die meisten nicht vorstellen, in seine Fu\u00dfstapfen zu treten. Thies Heinrich beobachtet dieses Z\u00f6gern insbesondere auch bei Frauen. Nicht nur in der Weiterbildung zur Kremations-technikerin, sondern allgemein an den \u00d6fen, ist die Frauenquote gering, seiner Ansicht nach jedoch wohl auch wegen der technischen Ausrichtung des Berufs.  <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Anja Windel ist eine der wenigen Kremationstechnikerinnen in Deutschland. Wie sie ihre Arbeit wahrnimmt, was Frauen die Arbeit im Krematorium erschwert und warum Frauen im Krematorium dem Tod oft noch n\u00e4her sind als M\u00e4nner, h\u00f6ren Sie im Podcast: <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Im Gespr\u00e4ch: Kremationstechnikerin Anja Windel<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Podcast_einzeln_mixdown.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Auf Martin Kohlbacher hatte sein Jobwechsel wiederum vor allem positive Auswirkungen, insbesondere was seine pers\u00f6nliche Einstellung zu Tod und Sterblichkeit betrifft. Seine t\u00e4gliche Konfrontation mit dem Gedanken an das Lebensende hat einen Reifungsprozess in ihm hervorgerufen: \u201eIch nehm\u2019s lockerer. Es wird nun mal so kommen. Das Leben ist nun mal endlich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium21-1-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-818\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium21-1-1024x683.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium21-1-300x200.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium21-1-768x512.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium21-1-1536x1024.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium21-1-2048x1365.png 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Krematorium21-1-1400x933.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Urnen werden in Spinden aufbewahrt, bis sie von den Bestatter:innen abgeholt werden.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Oben neben der Teek\u00fcche wird es auf einmal eiskalt. Ich stehe an der ge\u00f6ffneten T\u00fcr zum K\u00fchlraum und nehme den Anblick von ungef\u00e4hr 20 \u00fcbereinander gestapelten Holzs\u00e4rgen in mich auf. Vereinzelt liegen Kreuze obenauf. Ich lese die Sterbedaten an den S\u00e4rgen, die mir am n\u00e4chsten sind. S\u00e4rge. Das ist ein Bild, das mein Unterbewusstsein schnell mit dem Stichwort Tod in Verbindung bringt. Das Gewicht dessen, was ich hier sehe, sinkt schneller ein als noch beim Aschekasten. Aber ich bleibe stehen, schaue mir nach und nach jeden der S\u00e4rge an und als wir den Raum wieder verlassen, habe ich nicht das Gef\u00fchl, meine innere Grenze \u00fcberschritten zu haben. An der Wand neben dem K\u00fchlraum steht eine Reihe von Spinden. Einen davon \u00f6ffnet Martin Kohlbacher. Darin: drei Urnen. Die Banalit\u00e4t dieser Art der Aufbewahrung \u00fcberrascht mich nicht mehr. Ich schmunzle. In K\u00fcrze wird ein Bestatter kommen und die {tooltip}Urnen{end-texte}Die Bestatter:innen haben rund um die Uhr Zutritt zum Krematorium.{end-tooltip} abholen. Und dann werden alle ihre Arbeit erfolgreich beendet haben: \u201eAm Ende des Tages hast du deinen Job gemacht und deine Berufung, wenn man\u2019s so sagen will, erf\u00fcllt. Und dann gehst du nach Hause und hast deinen Arbeitstag erledigt wie jeder andere auch.\u201c Auch ich mache mich jetzt auf den Weg nach Hause. Martin Kohlbacher f\u00fchrt mich noch einmal vorbei an den \u00d6fen zum Ausgang. Den Rauch rieche ich nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n<script language='javascript' type='text\/javascript'>function getWR360PopupSkin(){return 'light_clean';}<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo Martin Kohlbacher arbeitet, riecht es nach Rauch. Jeden Tag wird er mit Tod und Sterblichkeit konfrontiert. 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