{"id":430,"date":"2021-07-13T12:43:00","date_gmt":"2021-07-13T10:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/?p=430"},"modified":"2024-10-26T15:14:54","modified_gmt":"2024-10-26T13:14:54","slug":"denn-sie-wohnen-im-haus-von-morgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/denn-sie-wohnen-im-haus-von-morgen\/","title":{"rendered":"Denn sie wohnen im Haus von morgen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wenn Menschen den Kontakt zu ihrer Familie abbrechen, bleiben die Verlassenen hilflos zur\u00fcck. Wie es zu einer Funkstille kommen kann, auch wenn das Verh\u00e4ltnis sehr liebevoll war, erz\u00e4hlt dieser Beitrag.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lea (29) hatte in diesem Jahr zweimal Kontakt zu ihren Eltern. Im Januar gab es ein Skype-Gespr\u00e4ch und zu ihrem Geburtstag im Juni bekam sie eine E-Mail: \u201eAlles Gute zum Geburtstag!\u201c, weiter nichts. Die meiste Zeit im Jahr herrscht Funkstille. Das gute Verh\u00e4ltnis, das Lea in ihrer Kindheit und Jugend zu ihren Eltern und vor allem zu ihrer Mutter hatte, ist zerbrochen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/rosary-699609_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4079\" style=\"width:361px;height:240px\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/rosary-699609_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/rosary-699609_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/rosary-699609_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/rosary-699609_1920-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/rosary-699609_1920-1400x933.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/rosary-699609_1920-1250x833.jpg 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/rosary-699609_1920-400x267.jpg 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/rosary-699609_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Glaube als Grund f\u00fcr eine gespaltene Familie? Lea sagt, sie habe ihre Mutter an die Religion verloren.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dabei war in Leas Familie lange alles in Ordnung, bis ihre Eltern sich vor zehn Jahren einen gro\u00dfen Traum erf\u00fcllten und in die USA auswanderten. Lea ist Einzelkind, sie war damals 18 Jahre alt und wollte in Deutschland studieren. \u201eEs war f\u00fcr meine Eltern keine leichte Entscheidung, aber ich habe sie darin best\u00e4rkt, trotzdem in die USA zu gehen\u201c, erz\u00e4hlt sie. Sie hatte das Gef\u00fchl, ihre Eltern w\u00e4ren nicht gl\u00fccklich, wenn sie blieben. Sorge, dass das Verh\u00e4ltnis unter der Entfernung leiden k\u00f6nnte, hatte Lea nicht; schlie\u00dflich gab es Skype und Besuche der Eltern in Deutschland. Der Kontakt verschlechtert sich aber rapide, als ihre Mutter beginnt, sich intensiv mit verschiedenen Verschw\u00f6rungsideologien zu besch\u00e4ftigen. Nach zwei Jahren merkt Lea: Sie kann mit ihrer Mutter kein normales Gespr\u00e4ch mehr f\u00fchren. Sie freut sich nicht mehr auf die Telefonate, weil sie wei\u00df: Normale Alltagsthemen sind schnell abgehakt, dann wird ihre Mutter wieder vom neuesten Video berichten, das sie entdeckt hat. \u201eSie war dort sehr einsam. Und sie war schon immer sehr religi\u00f6s. Aber sie ist dann in diesen Verschw\u00f6rungsglauben gefallen, in die Religion gefl\u00fcchtet, und das h\u00e4ngt da ja alles sehr eng zusammen.\u201c&nbsp; Lea bekommt seitenlange Briefe von ihrer Mutter, in denen sie vom bevorstehenden Weltuntergang schreibt, von der Ankunft des Satans und den \u201eschweren Jahren\u201c f\u00fcr die Ungl\u00e4ubigen. Au\u00dferdem geht es um eine angeblich geplante Macht\u00fcbernahme durch geheime Eliten, die alle kontrollieren und \u00fcberwachen wollen; es geht um Riesenmenschen, die in geheimen Bunkern leben, und darum, dass der Vatikan Aliens erforscht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eWas soll man dazu sagen?\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Lange h\u00e4lt Lea dagegen: \u201eIch habe es \u00fcber Jahre versucht. Wir sind jedes Einzelthema angegangen. Ich habe stundenlang recherchiert, ihr gesagt, guck mal, das hat keine Basis \u2013 es hat nichts gebracht.\u201c Seit fast zehn Jahren ist das nun so. Leas Versuche, ihre Mutter durch Fakten zu \u00fcberzeugen, gehen ins Leere. St\u00e4ndig kommen neue absurde Geschichten dazu, ihre Mutter umgibt sich t\u00e4glich mit wirren Verschw\u00f6rungsideologien. Die YouTube-Videos laufen bei ihr nebenbei \u2013 morgens, abends, mehrere Stunden am Tag. Sie ist einsam, hat Angst vor der Welt um sie herum und niemanden, mit dem sie dar\u00fcber sprechen kann. \u201eIhr liegt das so schwer auf der Seele, dass sie mit mir dar\u00fcber sprechen m\u00f6chte. Und ich kann das nicht. Dann tut es mir so weh, weil es ihr so schlecht geht mit dem Ganzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Lea-Audio-1_mixdown2.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\">Lea erz\u00e4hlt: &#8222;Dadurch, dass es meine Mutter ist, kann ich keine Schutzbarriere aufbauen.&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/hand-4661763_1920-edited.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4083\" style=\"width:296px;height:185px\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/hand-4661763_1920-edited.jpg 1920w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/hand-4661763_1920-edited-300x188.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/hand-4661763_1920-edited-1024x640.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/hand-4661763_1920-edited-768x480.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/hand-4661763_1920-edited-1536x960.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/hand-4661763_1920-edited-1400x875.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/hand-4661763_1920-edited-1250x781.jpg 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/hand-4661763_1920-edited-400x250.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hilfe von au\u00dfen anzunehmen, scheint f\u00fcr Leas Mutter nicht mehr m\u00f6glich zu sein.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Zu einer Therapie ist ihre Mutter nicht bereit, meint Lea. \u201eSie vertraut Therapeuten nicht. Sie sagt, das muss Gott regeln.\u201c Gott \u2013 ein st\u00e4ndiges Konfliktthema zwischen den beiden. Die Mutter strenggl\u00e4ubig, die Tochter Atheistin. Lea will ihre Mutter vor dem Sog der Verschw\u00f6rungsmythen sch\u00fctzen, ihre Mutter will Lea bekehren und vor dem Unheil retten, das Ungl\u00e4ubigen bevorstehen soll. Lea sagt, sie habe ihre Mutter an die Religion verloren; ihr Glaube schadet ihr mehr, als er Gutes tut. Auch \u00fcber Leas Vater, der ein sehr enges und gutes Verh\u00e4ltnis mit der Mutter hat, ist kein Zugang zu einer Therapie m\u00f6glich. Er greift nicht ein, l\u00e4sst seine Frau einfach machen. Lea macht ihm deshalb Vorw\u00fcrfe. \u201eIch bin auf meine Mutter nicht sauer. Ich habe Mitleid mit ihr, ich wei\u00df, woher es kommt \u2013 sie ist sehr einsam. Aber auf ihn bin ich sauer. Ich habe so oft mit ihm dar\u00fcber gesprochen, aber es folgten keine Taten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"> Zwischen Lichtblicken und Entt\u00e4uschung <\/h2>\n\n\n\n<p>Mittlerweile hat sich der Kontakt bei drei oder vier Telefonaten im Jahr eingependelt. Lea sagt selbst, dass ihrer Mutter mehr Kontakt guttun w\u00fcrde, um gegen die Einsamkeit anzuk\u00e4mpfen. Aber sie kann das nicht. Sie h\u00e4lt es seelisch nicht aus, immer wieder damit konfrontiert zu werden, wie schlecht es ihrer Mutter geht: \u201eIch wei\u00df, welcher Schmerz bei ihr dahintersteckt. Das ist das Schlimmste.\u201c Sie hat oft dar\u00fcber nachgedacht, den Kontakt ganz abzubrechen. Ob sie das eines Tages bereuen k\u00f6nnte, wenn sie ihre Eltern nicht mehr hat? \u201eDas ist ein guter Punkt\u201c, sagt Lea und lacht kurz, dann wird sie nachdenklich. \u201eIch habe sie ja schon lang nicht mehr richtig. Sie sind f\u00fcr mich kein R\u00fcckhalt. Ich rufe sie nicht an, wenn es mir schlecht geht oder ich Rat brauche.\u201c In ihrer Jugend hatte sie zu ihrer Mutter ein sehr enges Verh\u00e4ltnis, sie hatten gemeinsame Hobbys, damals waren weit und breit keine Verschw\u00f6rungsmythen in Sicht. Dass ihre Mutter ihr eines Tages so entgleiten w\u00fcrde, h\u00e4tte Lea nie geahnt. Ab und zu gibt es noch kurze Lichtblicke: Gespr\u00e4che, die besser laufen; eine sch\u00f6ne Unterhaltung, die sich nach Ann\u00e4herung und Neubeginn anf\u00fchlt. \u201eDann sind die Emotionen positiv \u2013 und dann kommt wieder irgendwas. Dann kriegt man f\u00fcnf Videos geschickt, die nur irgendwelches Geschwurbel sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Lea-Audio-2-Faktenchecks_mixdown2.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\">Lea hat keine Geduld mehr, sich mit den Sorgen ihrer Mutter zu umgeben.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aus Liebe die F\u00fchrung \u00fcbernehmen<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn Menschen, so wie Leas Mutter, tief in Verschw\u00f6rungsmythen verstrickt sind und Therapien ablehnen, sind Familie und Freunde oft hilflos. Was soll man sagen, wenn die eigene Mutter pl\u00f6tzlich Angst vor einer Weltverschw\u00f6rung oder Au\u00dferirdischen hat? Wie kann man solche Sorgen aufl\u00f6sen? <a href=\"https:\/\/praxiskuhn.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stefani Kuhn<\/a>, systemische Familientherapeutin und &nbsp;in M\u00fclheim an der Ruhr, r\u00e4t in so einem Fall dazu, aktiv die Gespr\u00e4chsf\u00fchrung in die Hand zu nehmen: \u201eIch sag jetzt mal: aus Liebe die F\u00fchrung \u00fcbernehmen. Einen Raum f\u00fcr beide zu schaffen, wo ganz bestimmte Themen ausgespart werden.\u201c Es k\u00f6nnte die Mutter beruhigen, wenn ihr Umfeld ihre Sorgen akzeptiert und annimmt, dann aber bewusst das Thema wechselt, \u00fcber etwas Positives spricht und damit die F\u00fchrung \u00fcbernimmt. So k\u00f6nne das, was an Beziehung noch m\u00f6glich ist \u2013 und sei es nur ein d\u00fcnner Faden \u2013 gest\u00e4rkt werden. \u201eUnd das hat nichts mit L\u00fcge oder Verstellen zu tun\u201c, erkl\u00e4rt sie, \u201esondern, den gemeinsamen Nenner immer gr\u00f6\u00dfer zu machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zuh\u00f6ren, verstehen und annehmen &#8211; auch, wenn es nicht weitergeht<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/praxiskuhn.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Stefani-Kuhn-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1911\" style=\"width:366px;height:243px\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Stefani-Kuhn-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Stefani-Kuhn-300x200.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Stefani-Kuhn-768x512.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Stefani-Kuhn-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Stefani-Kuhn-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Stefani-Kuhn-1400x933.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Familientherapeutin Stefani Kuhn.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Stress und Konflikte zwischen Kindern und Eltern kommen in jeder Familie vor. \u201eEs geh\u00f6rt dazu, dass es auch Momente gibt, in denen die Eltern emotional nicht da sind, wenn wir sie eigentlich br\u00e4uchten \u2013 es geht gar nicht anders und es ist auch gut so, weil sich da St\u00e4rken entwickeln\u201c sagt Stefani Kuhn. Es geh\u00f6re zum Leben, dass auch Schmerzpunkte entstehen. Wichtig sei, dass das Kind durch andere Momente beruhigt wird, in denen die Eltern dann emotional erreichbar sind. Wenn das nicht der Fall ist und langfristig Verletzungen entstanden sind, dann kann eine Familientherapie dabei helfen, zu sortieren, Gespr\u00e4che zu erm\u00f6glichen, \u00dcbersetzer zu sein. \u201eWas wir als Familientherapeuten tun k\u00f6nnen, ist, erst mal nur zu verlangsamen, erst mal nur zu erm\u00f6glichen, dass sie einander zuh\u00f6ren.\u201c Oft sind dann die Familienmitglieder zusammen da, sodass sie einzeln ihre Sicht erz\u00e4hlen k\u00f6nnen. \u201eDann bin ich ganz beim Vater oder bei der Mutter und versuche, sie emotional zu verstehen. Und der Sohn, die Tochter h\u00f6ren zu und haben die M\u00f6glichkeit, neue Dinge zu erfahren, und umgekehrt nat\u00fcrlich auch\u201c, erz\u00e4hlt sie. \u201eUnd dann ist das so ein wunderbarer Raum, der entsteht. Wenn sowas m\u00f6glich ist, schmerzhafte Momente sichtbar zu machen, und der andere dabei ist \u2013 das sind dann solche heilsamen Prozesse.\u201c Es gehe f\u00fcr Eltern und Kinder darum, sich ber\u00fchren zu lassen vom Schmerz des anderen \u2013 nicht in Vorw\u00fcrfen, Erkl\u00e4rungen und Rechtfertigungen zu versinken, sondern emotional zugewandt zu bleiben. \u201eDann kann spontan um Verzeihung gebeten werden und auch Liebe wieder flie\u00dfen.\u201c Aber nicht immer gelingt in der Therapie eine Ann\u00e4herung, nicht jede nimmt ein harmonisches Ende. Manchmal geht es eben nicht weiter, auch davon erz\u00e4hlt Stefani Kuhn. \u201eWenn einzelne Familienmitglieder einen starken Schutzwall aufgebaut haben und es nicht schaffen, aufzumachen und rauszuschauen, offen zu sein f\u00fcr den anderen \u2013 dann geht das halt nicht.\u201c Die Betroffenen m\u00fcssen dann akzeptieren, dass sie an der Situation jetzt nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen, und versuchen, trotz dieses Schmerzes das Beste aus ihrem Leben zu machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1440\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4109\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-scaled.jpg 2560w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-300x169.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-768x432.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-1400x788.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-1250x703.jpg 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/olesya-grichina-8rrW22vsWqk-unsplash-edited-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei sind es nicht immer die Eltern, die sich von ihren Kindern entfernen. H\u00e4ufig brechen auch erwachsene Kinder den Kontakt zu ihren Eltern ab. Susanne (67) aus Wien hat das erlebt: Seit drei Jahren hat sie keinen Kontakt zu ihrer mittlerweile 30-j\u00e4hrigen Tochter Jana, die Schritt f\u00fcr Schritt immer weiter auf Distanz gegangen ist, bis schlie\u00dflich Funkstille herrschte. Probleme oder Streit gab es nie, im Gegenteil: Jana war immer umg\u00e4nglich. \u201eSie hat sich unheimlich bem\u00fcht, unseren Erwartungen entgegenzukommen\u201c, erz\u00e4hlt Susanne. Beide Eltern hatten einen engen und vertrauten Kontakt zur Tochter. Sie war musikalisch wie ihr Vater, spielte Geige, war hilfsbereit und entgegenkommend. \u201eIch habe oft das Gef\u00fchl gehabt, dass sie mir \u00e4hnlicher ist\u201c, meint Susanne. Im Gegensatz zu ihrer \u00e4lteren Schwester beh\u00e4lt Jana auch in der Pubert\u00e4t ihre enge Beziehung zu den Eltern, ihre Mutter beschreibt es als ein sehr vertrautes Verh\u00e4ltnis. Mit 17 Jahren lernt Jana dann ihren Freund kennen. Durch ihn wendet sie sich der Religion zu, sie l\u00e4sst sich mit 21 taufen und heiratet ihn ein Jahr sp\u00e4ter. Von da an wird der Kontakt zu ihren Eltern sukzessive weniger. Damals wohnen Jana und ihr Mann ebenfalls in Wien, erscheinen zu Familienfeiern aber immer seltener. Zur Silberhochzeit der Eltern haben sie erst keine Zeit. Daraufhin verschieben Susanne und ihr Mann die Feier auf einen anderen Termin \u2013 ihnen ist wichtig, dass die Familie zusammenkommt. \u201eDann hat sie angerufen: \u201aMama, ich m\u00f6chte nicht kommen und ich m\u00f6chte, dass du das akzeptierst.\u2018 Ohne weitere Erkl\u00e4rung, ohne Nachfragen, das hat sie sich gew\u00fcnscht\u201c, sagt Susanne traurig. Dass ihre Tochter zu ihrer Silberhochzeit nicht kommen wollte, hat sie verletzt. 2017 verk\u00fcnden Jana und ihr Mann kurz vor Weihnachten, dass sie im Juli ein Kind erwarten. Im April trifft Susanne ihre Tochter noch auf einer Familienfeier \u2013 dann ist Funkstille.&nbsp; Nach dem Geburtstermin fragt Susanne per SMS, ob alles gut gegangen sei. Die Antwort kommt ebenfalls per SMS: \u201eAlles gut gegangen. Wenn wir Kontakt m\u00f6chten, melden wir uns.\u201c Sie melden sich nicht. Ab diesem Zeitpunkt blockt Jana jede Kontaktaufnahme ab. Das Enkelkind hat Susanne nie kennengelernt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das pflegeleichte Kind: lieb und anpassungsf\u00e4hig<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/liv-bruce-M0oVPGsWk1E-unsplash-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1938\" style=\"width:367px;height:245px\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/liv-bruce-M0oVPGsWk1E-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/liv-bruce-M0oVPGsWk1E-unsplash-300x200.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/liv-bruce-M0oVPGsWk1E-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/liv-bruce-M0oVPGsWk1E-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/liv-bruce-M0oVPGsWk1E-unsplash-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/liv-bruce-M0oVPGsWk1E-unsplash-1400x933.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Beziehung zur Mutter beginnt schon vor unserer Geburt, schreibt Claudia Haarmann.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dass sich eine Distanz aufgebaut hatte, war f\u00fcr Susanne schon lange vorher sp\u00fcrbar, aber wie konnte es dazu kommen? &nbsp;Das Verh\u00e4ltnis war doch immer so harmonisch, so eng, so vertraut gewesen, es gab keinen Streit. Sie setzt sich lange mit m\u00f6glichen Ursachen auseinander und liest einen ersten wichtigen Hinweis in einem {tooltip}Buch von Claudia Haarmann{end-texte}Kontaktabbruch in Familien &#8211; wenn ein gemeinsames Leben nicht mehr m\u00f6glich scheint. K\u00f6sel Verlag 2019, 288 Seiten.{end-tooltip}. Die Psychotherapeutin beschreibt darin verschiedene Ursachen f\u00fcr Kontaktabbr\u00fcche in Familien. Und eigentlich ist Susannes Fall doch nicht so ungew\u00f6hnlich:&nbsp; Jana war immer lieb, pflegeleicht, anpassungsf\u00e4hig \u2013 m\u00f6glicherweise hatten Susanne und ihr Mann sie zu sehr eingeengt, sie zu sehr als sich \u00e4hnlich wahrgenommen, sodass Jana nie gelernt hat, sich davon zu l\u00f6sen. \u201eDiese \u00c4hnlichkeit habe ich so empfunden und wahrscheinlich auch eingefordert. Und dieses An-uns-binden, sowohl mein Mann als auch ich \u2013 das d\u00fcrfte einer der Gr\u00fcnde sein, warum sie so eine harte Grenze ziehen musste.\u201c Janas \u00e4ltere Schwester hat in ihrer Jugend und auch heute keine Schwierigkeiten, sich zu wehren und zu sagen: \u201aMama, das ist mir zu viel.\u2018 Jana habe das nie gekonnt, meint Susanne. Dass das der Grund f\u00fcr den Kontaktabbruch sein k\u00f6nnte, best\u00e4tigt auch sp\u00e4ter die Therapie, in der sie und ihr Mann sich gemeinsam befinden. F\u00fcr Susanne ist das schnell einleuchtend, sie kann diese m\u00f6gliche Begr\u00fcndung nachvollziehen. Eine Aussprache mit Jana hat es dazu jedoch nie gegeben. Bei Familienfeiern hatte Susanne das Gespr\u00e4ch mit ihrer Tochter gesucht und sie auf die Distanz angesprochen, aber keine Antwort darauf bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Fall der einengenden Eltern meint Familientherapeutin Stefani Kuhn: \u201eEin Umbruch ist oft in der Pubert\u00e4t, weil wir dann auf eine Metaebene gehen k\u00f6nnen: Wir schauen auf uns und unsere Situation, und nehmen uns tats\u00e4chlich \u201agetrennter\u2018 wahr.\u201c Vielleicht hat Jana da gemerkt, dass sie in ihrer Familie nicht genug Raum hat, sie selbst zu sein, sich auch mal zur\u00fcckzuziehen, weil ihr R\u00fcckzugsort immer wieder \u00fcberschritten wurde. \u201eUnd dann ist das eine Grenzverletzung. Da wird das Kind, oder sp\u00e4ter die Erwachsene, einen Schutzwall aufbauen. Und das ist nicht selten, dass die erwachsenen T\u00f6chter oder S\u00f6hne sich aktiv zur\u00fcckziehen \u2013 es kommt zum Kontaktabbruch.\u201c Im Podcast spricht Stefani Kuhn ausf\u00fchrlicher \u00fcber Konflikte in Familien, \u00fcber Familientherapie und \u00fcber ihre professionelle Distanz zu ihren Klient:innen. Au\u00dferdem kommt Susanne zu Wort und erkl\u00e4rt ihren Umgang mit dem Kontaktabbruch ihrer Tochter. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Auch in anderen Berufen ist es wichtig, das richtige Ma\u00df an Distanz zu finden. <a href=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/asche-zu-asche\/\">Tamina Friedl<\/a> schreibt in ihrem Beitrag \u00fcber Kremationstechniker:innen und die N\u00e4he zum Tod; in <a href=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/mitfuehlen-ohne-mitzuleiden-der-mittelweg-zwischen-naehe-und-distanz\/\">Sarah Koschinskis Artikel<\/a> geht es um die professionelle N\u00e4he von Pflegefachkr\u00e4ften zu ihren Patient:innen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Im Podcast: Interview mit Stefani Kuhn<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Podcast-WP2_mixdown.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Muss man Vater und Mutter ehren?<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/cross-1772560_1920-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3624\" style=\"width:378px;height:252px\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/cross-1772560_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/cross-1772560_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/cross-1772560_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/cross-1772560_1920-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/cross-1772560_1920-1400x933.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/cross-1772560_1920-1250x833.jpg 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/cross-1772560_1920-400x267.jpg 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/cross-1772560_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">In der Bibel lautet das Vierte Gebot: &#8222;Du sollst Vater und Mutter ehren.&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Eine Rolle hat bei Janas Kontaktabbruch wohl ihre Beziehung zu ihrem Partner gespielt, und die Tatsache, dass sie durch ihn zum Glauben gefunden hat, der ihr in ihrem Elternhaus nicht anerzogen worden war. Die anf\u00e4ngliche Sorge, Jana habe sich einer Sekte angeschlossen, konnte Susanne nach einigen Erkundigungen ausschlie\u00dfen. \u201eAber vielleicht hat sie mit der Religion so einen Halt gefunden, der f\u00fcr sie ganz wichtig war\u201c, \u00fcberlegt sie. Trotzdem glaubt sie nicht, dass sie ihre Tochter an die Religion verloren hat; stattdessen hat sie Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass Jana den Abstand, die Funkstille braucht. Von Au\u00dfenstehenden h\u00f6rt sie manchmal das Argument, Jana sei doch religi\u00f6s, sie m\u00fcsse doch Vater und Mutter ehren. Den Gedanken kann Susanne nicht nachvollziehen: \u201eDas ist f\u00fcr mich so gar kein Argument. Es gibt eine psychische Komponente, die Jana dazu gebracht hat, diesen Schritt zu setzen. Und das ist f\u00fcr mich ganz klar, dass das dominanter ist als eine religi\u00f6se Verpflichtung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Vor ungef\u00e4hr einem Jahr hat Susanne dann versucht, die damals zweij\u00e4hrige Funkstille zu durchbrechen. \u201eIch habe mich einfach an die Bushaltestelle bei ihrem Haus gesetzt und gewartet.\u201c Sie lacht unsicher. Und tats\u00e4chlich kam Jana, im Tragetuch ihr zweites Kind, von dem Susanne bis dahin nichts wusste. Sie sprechen kurz miteinander, aber Jana macht klar: Sie will sich nicht in ein Gespr\u00e4ch verwickeln lassen. Das Wiedersehen l\u00e4uft nicht so, wie Susanne es sich erhofft hat. Sie wollte sich entschuldigen und Verst\u00e4ndnis signalisieren, aber ein so ruhiges Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren, ist ihr nicht gelungen. Zu gro\u00df war die \u00dcberraschung und Freude \u00fcber ihr zweites Enkelkind &#8211; und gleichzeitig die Verzweiflung. \u201eAls ich sie dann gesehen habe, habe ich sie angefleht, ob wir uns nicht doch, irgendwie, zu ihren Konditionen treffen k\u00f6nnten. Und da war ihre Antwort: \u201aDas ist nicht der Punkt, Mama.\u2018\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Susanne3-Abmischung-2.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\">Susannes Gedanken zum Wiedersehen an der Bushaltestelle.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eWenn Eltern auf ihre Art versuchen wollen, wieder den Kontakt herzustellen, und sich die Kinder rigoros verweigern, dann, weil die Angst zu gro\u00df ist\u201c, erkl\u00e4rt Therapeutin Stefani Kuhn. \u201eDie Angst ist zu gro\u00df bei den Kindern: Wenn ich mich wieder verletzlich zeige, wenn ich wieder auf die Mutter oder den Vater zugehe \u2013 es wird wieder wehtun, er wird das nicht verstehen.\u201c  Wenn f\u00fcr Jana tats\u00e4chlich die Einengung durch die Eltern der ausschlaggebende Grund f\u00fcr den Kontaktabbruch war, k\u00f6nnte das eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr ihre abweisende Reaktion sein: Ihre Mutter hat sie wieder eingeengt, anstatt ihr den Raum zu geben, den sie gebraucht h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Susanne war nach dem Treffen an der Bushaltestelle traurig und entt\u00e4uscht, sie hat aber erkannt, dass sie entgegen ihrem Vorsatz in alte Muster gefallen ist: \u201eEs war wieder meine Bed\u00fcrftigkeit, ich wollte etwas von ihr. Und wenn das der Punkt war, der sie weggetrieben hat, dann war das ein sehr missgl\u00fccktes Wiedersehen.\u201c Aus dem Melderegister wei\u00df sie, dass ihre Tochter mit ihrem Mann und den beiden Kindern inzwischen aus Wien weggezogen ist. Sie versucht, mit der Situation zu leben, aber der Schmerz sitzt tief \u2013 es gibt gute und schlechte Tage. Wenn sie beim Einkaufen sieht, dass Kinderkleidung im Angebot ist, muss sie an ihre Enkelkinder denken, die sie nicht kennt. \u201eOder neulich habe ich auf der Stra\u00dfe eine Frau mit zwei Kindern gesehen und dachte mir: Genauso alt. Der eine steht hinten drauf am Kinderwagen, der andere sitzt da noch drinnen. Es gibt einfach so Trigger\u201c, sie lacht etwas unbeholfen, \u201eaber meistens, meistens geht es mir gut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/for-reading-813666_1920-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4090\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/for-reading-813666_1920-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/for-reading-813666_1920-300x169.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/for-reading-813666_1920-768x432.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/for-reading-813666_1920-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/for-reading-813666_1920-1400x788.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/for-reading-813666_1920-1250x703.jpg 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/for-reading-813666_1920-400x225.jpg 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/for-reading-813666_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gl\u00fcckliche Familien, Enkelkinder im gleichen Alter &#8211; das k\u00f6nnen im Alltag Trigger f\u00fcr Susanne sein.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Funkstille: Kontaktabbruch mit Hintert\u00fcrchen<\/h2>\n\n\n\n<p>Um den Kontaktabbruch ihrer Tochter zu verarbeiten, ist Susanne mit ihrem Mann gemeinsam in Therapie. F\u00fcr den Austausch mit anderen Betroffenen hat sie mit mehreren Selbsthilfegruppen f\u00fcr verlassene Eltern Kontakt aufgenommen. Eine davon ist der Verein \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/dashausvonmorgen.at\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/dashausvonmorgen.at\/\" target=\"_blank\">Das Haus von Morgen<\/a>\u201c in Graz. Die Gr\u00fcnderin Gisela Kurath ist selbst eine verlassene Mutter. Nach ihrer Scheidung vor acht Jahren war zun\u00e4chst der Kontakt zu allen vier Kindern abgebrochen, eine ihrer T\u00f6chter m\u00f6chte bis heute nicht mit ihr sprechen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/dashausvonmorgen.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"645\" height=\"430\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Gisela-Kurath.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2492\" style=\"width:306px;height:205px\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Gisela-Kurath.jpg 645w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Gisela-Kurath-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gisela Kurath erz\u00e4hlt, die Selbsthilfegruppe habe auch ihr selbst geholfen, den Kontaktabbruch ihrer Tochter zu verarbeiten.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Idee f\u00fcr die Gr\u00fcndung der Selbsthilfegruppe kam Gisela Kurath w\u00e4hrend Gruppen-Selbsterfahrungsstunden, die sie f\u00fcr ihre Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin absolvierte. Als sie damals \u00fcber das Thema recherchierte, stellte sie eher zuf\u00e4llig fest, dass es in Deutschland und in der Schweiz schon Selbsthilfegruppen f\u00fcr verlassene Eltern gibt. \u201eBis dahin war ich der Meinung, ich bin der einzige Mensch, dem es so geht\u201c, erz\u00e4hlt sie. 2019 gr\u00fcndete sie dann den Verein \u201eDas Haus von Morgen\u201c als erste Selbsthilfegruppe f\u00fcr verlassene Eltern in \u00d6sterreich. Sie organsiert Gruppentreffen und Workshops. Der Verein fand schnell gro\u00dfen Zuspruch, inzwischen sind \u00fcber hundert Leute im Mailverteiler.  Der Name der Gruppe stammt aus einem Gedicht, das Gisela Kurath schon sehr lange begleitet:<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse has-text-align-center\"><strong>Eure Kinder<\/strong>\nEure Kinder sind nicht eure Kinder.\nSie sind die S\u00f6hne und die T\u00f6chter der Sehnsucht\ndes Lebens nach sich selber.\nSie kommen durch euch, aber nicht von euch,\nUnd obwohl sie mit euch sind, geh\u00f6ren sie euch doch nicht.\n\nIhr d\u00fcrft ihnen eure Liebe geben,\naber nicht eure Gedanken,\nDenn sie haben ihre eigenen Gedanken.\nIhr d\u00fcrft ihren K\u00f6rpern ein Haus geben,\naber nicht ihren Seelen,\nDenn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,\ndas ihr nicht besuchen k\u00f6nnt,\nnicht einmal in euren Tr\u00e4umen.\n\nIhr d\u00fcrft euch bem\u00fchen, wie sie zu sein,\naber versucht nicht, sie euch \u00e4hnlich zu machen.\nDenn das Leben l\u00e4uft nicht r\u00fcckw\u00e4rts\nnoch verweilt es im Gestern.\nIhr seid die Bogen, von denen eure Kinder\nals lebende Pfeile ausgeschickt werden.\nDer Sch\u00fctze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,\nund er spannt euch mit seiner Macht,\ndamit seine Pfeile schnell und weit fliegen.\nLa\u00dft eure Bogen von der Hand des Sch\u00fctzen auf Freude gerichtet sein;\nDenn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.\n\nKhalil Gibran\n(* 06.01.1883, \u2020 10.04.1931)<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Gisela-Audio-Gedicht_mixdown.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wie kam die Gruppe zu ihrem Namen? Gisela Kurath erz\u00e4hlt, wie sie auf dieses Gedicht gesto\u00dfen ist.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Im Fokus der Gruppe steht die Frage: Wie gehen wir mit dem Kontaktabbruch um? Damit einher geht als erstes die Frage nach dem Warum. \u201eEs gibt nat\u00fcrlich Gr\u00fcnde, aber die lassen sich nicht kommunizieren und nicht so leicht aufdecken\u201c, erkl\u00e4rt Gisela Kurath. \u201eDas sind meist ambivalente Gef\u00fchle: das Gef\u00fchl, nicht gesehen zu werden oder etwas nicht aussprechen zu k\u00f6nnen.\u201c Dabei unterscheidet sie zwischen Kontaktabbruch und Funkstille: Die Funkstille ist sozusagen der Kontaktabbruch mit Hintert\u00fcrchen. Indem man den Kontakt beendet, ohne es zum Bruch kommen zu lassen, l\u00e4sst man sich die M\u00f6glichkeit offen, vielleicht doch wieder Kontakt aufzunehmen. \u201eUnd ich glaube, dass sich Betroffene damit vor dem gro\u00dfen Bruch sch\u00fctzen. Also lieber nichts sagen, als es zum richtigen Bruch kommen lassen durch Eskalation und Worte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Susannes Tochter Jana dieses T\u00fcrchen offenh\u00e4lt und sich eines Tages wieder meldet, w\u00fcnscht sich Susanne von Herzen.&nbsp; Sie hat sich vorgenommen, dass das n\u00e4chste Wiedersehen besser verl\u00e4uft: \u201eWoran ich dann hoffentlich denke: Sie als eigenst\u00e4ndige Person zu sehen und sie so zu lassen, wie sie ist.\u201c Sie seufzt. \u201eIch glaub einfach immer dran. Irgendwann \u2013 irgendwann, vielleicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Lea, deren Mutter so tief in Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen steckt, dass eine echte Beziehung der beiden nicht mehr m\u00f6glich scheint, wird wohl vorerst in der Schwebe bleiben: irgendwo zwischen wenig Kontakt und Funkstille. Sie hat f\u00fcr sich sozusagen eine Ersatzfamilie in der Familie von Freunden gefunden, die ihre famili\u00e4re Situation kennt und sich sehr um sie k\u00fcmmert, die ihr in Krisen Halt gibt, bei der sie Weihnachten feiert. \u201eFamilie ist f\u00fcr mich schon lange nicht mehr Blut\u201c, sagt Lea. Ihre Familie sind ihre guten Freunde und Beziehungen, die sie \u00fcber viele Jahre hinweg aufgebaut hat. Trotzdem werde der Kontakt zu ihren Eltern wohl nie ganz abrei\u00dfen \u2013 so schwierig und schmerzhaft die Telefonate auch sind. Eine endg\u00fcltige Funkstille h\u00e4tten ihre Eltern nicht verdient, sagt sie. Dass sich das Verh\u00e4ltnis je wieder bessert, ist trotzdem unwahrscheinlich. \u201eIch habe festgestellt: Wenn ich mich ihr und diesem Konflikt nicht stelle, geht es mir deutlich besser.\u201c Momentan kann sie die Situation annehmen, wie sie ist, und damit leben. Auch f\u00fcr Gisela Kurath ist Akzeptanz der Schl\u00fcssel, um trotz allem ein gl\u00fcckliches Leben zu f\u00fchren und sich m\u00f6glicherweise sogar wieder n\u00e4herzukommen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Gisela-Audio-Begegnung-in-Freiheit_mixdown.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gisela Kurath beschreibt eine Metapher f\u00fcr die m\u00f6gliche Wiederann\u00e4herung.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei sich selbst bleiben \u2013 das ist f\u00fcr Gisela Kurath die Voraussetzung f\u00fcr eine gelingende Wiederann\u00e4herung: \u201eIm Au\u00dfen kann man nichts tun. Frieden finden, bei sich selbst bleiben.\u201c Es gehe um eine Begegnung in Freiheit. Auch, wenn viel Zeit vergangen ist, muss die nicht verloren sein: Zeit k\u00f6nne jeder f\u00fcr sich nutzen, um sich wieder aufzurichten. \u201eDa ist die Zeit daf\u00fcr, seine eigenen Konturen irgendwie scharf zu machen: ich im Verh\u00e4ltnis zur Welt. Und wenn ich damit klar bin, und der andere auch klar ist, dann kann ich vielleicht die T\u00fcr aufmachen und sagen: Sch\u00f6n, dass du da bist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Tuer-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1921\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Tuer-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Tuer-300x200.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Tuer-768x512.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Tuer-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Tuer-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Tuer-1400x933.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&#8222;Familie ist da, wo Liebe ist&#8220; &#8211; das sagt die 18-j\u00e4hrige Clara, die mit zwei lesbischen M\u00fcttern aufgewachsen ist. Lesen Sie <a href=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/familie-ist-da-wo-liebe-ist\/\">hier<\/a> den Beitrag von Anette Benner \u00fcber Clara und ihre Familie.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n<script language='javascript' type='text\/javascript'>function getWR360PopupSkin(){return 'light_clean';}<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Menschen den Kontakt zu ihrer Familie abbrechen, bleiben die Verlassenen hilflos zur\u00fcck. 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