{"id":1282,"date":"2021-07-14T10:54:00","date_gmt":"2021-07-14T08:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/?p=1282"},"modified":"2024-10-26T16:39:29","modified_gmt":"2024-10-26T14:39:29","slug":"was-bleibt-wenn-alles-vergessen-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/was-bleibt-wenn-alles-vergessen-ist\/","title":{"rendered":"Was bleibt, wenn alles vergessen ist?"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Demenz ist eine Volkskrankheit. In Deutschland sind 1,6 Millionen Menschen betroffen und bis 2050 wird sich diese Zahl nahezu verdoppeln: 3,2 Millionen \u2013 das ist fast so viel wie die Einwohner von Hamburg, M\u00fcnchen und K\u00f6ln zusammen. Angenommen jeder dieser 3,2 Millionen Menschen hat einen Angeh\u00f6rigen, vielleicht auch zwei, drei oder mehr, dann ist es viel wahrscheinlicher sich in der Rolle des Angeh\u00f6rigen wiederzufinden, als selbst zu erkranken. Angeh\u00f6rige sind stetige Begleiter in der Demenz: von der Diagnose \u00fcber die h\u00e4usliche Pflege bis zur Betreuung im Heim. Aber wie ist das eigentlich, wenn ein geliebter Mensch das Ged\u00e4chtnis verliert? Was bedeutet das f\u00fcr die Beziehung, die Partnerschaft oder das Eltern-Kind-Verh\u00e4ltnis? Wird der Erkrankte zu einem nahen Fremden? Noch immer nehmen Angeh\u00f6rige eine Perspektive ein, nach der kaum einer fragt. Drei Angeh\u00f6rige erz\u00e4hlen von drei Phasen der Demenz. Gef\u00fchlsverlauf statt Krankheitsverlauf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Phase 1: die Diagnose<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Schockierende Erleichterung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\"><em>2019. Anton wirft einen Blick in den K\u00fchlschrank: \u201eHaben wir denn keine Taschent\u00fccher mehr?\u201c, fragt er seine Frau Elisabeth.<\/em><a><em> <\/em><\/a><em>\u201eDoch, im Schrank\u201c, ruft sie. Ein paar Stunden sp\u00e4ter. Anton wirft einen Blick in den K\u00fchlschrank: \u201eHaben wir denn keine Taschent\u00fccher mehr?\u201c, fragt er seine Frau Elisabeth. \u201eDoch, im Schrank\u201c, ruft sie. Der n\u00e4chste Tag. Anton wirft einen Blick in den K\u00fchlschrank: \u201eHaben wir denn keine Taschent\u00fccher mehr?\u201c, fragt er seine Frau Elisabeth. \u201eDoch, im Schrank\u201c, ruft<\/em> sie. \n<\/pre>\n\n\n\n<p>Das Fragezeichen in Elisabeths Kopf wird immer gr\u00f6\u00dfer. Die Taschent\u00fccher sind schon seit Jahrzehnten an demselben Platz in ihrem Haus nahe der oberbayerischen Stadt Wolfratshausen. Die 77-J\u00e4hrige ist irritiert. Schlie\u00dflich kennt sie Anton schon ewig, die beiden sind seit 55 Jahren verheiratet \u2013 im August dieses Jahres haben sie Juwelenhochzeit. Anton starrt ins Leere. \u201eWoran denkst du?\u201c, fragt Elisabeth. Es dauert eine Weile bis er schlicht antwortet: \u201eAn nichts.\u201c Zunehmend stellt Elisabeth fest: Anton ist geistig abwesend und mit seinen Gedanken an einem anderen, f\u00fcr sie unerreichbaren Ort. Distanz im Kopf. Wie f\u00fchlt sich das an? Elisabeth z\u00f6gert. Es f\u00e4llt ihr merklich schwer, ihre Emotionen zu fassen. \u201eEs f\u00fchlt sich schlecht an\u201c, sagt sie schlie\u00dflich.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2017 vermutet die gelernte Verk\u00e4uferin, dass etwas mit ihrem Ehemann nicht stimmt. Zwei Jahre sp\u00e4ter, als sich die Vorkommnisse h\u00e4ufen, f\u00fcgt sich Anton ihrer langersehnten Bitte, einen Arzt aufzusuchen.  <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p class=\"has-text-align-left\">Diagnose: Alzheimer. \u201eUm Gottes willen! Was trifft mich denn da?\u201c, erinnert sich Elisabeth an ihre erste Reaktion. Die Diagnose ist ein gro\u00dfer Schock, denn an Demenz h\u00e4tte sie nie gedacht. Elisabeth steht am Anfang eines langen und schweren Weges als Ehepartnerin und pflegende Angeh\u00f6rige.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"wp-block-uagb-info-box uagb-block-b856fa3f uagb-infobox__content-wrap  uagb-infobox-icon-above-title uagb-infobox-image-valign-top\"><div class=\"uagb-ifb-content\"><div class=\"uagb-ifb-image-content\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-12-150x150.png\" width=\"120\" height=\"120\" loading=\"lazy\" \/><\/div><div class=\"uagb-ifb-title-wrap\"><h5 class=\"uagb-ifb-title\">Formen der Demenz<\/h5><\/div><div class=\"uagb-ifb-separator\"><\/div><p class=\"uagb-ifb-desc\">Mehr als 50 verschiedene Formen der Demenz sind bekannt. Meist wird eine Demenz durch eine Erkrankung des Gehirns verursacht, bei der Nervenzellen schrittweise absterben. Alzheimer ist mit 60 bis 70 Prozent die h\u00e4ufigste Form. Ungef\u00e4hr 15 Prozent aller Erkrankten leiden unter vaskul\u00e4rer (gef\u00e4\u00dfbedingter) Demenz, die auf Durchblutungsst\u00f6rungen des Gehirns zur\u00fcckgeht. Die frontotemporale Demenz (5 Prozent) ver\u00e4ndert vor allem das zwischenmenschliche Verhalten und die Pers\u00f6nlichkeit von Erkrankten. Daneben gibt es die Demenz bei Morbus Parkinson, die Lewy-K\u00f6rperchen-Krankheit sowie viele Mischformen.<br> <\/p><\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Andere Angeh\u00f6rige in der gleichen Situation empfinden die Diagnose als Erleichterung: \u201eEr war desinteressiert. Ich dachte, er h\u00e4tte eine andere Frau\u201c, oder \u201eMeine Mutter ist pl\u00f6tzlich so apathisch geworden\u201c, sind Reaktionen, die Helga Schneider-Schelte als Seelsorgerin f\u00fcr Angeh\u00f6rige bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft h\u00e4ufig zu h\u00f6ren bekommt. \u201eDie Diagnose ist beides, Schock und Erleichterung zugleich\u201c, schlussfolgert die gelernte Sozialp\u00e4dagogin.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns are-vertically-aligned-center is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Es wird besser und schlechter<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Die Anfangszeit erfordere starke Nerven und brauche viel Kraft, gesteht Elisabeth. H\u00e4ufig erleben Angeh\u00f6rige demenziell Erkrankter die erste und letzte Phase der Demenz als am schwierigsten. Susanne Zank, Professorin f\u00fcr Psychologie an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln, spricht in diesem Zusammenhang von einem u-f\u00f6rmigen Verlauf der Belastung: Nach dem ersten Schock setzt eine Gew\u00f6hnung ein und der Belastungsgrad sinkt wieder. Wenn im weiteren Verlauf Sp\u00e4tsymptome auftreten, steigt die Belastung erneut an. In dieser Phase erkennen Demenzkranke oft ihre eigenen Angeh\u00f6rigen nicht mehr. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-6-1-576x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1792\" style=\"width:271px;height:482px\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-6-1-576x1024.png 576w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-6-1-169x300.png 169w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-6-1-768x1365.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-6-1-864x1536.png 864w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-6-1.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Zanks Forschungsschwerpunkt sind pflegende Angeh\u00f6rige demenziell Erkrankter. In der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.hf.uni-koeln.de\/data\/gerontologie\/File\/Leander%20II%20-%20vollstaendiger%20Bericht.pdf\" target=\"_blank\">LEANDER-Studie<\/a> (L\u00e4ngsschnittstudie zur Belastung pflegender Angeh\u00f6riger von demenziell Erkrankten) untersuchte sie beispielsweise, welche Faktoren Angeh\u00f6rige Demenzkranker als besonders belastend empfinden und wie sich das im Zeitverlauf ver\u00e4ndert. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"371\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Belastung-von-Angehoerigen-im-Zeitverlauf-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3828\" style=\"width:664px;height:411px\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Belastung-von-Angehoerigen-im-Zeitverlauf-1.png 600w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Belastung-von-Angehoerigen-im-Zeitverlauf-1-300x186.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Belastung-von-Angehoerigen-im-Zeitverlauf-1-400x247.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Als am st\u00e4rksten belastend empfinden Angeh\u00f6rige den Verlust der Beziehung. Dies ver\u00e4ndert sich auch im Zeitverlauf nicht. Weil Angeh\u00f6rigen oft der Gespr\u00e4chspartner auf Augenh\u00f6he fehlt, k\u00e4mpfen auch sie h\u00e4ufig mit kognitiven Einbu\u00dfen. Dieser Faktor belastet zu Beginn der Krankheit st\u00e4rker als zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt, da ein Gew\u00f6hnungseffekt eintritt. Weil Sp\u00e4tsymptome \u2013 etwa, wenn der Demenzkranke den Angeh\u00f6rigen nicht mehr erkennt \u2013 im fortgeschrittenen Krankheitsstadium verst\u00e4rkt auftreten, steigt dieser Belastungsfaktor im Zeitverlauf (eigene Darstellung, Datenquelle: LEANDER-Studie, 2007). <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr Distanz und mehr N\u00e4he<\/strong>  <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein Auf und Ab mit Anton. Manchmal merkt man nicht viel von der Demenz, aber im n\u00e4chsten Moment vergisst er wieder alles. \u201eSchleichend wird es immer schlimmer\u201c, sorgt sich Elisabeth. Sie liest viel \u00fcber die Krankheit und spricht mit ihren vier S\u00f6hnen. Diese wolle sie aber mit ihren Bedenken nicht \u201ebel\u00e4stigen\u201c. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-13-819x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3838\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-13-819x1024.png 819w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-13-240x300.png 240w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-13-768x960.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-13-1229x1536.png 1229w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-13-1638x2048.png 1638w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-13-1400x1750.png 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-13-1250x1563.png 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-13-400x500.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Elisabeth, Anton und der j\u00fcngste Urenkel <\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Ihre Familie ist gro\u00df, bei sechs Enkeln und zwei Urenkeln ist immer viel los. Drau\u00dfen, wenn sie auf Bekannte treffen, \u00fcberspielt Anton seine Krankheit. Er gr\u00fc\u00dft sie und redet mit ihnen, als wenn nichts w\u00e4re. Gleichwohl wei\u00df Elisabeth genau, dass Anton diese Personen nicht mehr zuordnen kann. Auch zu Hause spielt die Krankheit keine Rolle f\u00fcr Anton. \u201eMit Demenz kann er nichts anfangen\u201c, sagt Elisabeth mit aufgebrachter Stimme. Dieses Wort bekomme er nicht unter, denn er sei schlie\u00dflich nicht krank, nur manchmal etwas vergesslich. Distanz im Kopf. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Dass Demenzkranke ihre Diagnose leugnen, kommt h\u00e4ufig vor. Oft falle es Angeh\u00f6rigen leichter, mit diesem Verhalten umzugehen, wenn sie sich der Gr\u00fcnde bewusst sind, wei\u00df Gerontologe und Hirnforscher Johannes Pantel. Er betont: Leugnen sei hier der falsche Begriff, denn das w\u00fcrde bedeuten, es steckt eine Absicht oder ein Vorsatz dahinter. Das sei nicht der Fall. Stattdessen wirken zwei Mechanismen, die Erkrankte kaum kontrollieren k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-premium-accordion premium-accordion premium-accordion-a6a24c53f8e1\">\n<div class=\"wp-block-premium-accordion-item premium-accordion-item-01de98e74f86 premium-accordion__content_wrap\"><div class=\"premium-accordion__title_wrap premium-accordion__ltr premium-accordion__out\"><div class=\"premium-accordion__title\"><h4 class=\"premium-accordion__title_text\">Awesome Title<\/h4><\/div><div class=\"premium-accordion__icon_wrap\"><\/div><\/div><div class=\"premium-accordion__desc_wrap\"><p class=\"premium-accordion__desc\">Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.<\/p><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-premium-accordion-item premium-accordion-item-49bd3c8959a1 premium-accordion__content_wrap\"><div class=\"premium-accordion__title_wrap premium-accordion__undefined premium-accordion__undefined\"><div class=\"premium-accordion__title\"><h4 class=\"premium-accordion__title_text\">Awesome Title<\/h4><\/div><div class=\"premium-accordion__icon_wrap\"><\/div><\/div><div class=\"premium-accordion__desc_wrap\"><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Demenz das Ehepaar gedanklich distanziert, sucht Anton vermehrt die k\u00f6rperliche N\u00e4he zu Elisabeth. Klar, fr\u00fcher habe er sie nat\u00fcrlich auch mal gestreichelt, jetzt jedoch brauche er immer K\u00f6rperkontakt, wenn sie nebeneinandersitzen, bemerkt Elisabeth. Zeit f\u00fcr sich gibt es bei Elisabeth derzeit nicht: \u201eIch kann nicht alleine aus dem Haus gehen. Dann ist er total aufgel\u00f6st. Was ist denn, wenn er alleine ist? Schrecklich. Das geht nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hilfe beim Helfen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Entlastungsangebote wie eine Tagesbetreuung sind f\u00fcr Elisabeth keine L\u00f6sung. Auch wenn ihr gesamtes Umfeld dazu r\u00e4t, f\u00fcr Hilfe ist sie noch nicht bereit:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201eWas hei\u00dft helfen? Mir geht das so nah, dass ich das nicht machen kann. Vielleicht w\u00fcrde es ihm guttun, ich wei\u00df es nicht. Den inneren Schweinehund habe ich aber noch nicht \u00fcberwunden.\u201c<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Aktuell w\u00fcrde die 77-J\u00e4hrige ein schlechtes Gewissen plagen, denn Hilfe annehmen, kommt ihr wie Abschieben vor. Mit dieser Einstellung ist Elisabeth keineswegs ein Einzelfall. \u201eViele bestehende Unterst\u00fctzungsangebote werden nicht angenommen\u201c, betont Susanne Zank. Es ist paradox: Einerseits sind die Menschen, die demenziell Erkrankte betreuen, unter den pflegenden Angeh\u00f6rigen am st\u00e4rksten belastet. Gleichzeitig nimmt diese Gruppe am wenigsten Hilfe in Anspruch. So nutzen der LEANDER-Studie zufolge nur 33 Prozent der Angeh\u00f6rigen von Demenzkranken ambulante Pflegedienste. Warum das so ist, wei\u00df auch Susanne Zank nicht sicher: \u201eDas ist eine Frage, \u00fcber die sich alle Expert:innen den Kopf zerbrechen\u201c, schmunzelt die Psychologie-Professorin. Johannes Pantel kann sich hierf\u00fcr drei Erkl\u00e4rungen vorstellen:<\/p>\n\n\n\n<div id=\"premium-accordion-1536fcc3-c875-4f11-b687-daefb192d73d\" class=\"wp-block-premium-accordion premium-accordion\"><div id=\"premium-accordion__layer0\" class=\"premium-accordion__content_wrap\"><div class=\"premium-accordion__title_wrap premium-accordion__ltr premium-accordion__out\" style=\"border-style:none;border-width:1px;border-radius:0px\"><div class=\"premium-accordion__title\"><h4 class=\"premium-accordion__title_text\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\">Grund 1<\/h4><\/div><div class=\"premium-accordion__icon_wrap\"><\/div><\/div><div class=\"premium-accordion__desc_wrap premium-accordion__desc_close\" style=\"text-align:left;border-style:none;border-width:1px;border-radius:0px;padding-left:10px\"><p class=\"premium-accordion__desc\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\">Ganz trivial \u2013 es gibt Angeh\u00f6rige, die keine Hilfe brauchen. Entweder kommen sie alleine zurecht oder sie erhalten ausreichend Unterst\u00fctzung von Familie und Freunden.<br><\/p><\/div><\/div><div id=\"premium-accordion__layer1\" class=\"premium-accordion__content_wrap\"><div class=\"premium-accordion__title_wrap premium-accordion__ltr premium-accordion__out\" style=\"border-style:none;border-width:1px;border-radius:0px\"><div class=\"premium-accordion__title\"><h4 class=\"premium-accordion__title_text\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\">Grund 2<\/h4><\/div><div class=\"premium-accordion__icon_wrap\"><\/div><\/div><div class=\"premium-accordion__desc_wrap premium-accordion__desc_close\" style=\"text-align:left;border-style:none;border-width:1px;border-radius:0px;padding-left:10px\"><p class=\"premium-accordion__desc\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\">Grund kann auch ein Vermittlungsproblem sein. Nach Angaben des <a href=\"https:\/\/www.barmer.de\/blob\/170372\/9186b971babc3f80267fc329d65f8e5e\/data\/dl-pflegereport-komplett.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BARMER-Pflegereports<\/a> sind knapp 60 Prozent der Hauptpflegepersonen 60 Jahre und \u00e4lter. Wie erreicht man diese Gruppe? Eine Beobachtung von Schneider-Schelte, ebenso Initiatorin des Alzheimer Telefons, st\u00fctzt diese These: K\u00fcrzlich gab es einen Bericht \u00fcber das Beratungsangebot in der Apotheken-Rundschau, in der Folge ist die Zahl der Anrufe stark gestiegen.<br><\/p><\/div><\/div><div id=\"premium-accordion__layer2\" class=\"premium-accordion__content_wrap\"><div class=\"premium-accordion__title_wrap premium-accordion__ltr premium-accordion__out\" style=\"border-style:none;border-width:1px;border-radius:0px\"><div class=\"premium-accordion__title\"><h4 class=\"premium-accordion__title_text\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\">Grund 3<\/h4><\/div><div class=\"premium-accordion__icon_wrap\"><\/div><\/div><div class=\"premium-accordion__desc_wrap premium-accordion__desc_close\" style=\"text-align:left;border-style:none;border-width:1px;border-radius:0px;padding-left:10px\"><p class=\"premium-accordion__desc\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\">Unter pflegenden Angeh\u00f6rigen herrscht h\u00e4ufig der Ethos, alles alleine schaffen zu m\u00fcssen. Hilfe anzunehmen wird gleichgesetzt mit Versagen. Auch Scham spielt eine gro\u00dfe Rolle. Bei der Seelsorge rufen Angeh\u00f6rige demenziell Erkrankter an und sagen zu Beginn des Telefonats: \u201eIch wei\u00df nicht, ob ich hier richtig bin und ob sie mir helfen k\u00f6nnen\u201c, berichtet Schneider-Schelte.<\/p><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Wesentliches bleibt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Elisabeth an die Zukunft denkt, wird sie traurig. Sie habe Angst, dass die Distanz zu Anton weiter wachsen wird: \u201eIch muss immer noch damit abschlie\u00dfen, dass mein lustiger und freundlicher Mann langsam verschwindet.\u201c Dieses Schreckensbild von der Demenz h\u00f6rt Johannes Pantel h\u00e4ufig. Durch die Krankheit gehe zwar einiges verloren, der Kern der Pers\u00f6nlichkeit bleibe aber erhalten. \u201eEr ist immer noch lustig und freundlich\u201c, sagt auch Elisabeth. Und irgendwie sei die Beziehung trotzdem gleichgeblieben: \u201eWir machen schon viele Jahre alles gemeinsam. Wir sind aufeinander angewiesen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Angst hat sie davor, dass Anton sie irgendwann nicht mehr erkennt. Bei diesem Gedanken ger\u00e4t Elisabeth ins Stocken und ringt nach den richtigen Worten: \u201eDas w\u00fcrde sehr an meine Substanz gehen. Wenn ich ihn ganz verlieren w\u00fcrde, das w\u00e4re ein Schock \u2013 ein gro\u00dfer Schock.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Phase 2: Pflege von zu Hause<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Eine besondere Wohngemeinschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-7-576x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1790\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-7-576x1024.png 576w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-7-169x300.png 169w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-7-768x1365.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-7-864x1536.png 864w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-7.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>F\u00fcr die 23-j\u00e4hrige Sofia aus dem \u00f6sterreichischen Linz ist Elisabeths Zukunftsangst wahr geworden. Vor \u00fcber zwanzig Jahren erh\u00e4lt Sofias Vater Herwig, den sie liebevoll Paps nennt, die Diagnose Multiple Sklerose \u2013 eine Autoimmunkrankheit, die sich auf sein Kurzzeitged\u00e4chtnis auswirkt. In der Fachsprache spricht man von frontotemporaler Demenz. Seit Sofias Kindheit war die Krankheit ihres Vaters pr\u00e4sent. Gesund kennt sie ihn nicht. 2006 trennen sich ihre Eltern und Sofia lebt zun\u00e4chst bei ihrer Mutter. An vereinbarte Treffen h\u00e4lt sich ihr Vater schon lange nicht mehr. Dann trifft sie ihn eines Tages zuf\u00e4llig auf der Stra\u00dfe:<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201ePaps ist ein sehr offener und freundlicher Mensch. Er erz\u00e4hlte mir, dass er zwei Kinder hat, die elf und 13 Jahre alt sind. Dabei war ich 16. Ich habe begriffen, dass er nicht mit seiner Tochter redet, weil er mich nicht als seine Tochter erkennt. Das war ein einschneidendes Erlebnis.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>\u00dcberfordert, schockiert und schlie\u00dflich traurig, beschreibt Sofia ihre damalige Gef\u00fchlslage. In diesem Moment f\u00fchlt sie sich zum ersten Mal mit der harten Realit\u00e4t konfrontiert. Die 23-J\u00e4hrige ist entschlossen: Das soll kein Dauerzustand bleiben. Nach der Schule zieht sie in die Doppelhaush\u00e4lfte neben ihren Vater. Hier wohnt die Kunststudentin bis heute \u2013 gemeinsam mit zwei Mitbewohner:innen in einer inklusiven Wohngemeinschaft. Eine davon ist Sofias Studienfreundin Susanne, die die beiden zun\u00e4chst oft besucht hat und im Mai 2020 schlie\u00dflich eingezogen ist. Der 27-j\u00e4hrige Mitbewohner Wendelin lebt abwechselnd in zwei WGs.<\/p>\n\n\n\n<p> <strong>Umgekehrte Rollen<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJetzt bin ich f\u00fcr ihn die wichtigste Ansprechperson\u201c, stellt Sofia fest. Mit ihrer \u00e4lteren Schwester teilt sie sich auch die gesetzliche Vertretung. Drei bis vier Tage in der Woche wird ihr Vater ambulant betreut \u2013 f\u00fcr Sofia ist das ist eine gro\u00dfe Entlastung. Unterst\u00fctzung bekommt sie an den restlichen Tagen von ihrer Oma, der Mutter ihres Vaters.   <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-left\">Die klassische Vater-Tochter-Beziehung kennt Sofia nicht \u2013 im Gegenteil: Anderen erz\u00e4hlt sie scherzhaft, sie habe ein Haus, ein Hund und ein Kind. Diese umgekehrte Rolle f\u00fchrt allerdings auch zu Konflikten: Wenn sie die Verbindungst\u00fcr zwischen den Wohnungen zusperrt und Ruhe braucht, kommentiert ihr Vater das in seinen hellen Momenten mit den Worten \u201eWarum sagst du jetzt, was Sache ist, und nicht ich?\u201c <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-left\"><em>[slideshow_deploy id=&#8217;3848&#8242;]<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Seit Sofia ihren Vater pflegt, hat sich sein Zustand enorm verbessert. Sogar die Namen ihrer Mitbwohner:innen kann er sich nun merken. Der Umgang mit jungen Menschen tut ihm gut. Sofia m\u00f6chte zuk\u00fcnftig sogar Work and Travel in der Wohngemeinschaft anbieten. Die Pflege gibt ihr das Gef\u00fchl, ihren Vater schrittweise n\u00e4her kennenzulernen. \u201eIch glaube aber, meine Situation ist in vielen Belangen recht einzigartig\u201c, f\u00fcgt sie hinzu. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"858\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/a-858x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3936\" style=\"width:429px;height:512px\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/a-858x1024.png 858w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/a-251x300.png 251w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/a-768x916.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/a-1287x1536.png 1287w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/a-1400x1670.png 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/a-1250x1491.png 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/a-400x477.png 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/a.png 1414w\" sizes=\"auto, (max-width: 858px) 100vw, 858px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Sofia liegt richtig: Typische pflegende Angeh\u00f6rige ist sie nicht \u2013 zumindest nicht ganz: <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Die kleinen Gl\u00fccksmomente<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Sofia genie\u00dft die kleinen Gl\u00fccksmomente mit ihrem Vater. Etwa, wenn er beim t\u00e4glichen Spaziergang pl\u00f6tzlich ruft: \u201eStopp, stopp, schau! So sch\u00f6n, so sch\u00f6n!&#8220; \u201ePflege kann durchaus bereichernd sein\u201c, sagt Seelsorgerin Schneider-Schelte. Analog bilanziert Susanne Zank in ihrer Studie, die Betreuung von Demenzkranken bedeutet f\u00fcr Angeh\u00f6rige nicht immer nur Belastung. Wenige von ihnen berichten auch, dass sie von der Pflegerolle pers\u00f6nlich profitieren: Sie f\u00fchlen sich n\u00fctzlich, selbstbewusster oder erfahren soziale Anerkennung. Am Sch\u00f6nsten ist es f\u00fcr Sofia, wenn alle gemeinsam \u2013 Vater Herwig, die beiden Mitbewohner:innen und sie \u2013 am Tisch sitzen, essen und Spa\u00df haben. Das gibt ihr ein Gef\u00fchl von Normalit\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die 25-j\u00e4hrige Hannah aus Trier berichtet von einem positiven Moment in der Pflege ihres demenziell ver\u00e4nderten Gro\u00dfvaters:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zwischenueberschrift-hinzufuegen-15-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3965\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zwischenueberschrift-hinzufuegen-15-1024x576.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zwischenueberschrift-hinzufuegen-15-300x169.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zwischenueberschrift-hinzufuegen-15-768x432.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zwischenueberschrift-hinzufuegen-15-1536x864.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zwischenueberschrift-hinzufuegen-15-1400x788.png 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zwischenueberschrift-hinzufuegen-15-1250x703.png 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zwischenueberschrift-hinzufuegen-15-400x225.png 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Zwischenueberschrift-hinzufuegen-15.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hannah, 25 Jahre aus Trier<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Das Netzwerk macht&#8217;s<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben diesen sch\u00f6nen Momenten, stellt die Pflege Sofia vor viele Herausforderungen. Insgesamt \u00fcberwiegen f\u00fcr sie die negativen Gef\u00fchle. \u201eViel Zeit mit einer Person zu verbringen, die im Dreiminutentakt dieselben Fragen stellt, ist schon sehr anstrengend\u201c, gibt sie zu. Es passiere durchaus \u00f6fter, dass sie ihre eigene Belastungsgrenze \u00fcberschreitet. Schlechte Stimmung bei Sofia f\u00fchrt dann auch zu schlechter Stimmung bei ihrem Vater. Damit die Situation nicht eskaliert, \u00fcbergibt sie die Pflege per Telefon an ihre Schwester oder an die Mitbewohner:innen in der Wohngemeinschaft.  Ohne diese Ausweichoption w\u00fcrde die Pflegesituation f\u00fcr Sofia nicht funktionieren. Angeh\u00f6rigen empfiehlt sie daher, sich ein m\u00f6glichst gro\u00dfes Netzwerk aufzubauen, auf das sie in schwierigen Zeiten zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Schneider-Schelte stimmt ihr zu: Am Telefon gehe sie mit Angeh\u00f6rigen regelm\u00e4\u00dfig auf die Suche nach Personen aus deren pers\u00f6nlichem Umfeld, die zur Entlastung vorbeikommen k\u00f6nnten. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p><strong>Egoistisch?<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Fest steht: In den n\u00e4chsten Jahren wird Sofia ihre Pflegerolle aufgeben. \u201eIch werde irgendwann meinen eigenen Weg gehen. Das hier ist zwar auch mein Weg, aber vielleicht gibt es einen Punkt, wo sich die Pflege doch nicht mehr auszahlt.\u201c&nbsp;Sofia selbst kommt sich egoistisch vor, wenn sie so etwas sagt, Schneider-Schelte w\u00fcrde am Alzheimer-Telefon entgegnen: \u201eNein. Das ist Selbstf\u00fcrsorge und Anerkennung der Grenzen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-uagb-info-box uagb-block-df79ac6a uagb-infobox__content-wrap  uagb-infobox-icon-above-title uagb-infobox-image-valign-top\"><div class=\"uagb-ifb-content\"><div class=\"uagb-ifb-image-content\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-Telefon-1-e1627436839271-1024x789.png\" width=\"160\" height=\"123\" loading=\"lazy\" \/><\/div><div class=\"uagb-ifb-title-wrap\"><h5 class=\"uagb-ifb-title\">Seelsorge f\u00fcr Angeh\u00f6rige:<br>das Alzheimer-Telefon<\/h5><\/div><div class=\"uagb-ifb-separator\"><\/div><p class=\"uagb-ifb-desc\">2002 initiierte die Sozialp\u00e4dagogin Schneider-Schelte das sogenannte <a href=\"https:\/\/www.deutsche-alzheimer.de\/angebote-zur-unterstuetzung\/alzheimer-telefon\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Alzheimer-Telefon<\/a>. Letztes Jahr haben es erstmalig \u00fcber 6.000 Anrufe erreicht, im Schnitt also 16 pro Tag. Sechs Seelsorger:innen beantworten Fragen rund um das Thema Demenz: von rechtlichen Herausforderungen, Schuldgef\u00fchlen bis hin zum geeigneten Urlaub mit einem demenziell Erkrankten. Die Tendenz geht allerdings immer st\u00e4rker in Richtung psychosoziale Beratung.<\/p><\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Andere pflegende Angeh\u00f6rige von Demenzkranken f\u00fchlen sich ebenso stark belastet: <em>[slideshow_deploy id=&#8217;3599&#8242;]<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Phase 3: das Pflegeheim<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Gute Pflege braucht gute Pflege<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">\u201eWer sich st\u00e4ndig vernachl\u00e4ssigt, wird selbst zum Opfer\u201c, schlussfolgert Schneider-Schelte. Gut pflegen kann nur der, dem es selbst gut geht. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-black-color has-css-opacity has-black-background-color has-background is-style-default\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"> Selbstf\u00fcrsorge ist auch in der professionellen Pflege wichtig. Wie Pflegekr\u00e4fte die Balance zwischen N\u00e4he und Distanz im Beruf wahren k\u00f6nnen, erfahren Sie im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/mitfuehlen-ohne-mitzuleiden-der-mittelweg-zwischen-naehe-und-distanz\/\" target=\"_blank\">Beitrag von Sarah Koschinski<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-black-color has-css-opacity has-black-background-color has-background is-style-default\" \/>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-8-576x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1787\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-8-576x1024.png 576w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-8-169x300.png 169w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-8-768x1365.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-8-864x1536.png 864w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Kopie-von-U-8.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die LEANDER-Studie zeigt, dass pflegende Angeh\u00f6rige nicht selten selbst erkranken. Mehr als ein Drittel von ihnen leidet etwa unter klinisch relevanter Depressivit\u00e4t. Ursachen daf\u00fcr sind der Beziehungsverlust, eine negative Bewertung der eigenen Pflegeleistung und allen voran: Bed\u00fcrfniskonflikte. Sie entwickeln sich, wenn Angeh\u00f6rige rund um die Uhr unter permanenter Anspannung stehen. Ein einfacher Arztbesuch oder noch viel grundlegender ein gesunder Schlaf sind dann oft nicht mehr m\u00f6glich. Das steigere das Risiko an einer Depression zu erkranken enorm, erkl\u00e4rt Zank.<\/p>\n\n\n\n<p>68 Prozent der teilnehmenden Angeh\u00f6rigen geben au\u00dferdem an, w\u00e4hrend der letzten zwei Wochen einmal oder \u00f6fter aggressiv geworden zu sein. Dies ist h\u00e4ufig der Fall, wenn sich der demenziell Erkrankte selbst aggressiv verh\u00e4lt. Was Aggression in der Pflege konkret bedeutet, ist allerdings unklar. Hier mangele es an Offenheit, so die Expertin. Generell sei Aggression aber ein Problem, das mit zunehmendem Schweregrad der Demenz aufritt.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pl\u00f6tzlich ohne Pause<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Aggressive Momente erlebt auch die 57-j\u00e4hrige Regina mit ihrem 24 Jahre \u00e4lteren Mann Josef. 2010 erh\u00e4lt er die Diagnose vaskul\u00e4re Demenz. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Nach drei Jahren unbezahltem Urlaub k\u00fcndigt die Versicherungskauffrau im Jahr 2018 ihren Job. So kann sie sich voll und ganz der Pflege ihres Mannes widmen. Nostalgisch schwelgt Regina in Erinnerungen: Damals sei mit Josef noch Vieles m\u00f6glich gewesen. Fast t\u00e4glich ist das Ehepaar Rad gefahren oder spazieren gegangen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"614\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto_Regina-Wuest-3-1-1024x614.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3866\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto_Regina-Wuest-3-1-1024x614.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto_Regina-Wuest-3-1-300x180.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto_Regina-Wuest-3-1-768x461.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto_Regina-Wuest-3-1-1536x922.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto_Regina-Wuest-3-1-2048x1229.jpg 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto_Regina-Wuest-3-1-1400x840.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto_Regina-Wuest-3-1-1250x750.jpg 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Foto_Regina-Wuest-3-1-400x240.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Regina und Josef im Jahr 2017<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p> Pl\u00f6tzlich aber schl\u00e4ft Josef nachts nicht mehr.  Regina versucht ihn sanft zu beruhigen, das bleibt aber oft erfolglos:  <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201eManchmal sa\u00df er stundenlang auf der Bettkante. Wenn ich mir nicht mehr zu helfen wusste, habe ich zwar das Licht ausgemacht, aber schlafen kann man dann nicht.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Teilweise habe Josef das Kissen oder die Bettdecke nach ihr geworfen, berichtet Regina und lacht dabei herzlich. Die Stimmung kippt: Eines Nachts hielt Josef den schweren T\u00fcrstopper aus dem Schlafzimmer in der Hand. In diesem Moment wird Regina bewusst, dass sich ihre Situation unbedingt \u00e4ndern muss. Neben Josefs Ergotherapie-Stunden, in denen sie bisher verschnaufen konnte, wird sie nun von einem Alltagsbegleiter und einem ambulanten Pflegedienst unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch dann beginnt die Corona-Pandemie und Regina steht pl\u00f6tzlich alleine da \u2013 ohne Pause: keine Ergotherapie, kein Alltagsbegleiter, keine Tagesbetreuung. F\u00fcr Regina bedeutet das: Vollzeit-Pflege, die sie unerwartet stemmen muss. Zur Ruhe kommt sie in dieser Zeit gar nicht mehr, nur manchmal sei sie tags\u00fcber aus Versehen eingeschlafen. Sie f\u00fchlt sich im Stich gelassen. \u201eDemenzkranke und ihre Angeh\u00f6rigen waren kein Thema der Pandemie-Politik\u201c, bemerkt Schneider-Schelte kritisch.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Talfahrt der Gef\u00fchle<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig ersch\u00f6pft und schweren Herzens k\u00fcmmert sich Regina um einen Platz in einem Pflegeheim. Auf der Fahrt dorthin beschimpft Josef seine Frau \u00fcbel: Regina solle verschwinden und nie mehr wiederkommen. Auch dieses Verhalten sei laut Johannes Pantel darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass Demenzerkrankte schlichtweg nicht verstehen, wie kr\u00e4fteraubend ihre Pflege ist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\" \/>\n\n\n\n<p>Auch Angeh\u00f6rige Karin Jazra musste vor wenigen Monaten eine Betreuungseinrichtung f\u00fcr ihren demenzkranken Vater finden. Sie entschied sich bewusst gegen das klassische Alten- und Pflegeheim und stattdessen f\u00fcr ein Demenzdorf. Warum sie dieses moderne Konzept bevorzugt und was das genau ist, erfahren Sie im Video. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Konzept Demenzdorf - AWO Seniorenzentrum in S\u00fcssendell\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/fCsYcy3IpEw?feature=oembed&#038;wmode=opaque&#038;enablejsapi=1&#038;playerapiid=ytplayer\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-14-819x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3843\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-14-819x1024.png 819w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-14-240x300.png 240w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-14-768x960.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-14-1229x1536.png 1229w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-14-1638x2048.png 1638w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-14-1400x1750.png 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-14-1250x1563.png 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-14-400x500.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Regina mit H\u00fcndin Josefine zu Besuch bei Josef im Altenheim <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Josefs Besuchszeiten im Heim waren pandemiebedingt stark begrenzt. Reginas Stimme beginnt zu zittern. Als sie sich von ihm verabschiedet, fleht er sie verzweifelt an: \u201eWarum verl\u00e4sst du mich? Bleib doch noch!\u201c Beim Gedanken an diese Situation k\u00e4mpft sie mit den Tr\u00e4nen. \u201eEr wollte wieder mit nach Hause fahren. Schlimm\u201c. Zu Hause beginnt f\u00fcr Regina eine schwere Zeit, in der auch sie mit depressiven Episoden zu k\u00e4mpfen hat. Von hundert auf null ist der pausenlose Druck weggefallen. Nun fehlt es ihr an Struktur. Zur\u00fcck in den Alltag schafft sie es mithilfe eines neuen, tierischen Familienmitglieds: Mischling Josefine ist eine gro\u00dfe St\u00fctze f\u00fcr Regina. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Anders ist die Situation bei Hundebesitzerin Jola. Ihr Cockerspaniel Mikey leidet an Hundedemenz und wird rund um die Uhr von ihr betreut. Wie sich die Demenz bei Hunden zeigt und was sie f\u00fcr Hundebesitzer:innen bedeutet, h\u00f6ren Sie im Podcast:<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Hundedemenz &#8211; ein Spaziergang mit Jola und ihrem Cockerspaniel Mikey<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/unnahbar\/wp-content\/uploads\/sites\/8\/2021\/07\/Podcast-Webseite-Kira.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><strong>Bis zum Mond und wieder zur\u00fcck<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Es f\u00e4llt Regina schwer zuzusehen, wie sich Josef ver\u00e4ndert. Aktuell erkennt er sie nur noch selten, das vermutet Regina zumindest. Eines wei\u00df sie hingegen sicher: \u201eIch habe immer das Gef\u00fchl von Vertrautheit. Wenn ich ihn sehe, sp\u00fcre ich das.&#8220; Die Beziehungsf\u00e4higkeit bleibt, auch wenn der Verstand verloren geht, erkl\u00e4rt Johannes Pantel. Sehr lange, teilweise bis zum Schluss, k\u00f6nnen Demenzkranke gegenw\u00e4rtige Gef\u00fchlsmomente kommunizieren, beispielsweise \u00fcber die K\u00f6rpersprache. Zunehmend wichtiger als die Realit\u00e4t ist also, was nonverbal und emotional-affektiv passiert. Diesen Zugang gilt es f\u00fcr Angeh\u00f6rige zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders fr\u00f6hlich erinnert sich Regina an Ostern: Sie liest Josef ein Buch vor, einen Kinderbuch-Klassiker \u00fcber die Geschichte vom kleinen und gro\u00dfen Hasen. \u201eIch hab dich lieb bis zum Mond und wieder zur\u00fcck\u201c, gesteht der kleine dem gro\u00dfen Hasen seine Liebe. Reginas Stimme klingt sanft: \u201eWie er mich da angeguckt hat \u2013 so ein verschmitztes L\u00e4cheln. So etwas bleibt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Herz wird nicht dement.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity alignfull\" \/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie sind selbst als Angeh\u00f6rige betroffen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unterst\u00fctzungsangebote und Anlaufstellen finden Sie hier:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Von Pflegekassen finanzierte und f\u00fcr Angeh\u00f6rige kostenlose Schulungsreihe <a href=\"https:\/\/shop.deutsche-alzheimer.de\/broschueren\/19\/hilfe-beim-helfen-schulungsreihe-der-dalzg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>\u201eHilfe beim Helfen&#8220;<\/strong><\/a> der Deutschen Alzheimer Gesellschaft<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.deutsche-alzheimer.de\/adressen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Interaktive Landkarte<\/strong><\/a> mit Beratungsstellen in Ihrer N\u00e4he<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.wegweiser-demenz.de\/wwd\/selbsthilfe\/blog\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Selbsthilfeblog<\/strong><\/a> der Initiative Wegweiser Demenz gef\u00f6rdert vom Bundesministerium f\u00fcr Familie, Frauen, Senioren und Jugend<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<script language='javascript' type='text\/javascript'>function getWR360PopupSkin(){return 'light_clean';}<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angeh\u00f6rige sind stetige Begleiter in der Demenz. 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