{"id":296,"date":"2021-07-15T09:14:25","date_gmt":"2021-07-15T07:14:25","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/?p=296"},"modified":"2021-08-30T18:09:16","modified_gmt":"2021-08-30T16:09:16","slug":"wahlkampf-auf-distanz-wie-das-virus-die-politik-veraendert-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wahlkampf-auf-distanz-wie-das-virus-die-politik-veraendert-hat\/","title":{"rendered":"Distanz-Demokratie"},"content":{"rendered":"\n<p>Superwahljahr 2021: Kontroverse Parteitage in vollen Hallen, pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che zwischen Politiker:innen und B\u00fcrger:innen am Wahlkampfstand und hitzige Debatten zwischen Kandidat:innen. Diese Assoziationen ruft der Begriff Superwahljahr unter normalen Umst\u00e4nden hervor. Aber: Normalit\u00e4t ist relativ. Anhaltende Distanzgebote und immer neue Herausforderungen haben die Art und Weise, wie Politik gemacht wird, ver\u00e4ndert. Wo und wie macht sich das bemerkbar? Und wie funktioniert Politik auf Distanz?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/03-Schaetzl-Johannes-664x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-868\" width=\"190\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/03-Schaetzl-Johannes-664x1024.jpg 664w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/03-Schaetzl-Johannes-195x300.jpg 195w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/03-Schaetzl-Johannes-768x1184.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/03-Schaetzl-Johannes-996x1536.jpg 996w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/03-Schaetzl-Johannes-1328x2048.jpg 1328w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/03-Schaetzl-Johannes-1400x2159.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/03-Schaetzl-Johannes-scaled.jpg 1660w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><figcaption>Johannes Sch\u00e4tzl<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Johannes Sch\u00e4tzl ist 28 Jahre alt und kandidiert dieses Jahr bei der Bundestagswahl als Direktkandidat der SPD f\u00fcr den Wahlkreis Passau. Es ist nicht der erste Wahlkampf, an dem er teilnimmt. Seit 2014 sitzt er f\u00fcr die Sozialdemokraten im Hauzenberger Stadtrat. Zuvor arbeitete er vier Jahre f\u00fcr den ehemaligen Bundestagsabgeordneten der SPD in Passau, Christian Flisek. Trotzdem: Politische Zeiten, wie wir sie aktuell erleben, sind auch f\u00fcr den 28-J\u00e4hrigen neu. \u201eIch glaube, dass sich grunds\u00e4tzlich alles in der Politik ge\u00e4ndert hat in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist es tats\u00e4chlich die N\u00e4he, die fehlt, gerade im Wahlkampf. Und das zweite, was sich ge\u00e4ndert hat, ist, dass sich die Themenschwerpunkte verschoben haben\u201c, erkl\u00e4rt Sch\u00e4tzl. In letzter Zeit habe es au\u00dfer Corona kaum ein anderes Thema gegeben. Das sei jedoch logisch, denn \u201eda h\u00e4ngen ja auch viele pers\u00f6nliche Schicksale dran\u201c. Wichtig ist laut Sch\u00e4tzl, dass man die Situation so annimmt, wie sie ist. Diese sei weder besser noch schlechter, sondern anders. Und es stelle sich die Frage, wie man damit umgehe. Ihn pers\u00f6nlich hat Corona nicht von seiner Entscheidung zu kandidieren abgehalten: \u201eIch habe genau gewusst, worauf ich mich einlasse. Das war ja absehbar letztes Jahr.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"uagb-heading-text has-medium-font-size wp-block-heading\">Vergr\u00f6\u00dfert sich die Distanz zwischen Politik und B\u00fcrger:innen?<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-584\" width=\"259\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto-300x225.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto-768x576.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto-1400x1050.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><figcaption>Uwe Jun<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Corona-Pandemie hat die Konzentration auf die Exekutive verst\u00e4rkt. Das stellt Uwe Jun fest, Professor f\u00fcr Politikwissenschaft an der Universit\u00e4t Trier. Es habe sich ein f\u00fcr Krisenzeiten typisches Verhalten seitens vieler B\u00fcrger:innen beobachten lassen: Sie versammelten sich hinter der Exekutive und unterst\u00fctzten deren politische Entscheidungen, besonders zu Beginn der Pandemie. Mit der Zeit seien aber Skepsis und Kritik an der Politik gewachsen, nicht zuletzt wegen der nur z\u00f6gerlich anlaufenden Impfkampagne und der Masken-Aff\u00e4re innerhalb der Union, erkl\u00e4rt Uwe Jun. Ob das Vertrauen in die Politik beziehungsweise deren Glaubw\u00fcrdigkeit nachhaltig abgenommen habe, l\u00e4sst sich laut dem Politikwissenschaftler noch nicht abschlie\u00dfend sagen. Eine Sache lasse sich aber schon l\u00e4nger beobachten: \u201eWir erleben auch, dass ein Teil der Bev\u00f6lkerung sich gegen\u00fcber demokratischen Akteuren skeptisch verh\u00e4lt oder eine gewisse Grunddistanz gegen\u00fcber der Demokratie aufweist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wie zufrieden sind Menschen in Deutschland mit der Demokratie und den politischen Akteur:innen? Zu diesem Thema hat die Friedrich-Ebert-Stiftung 2019 eine <a href=\"https:\/\/www.fes.de\/studie-vertrauen-in-demokratie\">Studie<\/a> ver\u00f6ffentlicht mit dem Titel \u201eVertrauen in die Demokratie. Wie zufrieden sind die Menschen in Deutschland mit Regierung, Staat und Politik?\u201c. Der ern\u00fcchternde Kernbefund: Weniger als die H\u00e4lfte der Menschen gab an, zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie zu sein. Au\u00dferdem springt ein weiteres Ergebnis ins Auge: Die Autoren fanden heraus, dass es erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Zufriedenheit zwischen Ost und West gibt. W\u00e4hrend in den westlichen Bundesl\u00e4ndern fast die H\u00e4lfte der Menschen angab, zufrieden zu sein, war es in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern lediglich gut ein Drittel. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:10%\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:80%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"371\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zufriedenheit-mit-dem-Funktionieren-der-Demokratie-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-954\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zufriedenheit-mit-dem-Funktionieren-der-Demokratie-1.png 600w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zufriedenheit-mit-dem-Funktionieren-der-Demokratie-1-300x186.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\">eigene Darstellung, Datenquelle: Friedrich-Ebert Stiftung\/ Universit\u00e4t Bonn 2019<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:10%\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/165215387_211930620723816_1417106639339065841_n.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-585\" width=\"251\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/165215387_211930620723816_1417106639339065841_n.jpg 666w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/165215387_211930620723816_1417106639339065841_n-300x300.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/165215387_211930620723816_1417106639339065841_n-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 251px) 100vw, 251px\" \/><figcaption>Henriette Quade<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dieses Ergebnis deckt sich mit den Erfahrungen, die Henriette Quade in ihrem Wahlkreis Halle in Sachsen-Anhalt seit einiger Zeit und besonders zuletzt im Wahlkampf gemacht hat. \u201eWir haben in Sachsen-Anhalt seit vielen Jahren ein Problem mit Vertrauen in Demokratie, in demokratische Abl\u00e4ufe, Prozesse und Institutionen. Das ist seit einiger Zeit zu beobachten und das ist ein riesiges Problem, das sp\u00fcrt man auch am Wahlstand\u201c, berichtet die stellvertretenden Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag. Durch die Pandemie sei dieses Verh\u00e4ltnis noch distanzierter geworden. Henriette Quade hat den Eindruck, dass die Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber der Wahl noch gr\u00f6\u00dfer geworden ist. Bei vielen Menschen habe sich das Gef\u00fchl eingestellt, dass Ver\u00e4nderungen mit nichts Positivem verbunden sind. Mehr Eindr\u00fccke von Henriette Quade und zwei weiteren Kandidat:innen vom Wahlkampf aus Sachsen-Anhalt gibt es im Podcast zu h\u00f6ren. Anders ist der Eindruck von Johannes Sch\u00e4tzl. Er habe nicht den Eindruck, das Verh\u00e4ltnis zwischen B\u00fcrger:innen und Politik sei durch Corona distanzierter geworden, im Gegenteil: \u201eIch habe eher das Gef\u00fchl, die Leute suchen jetzt das Gespr\u00e4ch\u201c, schildert der 28-J\u00e4hrige Erlebnisse aus seinem Wahlkreis. Das Verh\u00e4ltnis zu einigen Menschen sei sogar intensiver geworden, vielleicht auch, weil durch die pl\u00f6tzlich fehlende N\u00e4he das Bed\u00fcrfnis nach Informationen gr\u00f6\u00dfer geworden sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Von wissenschaftlicher Seite aus l\u00e4sst sich erst in den n\u00e4chsten zwei, drei Jahren final sagen, ob sich bereits vor Corona einsetzende Entwicklungen weiter fortgesetzt haben. \u201eEs ist zu erwarten, dass sich zumindest bei den Teilen der Bev\u00f6lkerung, die ihre Skepsis schon vorher hatten, die Distanz zur Demokratie nicht weiter verringert hat. Ob aber die Zahl der Gruppen gr\u00f6\u00dfer geworden ist, das k\u00f6nnen wir im Moment noch nicht sagen\u201c, bilanziert Politikwissenschaftler Uwe Jun.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background\" style=\"background-color:#2eb8d8;color:#2eb8d8\"\/>\n\n\n\n<h5 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Wahlkampf in Sachsen-Anhalt &#8211; Drei Kandidat:innen erz\u00e4hlen<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/final-pueodcast.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background\" style=\"background-color:#2eb8d8;color:#2eb8d8\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Wahlkampf in Zeiten von Kontaktbeschr\u00e4nkungen und Distanzgeboten<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Blick zur\u00fcck. In diesem Jahr haben bereits drei Landtagswahlen stattgefunden. Den Auftakt machten die Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-W\u00fcrttemberg am 14. M\u00e4rz. Es folgte die Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni. Alle drei Wahlen teilen Gemeinsamkeiten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Sie fanden entweder vollst\u00e4ndig (Rheinland-Pfalz und Baden-W\u00fcrttemberg) oder teilweise (Sachsen-Anhalt) unter pandemischen Bedingungen statt und stellten so alle Beteiligten vor Herausforderungen.<\/li><li>Bei allen drei Wahlen konnten sich der Amtsinhaber oder die Amtsinhaberin durchsetzen und die Wahl gewinnen.<\/li><li>In jedem Bundesland mussten sich die Kandidat:innen und ihre Teams Ideen und neue Formate einfallen lassen, um wegfallende analoge und klassische Wahlkampf-Formate ins Digitale zu \u00fcbersetzen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"300\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/3M4A5683-2-200x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-638\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/3M4A5683-2-200x300.jpg 200w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/3M4A5683-2-683x1024.jpg 683w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/3M4A5683-2-768x1152.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/3M4A5683-2-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/3M4A5683-2-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/3M4A5683-2-1400x2100.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/3M4A5683-2-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption>Mathias Richel<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ein Mann, der in Rheinland-Pfalz ganz nah dran war am Wahlkampf, ist Mathias Richel. Der 40-J\u00e4hrige ist Mitgr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Agentur <em>Richel, Stauss<\/em> in Berlin, die sich auf strategische politische Kommunikation spezialisiert hat. 2018 gr\u00fcndete er mit Frank Stauss die Agentur, die seither unter anderem den Europawahlkampf der SPD 2019 organisiert hat oder den Landtagswahlkampf der Hamburger SPD im letzten Jahr. Richel und sein Team waren auch die K\u00f6pfe hinter der Wahlkampfstrategie der Sozialdemokraten um Malu Dreyer. Aus erster Hand haben er und seine Mitarbeiter erlebt, wie Wahlkampf unter Pandemie-Bedingungen abl\u00e4uft. Idealerweise, erz\u00e4hlt Mathias Richel, beginnt man mit der Planung einer Wahlkampagne eineinhalb bis zwei Jahre vor der Wahl. Diese Zeit wird in der Regel f\u00fcr Forschung genutzt und daf\u00fcr, politische Themen zu setzen, um ein \u201eGrundrauschen\u201c zu erzeugen. Es habe sich aber schnell gezeigt, dass Corona den Wahlkampf bestimmen w\u00fcrde, zumindest inhaltlich und thematisch, dennoch: \u201eWie wir Malu Dreyer inszeniert haben, das war fast pandemisch unabh\u00e4ngig\u201c, berichtet Richel. Erfahrungen von vergangenen Wahlen zeigen, dass Amtsinhabende in der Regel immer einen Vorteil haben. Sie verf\u00fcgen bereits \u00fcber Bekanntheit \u2013 was nicht hei\u00dfen muss, dass die jeweilige Person bei allen beliebt ist. Dennoch ist es f\u00fcr solche Personen in der Regel leichter, (mediale) Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. H\u00e4ufig ist dann vom \u201eAmtsinhaber-Bonus\u201c die Rede. Bei allen drei Landtagswahlen dieses Jahr hat sich dieser Eindruck best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Richel und die SPD haben in Rheinland-Pfalz neben digitalen Formaten wie der \u201eWIR-MIT-IHR-Tour\u201c trotz allem weiterhin auf klassische analoge Formen der Wahlwerbung gesetzt. Ein Beispiel daf\u00fcr war das <a href=\"https:\/\/www.spd-rlp.de\/web\/malu-magazin\/\">Malu-Magazin<\/a>&nbsp;\u2013 ein gedrucktes Heft, in dem es nicht vorwiegend um komplexe politische Streitfragen ging, sondern eher um \u201eleichte Themen\u201c wie Mathias Richel es nennt. Die \u00dcberlegung hinter dem Magazin: Den Leuten neben den ganzen Online-Formaten und Zoom-Sitzungen, die sie sowieso schon im Alltag begleiten, etwas Pers\u00f6nliches in den Briefkasten zu legen. Ganz nach dem rheinland-pf\u00e4lzischen Motto \u201eNah bei de Leut\u201c. Zur Wirkung des Magazins k\u00f6nne er nichts sagen, aber es sei auf jeden Fall \u201eeine starke Unterst\u00fctzung\u201c gewesen, um weiterhin pr\u00e4sent zu sein bei den W\u00e4hler:innen, erkl\u00e4rt der Wahlkampfexperte. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-left is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Ich habe auf Bauzaun-Bannern die Nummer eines Zweithandys von mir ver\u00f6ffentlicht. So konnten die Leute mich anrufen und das wurde auch rege genutzt.&#8220;<\/p><cite>Johanna Engel<\/cite><\/blockquote>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/element-engel-bauzaun-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-642\" width=\"436\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/element-engel-bauzaun-2.jpg 967w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/element-engel-bauzaun-2-300x169.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/element-engel-bauzaun-2-768x434.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 436px) 100vw, 436px\" \/><figcaption>Bauzaun-Banner von Johanna Engel<\/figcaption><\/figure><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Nicht nur die rheinland-pf\u00e4lzische SPD hat sich Ideen einfallen lassen, um fehlende Gespr\u00e4che am Wahlkampfstand aufzufangen. Die drei Spitzenkandidaten der Mainzer CDU beispielsweise haben sich \u00fcber einen Computer-Bildschirm auf dem Domplatz zugeschaltet und so versucht, mit den Menschen ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Und die Spitzenkandidatin der Gr\u00fcnen in Sachsen-Anhalt, Cornelia L\u00fcddemann, hat im Rahmen des Formats \u201eDigitales Town Hall Meeting\u201c Fragen beantwortet, die Zuschauer:innen live im Chat stellen konnten. Einen ganz anderen Weg hat Johanna Engel, Kandidatin der FDP in Sachsen-Anhalt, f\u00fcr sich gew\u00e4hlt: \u201eIch bin noch einen Schritt weitergegangen. Ich habe auf Bauzaun-Bannern die Nummer eines Zweithandys von mir ver\u00f6ffentlicht. So konnten die Leute mich anrufen und das wurde auch rege genutzt muss ich sagen\u201c, erz\u00e4hlt die 23-j\u00e4hrige Medizinstudentin. Aber aller innovativen Formate zum Trotz: Wahlplakate sind nach wie vor ein wichtiges Mittel. Es sei zwar \u201enicht so cool, das in einer volldigitalisierten Welt zu sagen\u201c, so Mathias Richel, aber die Forschung zeige, dass f\u00fcr viele Menschen der Wahlkampf \u00fcberhaupt erst beginne, wenn die ersten Wahlplakate h\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen seiner Reihe \u201e<a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/landtagswahl\/frage-der-woche-digitaler-wahlkampf-kommt-kaum-an100.html\">MDRfragt<\/a>\u201c hat der MDR zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 5.800 Menschen befragt, durch welche Formate sie sich bisher angesprochen gef\u00fchlt haben von den Parteien. Die (nicht repr\u00e4sentativen) Ergebnisse best\u00e4tigen die Einsch\u00e4tzung von Richel. Fast 70 Prozent der Befragten gaben an, durch Wahlplakate von den Parteien erreicht worden zu sein, gut die H\u00e4lfte durch Infomaterial im Briefkasten. Dagegen haben sich durch Live-Formate und Social Media nur rund 20 Prozent erreicht gef\u00fchlt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:0.1%\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:99.8%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1117\" height=\"399\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Mit-welchen-Formaten-haben-die-Parteien-die-Menschen-erreicht_-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-970\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Mit-welchen-Formaten-haben-die-Parteien-die-Menschen-erreicht_-1.png 1117w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Mit-welchen-Formaten-haben-die-Parteien-die-Menschen-erreicht_-1-300x107.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Mit-welchen-Formaten-haben-die-Parteien-die-Menschen-erreicht_-1-1024x366.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Mit-welchen-Formaten-haben-die-Parteien-die-Menschen-erreicht_-1-768x274.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1117px) 100vw, 1117px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\">eigene Darstellung, Datenquelle: MDRfragt \u2013 das Meinungsbarometer f\u00fcr Mitteldeutschland 2021<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:0.1%\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/image0-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-589\" width=\"288\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/image0-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/image0-300x200.jpeg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/image0-768x512.jpeg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/image0-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/image0-2048x1366.jpeg 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/image0-1400x934.jpeg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><figcaption>Tim Te\u00dfmann<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Diese Zahlen m\u00f6gen vielleicht f\u00fcr den einen oder die andere \u00fcberraschend sein in Zeiten, in denen sich viele Bereiche des Lebens in den digitalen Raum verschoben haben \u2013 nicht aber f\u00fcr Tim Te\u00dfmann. Der CDU-Politiker ist 31 Jahre alt und wird nach der diesj\u00e4hrigen Wahl als j\u00fcngster Abgeordneter in den Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen. Auch er hat in seinem Wahlkampf besonders auf Wahlplakate und Flyer gesetzt. Insgesamt haben er und einige Helfer 25.000 Flyer verteilt, in jeden Briefkasten des Wahlkreises. \u201eMein Anspruch war es, in jedem kleinen Dorf gewesen zu sein und mindestens einmal dort einen Flyer in die Briefk\u00e4sten zu werfen \u2013 zwei Wochen vor der Wahl waren wir durch\u201c, erz\u00e4hlt der 31-J\u00e4hrige. Ansonsten habe er auf Werbung in Zeitungen gesetzt und auch ein Image-Video produzieren lassen. Die Resonanz der Leute beschreibt Te\u00dfmann als gut, besonders auf die Werbung in den Briefk\u00e4sten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-left is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Das ist nicht gut, das macht keinen Spa\u00df und es ist wahnsinnig schwierig.&#8220;<\/p><cite>Mathias Richel<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mathias Richel hofft, dass Rheinland-Pfalz und Baden-W\u00fcrttemberg die einzigen voll-pandemischen Wahlk\u00e4mpfe bleiben, denn: \u201eDas ist nicht gut, das macht keinen Spa\u00df und es ist wahnsinnig schwierig.\u201c Es habe sich gezeigt, wie wichtig der Kontakt zu Menschen sei und wie m\u00fchselig, diese fehlende N\u00e4he zu kompensieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Der Faktor Social Media<\/h2>\n\n\n\n<p>Trotz der nach wie vor gro\u00dfen Bedeutung von beispielsweise Wahlplakaten kann man konstatieren: Social Media nimmt nicht nur in unserem t\u00e4glichen Leben eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle ein, sondern auch in der politischen Kommunikation. Parteien nutzen die Sozialen Netzwerke genauso wie Politiker:innen, die sich dann h\u00e4ufig von ihrer privateren Seite zeigen, besonders auf der Plattform Instagram. In der Pandemie bietet Social Media die M\u00f6glichkeit, W\u00e4hler:innen auf einer pers\u00f6nlicheren Ebene anzusprechen, wenn schon kein direkter Kontakt beziehungsweise nur eingeschr\u00e4nkter Kontakt m\u00f6glich ist. Das f\u00e4llt allerdings nicht allen Politiker:innen leicht. Viele sehen sich im Zwiespalt zwischen einerseits pr\u00e4sent sein und Kontakt zu B\u00fcrger:innen herstellen und andererseits nicht zu viel Privates von sich preisgeben zu wollen. Auch Johannes Sch\u00e4tzl, der Bundestagskandidat, hat damit Probleme, wie er zugibt. \u201eIch bin nicht gut darin, mein privates Leben den ganzen Tag zu teilen. Ich mag das nur sehr beschr\u00e4nkt und ich habe auch keine Lust, den ganzen Tag alles von mir preiszugeben.\u201c Er habe f\u00fcr sich beschlossen, ab und zu mal ein privateres Foto von sich zu posten, aber das werde die Ausnahme bleiben. Dem SPD-Kandidat ist bewusst, dass seine Accounts mehr Erfolg h\u00e4tten, w\u00fcrde er privatere Fotos ver\u00f6ffentlichen. Aber er wolle sich nicht verstellen, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n\n\n\n<p><em>[slideshow_deploy id=&#8217;3803&#8242;]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:11px\">Instagram-Accounts im Vergleich, von links: Johanna Engel, Tim Te\u00dfmann, Henriette Quade &amp; Johannes Sch\u00e4tzl<\/p>\n\n\n\n<p>In den Augen von Mathias Richel, dessen Expertise vor allem im Digitalen liegt, ist es vor allem wichtig, sich zwei Fragen zu stellen, wenn es um das gezielte Einsetzen von Social Media als Werbestrategie geht: Wen m\u00f6chte man erreichen? Und was erwarten die Menschen von einem? Insbesondere Parteien seien keine \u201eLifestyle-Marken\u201c und auch keine \u201eFreunde\u201c. Stattdessen sollte man den Menschen das Gef\u00fchl vermitteln, dass ihre Anliegen ernst genommen werden. \u201eWenn man sich der Rolle bewusst ist, ist es leicht, Formate zu finden, die nicht anbiedernd sind\u201c, erkl\u00e4rt er. Wichtig sei au\u00dferdem, dass Social Media zun\u00e4chst einmal Organisationsraum und nicht Kommunikationsraum sei f\u00fcr Parteien. Laut dem Experten geht es f\u00fcr diese zuerst darum, die eigenen Anh\u00e4nger:innen zu mobilisieren, die dann wiederum W\u00e4hler:innen anwerben. Viele Parteien h\u00e4tten das erst sp\u00e4t verstanden, mit einer Ausnahme: \u201eDie AfD ist die erfolgreichste Internet-Partei, die wir haben\u201c, konstatiert Richel. Dabei profitiere die Partei auch davon, dass sie verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig jung sei. F\u00fcr etabliertere Parteien sei es schwieriger, diese neuen Mittel in bestehende Strukturen zu implementieren. \u201eAber\u201c, so Richel, \u201ealle anderen Parteien haben massiv aufger\u00fcstet, gerade in der internen Mitgliederkommunikation, was Social Media angeht\u201c. Ohnehin seien die Sozialen Medien aufgrund des ver\u00e4nderten Mediennutzungsverhaltens der Menschen nicht mehr aus der Politik wegzudenken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Digitale Formate und die Hoffnung auf neue Zielgruppen<\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht endg\u00fcltig ist bisher gekl\u00e4rt, ob digitale Formate das Potenzial bieten, mehr und vor allem auch neue Personenkreise zu adressieren. Also: Sorgen digitale Veranstaltungen daf\u00fcr, dass Hemmschwellen abgebaut werden und sich Leute f\u00fcr politische Themen interessieren, die sich vorher eher distanziert zur Politik verhalten haben? Oder ist es nicht vielmehr so, dass man sich auch online in den immer gleichen Kreisen bewegt und sich dort vor allem diejenigen interessiert zeigen, die im Analogen ohnehin schon politisch partizipieren?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-left is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Ich glaube, es kostet \u00dcberwindung in diese digitalen R\u00e4ume zu gehen, weil man damit eine Art Commitment eingeht.&#8220;<\/p><cite>Uwe Jun<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Laut Uwe Jun ist die Zahl der Menschen, die sich in virtuelle R\u00e4ume begeben, um sich dort politisch zu informieren, bisher verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig eher gering. Zwar seien Hemmschwellen niedriger geworden \u2013 so entfallen beispielsweise lange Anfahrtswege zu Veranstaltungen \u2013 dennoch machten nach bisherigen Erkenntnissen wenige Menschen davon Gebrauch, berichtet der Politikwissenschaftler. Aus der Forschung wei\u00df man bereits, dass es sich bei Personen, die sich digital zuschalten, meist um Stammw\u00e4hler:innen handelt oder Menschen, die der entsprechenden Person beziehungsweise Partei ohnehin schon positiv gegen\u00fcber eingestellt sind. \u201eSkeptiker findet man eher selten in diesen Runden\u201c, fasst Uwe Jun zusammen. F\u00fcr Rheinland-Pfalz konnte er beobachten, dass Menschen, die politisch noch nicht entschieden waren, die digitalen Angebote eher nicht genutzt haben. Die Politik habe zwar versucht, die wegfallende interpersonale und direkte Kommunikation durch Internetkommunikation aufzufangen, aber zuf\u00e4lliger Kontakt sei so gar nicht m\u00f6glich gewesen. \u201eIch glaube, es kostet \u00dcberwindung in diese digitalen R\u00e4ume zu gehen, weil man damit eine Art Commitment eingeht\u201c, erkl\u00e4rt Jun. \u201eEs betrifft auch in erster Linie die j\u00fcngere Bev\u00f6lkerung und weniger die \u00e4ltere Bev\u00f6lkerung, die \u00fcberhaupt an diesen Aktivit\u00e4ten teilnimmt.\u201c F\u00fcr \u00e4ltere Menschen seien nach wie vor die traditionellen Medien, insbesondere das Fernsehen, Leitmedien.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background\" style=\"background-color:#2eb8d8;color:#2eb8d8\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Audio-Mathias-Richel_01.mp3\"><\/audio><figcaption>Mathias Richel zu sinkenden Hemmschwellen <br>durch digitale Formate<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background\" style=\"background-color:#2eb8d8;color:#2eb8d8\"\/>\n\n\n\n<p>Johannes Sch\u00e4tzl zieht nach seinen ersten Erfahrungen mit Online-Wahlveranstaltungen eine positive Bilanz: \u201eEs waren im Schnitt immer 40 bis 45 Leute, die live dabei waren. Und nach dem Video waren es mehr als 600 Leute, die das Video mehr als eine Minute angeschaut haben. Das w\u00fcrde ich in Pr\u00e4senz nicht schaffen. Das hei\u00dft, das hat einfach schon einen gewissen Reiz, das so abzuhalten.\u201c Entscheidend ist seiner Meinung nach vor allem der Mehrwert einer Veranstaltung f\u00fcr die Menschen. F\u00fcr die Zukunft geht Sch\u00e4tzl davon aus, dass manche digitale Formate auch weiterhin stattfinden werden. Er pers\u00f6nlich setzt f\u00fcr seinen Wahlkampf auf eine hybride Form zwischen digitalen und analogen Veranstaltungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Die Briefwahl<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/46998560584_5a60af1881_o-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-621\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/46998560584_5a60af1881_o-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/46998560584_5a60af1881_o-300x200.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/46998560584_5a60af1881_o-768x512.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/46998560584_5a60af1881_o-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/46998560584_5a60af1881_o-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/46998560584_5a60af1881_o-1400x933.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Symbolbild: Briefwahlunterlagen ausf\u00fcllen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Corona-Pandemie hat sich nicht nur auf das Verh\u00e4ltnis zwischen Teilen der Bev\u00f6lkerung und der Politik beziehungsweise Politiker:innen ausgewirkt und auf den Wahlkampf, sondern auch auf die Art der Stimmabgabe. Bereits seit Jahren beobachten Forscher:innen, dass der Anteil der Briefwahlstimmen gemessen an der Gesamtzahl abgegebener Stimmen bei der Bundestagswahl stetig steigt. Waren es 2005 noch 18,7 Prozent, die ihre Stimme per Brief abgaben, lag dieser Anteil 2017 bereits bei 28,6 Prozent. Die Distanzgebote und Abstandsregeln der vergangenen Monate haben daf\u00fcr gesorgt, dass bei allen drei Landtagswahlen ein enormer Anstieg der Briefwahlstimmen zu beobachten war. In Baden-W\u00fcrttemberg stieg der Anteil der Briefw\u00e4hler:innen auf \u00fcber 50 Prozent. In Rheinland-Pfalz verdoppelte sich der Anteil auf rund 66 Prozent. In Sachsen-Anhalt war die Corona-Situation bereits entspannter am Wahltag. Dennoch hat sich auch dort der Anteil von fast 14 auf gut 29 Prozent gesteigert.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:0.1%\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:99.8%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"682\" height=\"401\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Anteil-der-Briefwaehler_innen-bei-Bundestagswahlen-seit-1957.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-965\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Anteil-der-Briefwaehler_innen-bei-Bundestagswahlen-seit-1957.png 682w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Anteil-der-Briefwaehler_innen-bei-Bundestagswahlen-seit-1957-300x176.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 682px) 100vw, 682px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\">eigene Darstellung, Datenquelle: Bundeswahlleiter 2017<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:0.1%\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p> In der Vergangenheit, das zeigt die Forschung, haben von der Briefwahl vor allem zwei Parteien profitiert \u2013 die Gr\u00fcnen und die Union. W\u00e4hrend Anh\u00e4nger:innen der Union ihre Stimmabgabe vor allem als \u201eB\u00fcrgerpflicht\u201c wahrnehmen, ist es bei den Gr\u00fcnen vor allem das politische Interesse, was die Motivation zur Briefwahl erh\u00f6ht, erkl\u00e4rt Uwe Jun. Wenn sich nun aber, wie zu sehen, die Grundgesamtheit der W\u00e4hler:innen und die der Briefw\u00e4hler:innen st\u00e4rker \u00fcberlappt, dann wird der Vorteil f\u00fcr diese beiden Parteien eher kleiner. Das hei\u00dft, bisher ist die Wahlbeteiligung durch die Briefwahl insgesamt gesehen nicht angestiegen (so auch bei den Landtagswahlen zu beobachten).   <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-uagb-info-box uagb-infobox__outer-wrap uagb-block-e7617660\"><div class=\"uagb-infobox__content-wrap uagb-infobox uagb-infobox-has-image uagb-infobox-icon-above-title uagb-infobox-image-valign-top uagb-infobox-enable-border-radius \"><div class=\"uagb-ifb-left-right-wrap\"><div class=\"uagb-ifb-content\"><div class=\"uagb-ifb-image-icon-content uagb-ifb-imgicon-wrap\"><div class=\"uagb-ifb-image\"><div class=\"uagb-ifb-image-content\"><img decoding=\"async\" class=\"uagb-ifb-img-src\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Fact-Snack-150x150.png\" alt=\"\"\/><\/div><\/div><\/div><div class=\"uagb-ifb-title-wrap\"><span class=\"uagb-ifb-title-prefix\">Lichteblau &amp; Wagner 2019<\/span><h3 class=\"uagb-ifb-title\">Der Briefw\u00e4hler<\/h3><\/div><div class=\"uagb-ifb-separator-parent\"><div class=\"uagb-ifb-separator\"><\/div><\/div><div class=\"uagb-ifb-text-wrap\"><p class=\"uagb-ifb-desc\"><strong>Sozio-\u00f6konomische Merkmale:<\/strong><br>h\u00f6her gebildet &amp; politisch interessiert<br>gr\u00f6\u00dferer Anteil an Angestellten &amp; Selbstst\u00e4ndigen als unter Urnenw\u00e4hler:innen<br>geringerer Anteil ostdeutscher W\u00e4hler:innen<br>h\u00f6here Demokratiezufriedenheit<br><br><strong>Zeitpunkt der Wahlentscheidung:<\/strong><br>25 Prozent entscheiden sich Wochen vor der Wahl.<br>-&gt; entscheiden sich generell fr\u00fcher als Urnenw\u00e4hler:innen<\/p><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Stattdessen haben viele Menschen, die bisher an der Wahlurne ihre Stimme abgegeben haben, nun die Briefwahl als Alternative f\u00fcr sich entdeckt. \u201eViele sehen, dass Briefwahl eine gewisse Normalit\u00e4t hat, was vorher noch als ungew\u00f6hnlich dargestellt wurde\u201c, beschreibt der Politikwissenschaftler diese Entwicklung. F\u00fcr die Bundestagswahl rechnet Uwe Jun zwar mit einer h\u00f6heren Briefwahl-Quote als bei bisherigen Wahlen, allerdings in Anbetracht der entspannteren Corona-Lage mit einem weniger deutlichen Anstieg.  <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Folgen der Distanz f\u00fcr Parteien<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Corona-Pandemie hat auch in der Parteiarbeit Spuren hinterlassen. Henriette Quade, die f\u00fcr die Linken im Landtag in Sachsen-Anhalt sitzt, berichtet, dass das Digitale einiges erschwert hat. \u201eEs ist schwerer, ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Masse zu bekommen und zu entwickeln, wenn R\u00fcckkopplungsrunden und Basistreffen entfallen\u201c, erz\u00e4hlt die Oppositionspolitikerin. Auch Johannes Sch\u00e4tzl findet, dass digitale Formate nur in Teilen f\u00fcr die politische Arbeit funktionieren. So k\u00f6nne man nicht-kontroverse Themen zwar gut in digitalen Treffen besprechen, \u201eaber wirkliche Stadtratsarbeit funktioniert so nicht\u201c, sagt der 28-J\u00e4hrige. Politische Arbeit lebe auch vom kurzfristigen Austausch und davon, \u201eauch mal eine Minute ein Vieraugengespr\u00e4ch zu f\u00fchren\u201c. Ohne Zweifel haben die digitalen Treffen auch Vorteile, beispielsweise weniger Ortsgebundenheit oder leichterer Zugang f\u00fcr Personen, die ein geringes Zeitbudget haben. Trotzdem: \u201eDas ver\u00e4ndert das Binnenleben einer Partei und nimmt ein bisschen die Lust auf den sozialen Aspekt, den so ein Parteileben hat\u201c, merkt auch Politikwissenschaftler Jun an. Insgesamt machten die fehlenden pers\u00f6nlichen Treffen alles etwas formeller und an der ein oder anderen Stelle auch \u201esteriler\u201c. Sowohl Jun als auch Henriette Quade und Johannes Sch\u00e4tzl sind aber der Meinung, dass sich manche Formate auch f\u00fcr die Zukunft bew\u00e4hrt haben. Die Vorteile h\u00e4tten sich in den letzten Monaten gezeigt und Hybridformate seien k\u00fcnftig auch denkbar. Es bleibe aber eine Herausforderung: Wer an solchen digitalen Veranstaltungen teilnehmen m\u00f6chte, braucht einen zuverl\u00e4ssigen Internetzugang. Und in dieser Hinsicht, so schildert es der studierte Informatiker Sch\u00e4tzl, g\u00e4be es noch gro\u00dfen Nachholbedarf \u2013 trotz Digitalisierungsschub in den vergangenen Monaten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">R\u00fcckkehr zur &#8222;N\u00e4he-Demokratie&#8220;?<\/h2>\n\n\n\n<p>Was bleibt nun nach eineinhalb Jahren Politik auf mal mehr und mal weniger gro\u00dfe Distanz? Es hat sich gezeigt, dass Corona auf vielen Ebenen Spuren hinterlassen hat. Teilweise war von einer fortschreitenden Distanzierung von Teilen der Bev\u00f6lkerung die Rede. Ob dieser Prozess jedoch durch Corona verst\u00e4rkt wurde oder nicht, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschlie\u00dfend beantwortet werden. Klar ist aber geworden: Fehlender direkter Kontakt und pers\u00f6nliche N\u00e4he stellen insbesondere die Kandidat:innen vor gro\u00dfe Herausforderungen. Digitale Formate und Social Media k\u00f6nnen zwar helfen, sind aber kein ad\u00e4quater Ersatz f\u00fcr pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che mit den Menschen. Und aus der Perspektive der Wahlkampfstrategen l\u00e4sst sich festhalten: Pandemischer Wahlkampf ist schwierig und bringt besondere Herausforderungen mit sich. Die Distanz hat sich auch dort stellenweise negativ ausgewirkt und das soziale Miteinander erschwert. Dennoch: Es gibt auch Dinge, die gut gelaufen sind und auf die man in Zukunft zur\u00fcckgreifen kann. Digitale Formate k\u00f6nnen als Erg\u00e4nzung bleiben und bieten die Chance f\u00fcr die Politik, sich auch in digitalen R\u00e4umen an Menschen zu richten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Ich freue mich auf den Menschen.&#8220;<\/p><cite>Johannes Sch\u00e4tzl<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>In einem aktuellen Artikel hat der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte die Frage aufgeworfen, ob wir nach der Pandemie zur \u201eN\u00e4he-Demokratie\u201c zur\u00fcckkehren. Das k\u00f6nne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, konstatiert Korte selbst. Was man aber sagen kann: \u201eF\u00fcr Partizipationswillige wird wieder mehr N\u00e4he m\u00f6glich sein, aber es wird auch gewollt etwas mehr Distanz als in der Vergangenheit geben, was pers\u00f6nliches Treffen und was den Umgang miteinander betrifft\u201c, bilanziert Uwe Jun. Bis dahin bleibt Vorfreude auf die Dinge, die wir in der Pandemie besonders vermisst haben. Worauf sich Johannes Sch\u00e4tzl am meisten freut? \u201eIch freue mich auf den Menschen. Ich habe ja niemals in meinem Leben vorgehabt Politiker zu werden. Das war nie mein Wunsch und nie meine berufliche Ambition. Das hat sich so entwickelt auch, weil ich ganz gerne zu Menschen gehe und mit Menschen rede und wirklich Spa\u00df daran habe, Menschen zu helfen. Und auf das habe ich wieder Lust\u201c, erz\u00e4hlt der 28-J\u00e4hrige. So wie ihm geht es vermutlich den meisten Politiker:innen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator alignwide has-text-color has-background\" style=\"background-color:#2eb8d8;color:#2eb8d8\"\/>\n\n\n\n<p>Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Lichteblau, J. &amp; Wagner, A. (2019): Der Briefw\u00e4hler. In: Ro\u00dfteutscher, S., Schmitt-Beck, R., Schoen, H., We\u00dfels, B. &amp; Wolf, C. (Hg.): Zwischen Polarisierung und Beharrung: Die Bundestagswahl 2017. Baden-Baden. S. 169-180. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5771\/9783845287607-169\">doi.org\/10.5771\/9783845287607-169<\/a><\/li><li>Korte, K.-R. (2021): Die Konturen des Nicht-Wissens im Superwahljahr 2021: W\u00e4hlen in Zeiten der Pandemie. In: Zeitschrift f\u00fcr Politikwissenschaft (2021). Open Access: <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s41358-021-00253-8\">https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s41358-021-00253-8<\/a><\/li><\/ul>\n<script language='javascript' type='text\/javascript'>function getWR360PopupSkin(){return 'light_clean';}<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Jahr folgt eine Wahl auf die n\u00e4chste. Aber noch nie haben Wahlen unter solchen Bedingungen stattgefunden. 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