{"id":992,"date":"2020-07-23T13:41:50","date_gmt":"2020-07-23T11:41:50","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/?p=992"},"modified":"2025-07-21T16:33:11","modified_gmt":"2025-07-21T14:33:11","slug":"lebensverunsicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/2020\/07\/23\/lebensverunsicherung\/","title":{"rendered":"Viel Geld f\u00fcr nichts?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Nabelschnurblut des eigenen Kindes als pers\u00f6nliche Gesundheitsvorsorge aufbewahren &#8211; in der Medizin ein umstrittenes Unterfangen. Doch private Unternehmen verlangen viel Geld f\u00fcr diese Dienstleistung. Ein Gesch\u00e4ft mit den \u00c4ngsten werdender Eltern?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Carinas Hand liegt auf ihrem gew\u00f6lbten Bauch \u2013 eine Geste, die in der 33. Schwangerschaftswoche schon v\u00f6llig automatisch passiert. Ihr gegen\u00fcber sitzt ihre Schwester Isabel, Carinas Tochter Ida auf dem Scho\u00df. Isabel sieht ihrer drei Jahre \u00e4lteren Schwester Carina wie aus dem Gesicht geschnitten aus: Die braunen Augen mit dem fr\u00f6hlichen Funkeln und die braunen, gelockten Haare sind unverkennbar. Doch w\u00e4hrend die 33-j\u00e4hrige Carina nachdenklich den Kopf hin und her wiegt, wirkt ihre drei Jahre j\u00fcngere Schwester wesentlich sicherer. Wenn Isabel spricht, klingt sie entschlossen: \u201eIch wollte diese einmalige Chance einfach nutzen. Man wei\u00df nie, was im Leben noch so kommt.\u201c Die Schwestern m\u00f6chten unerkannt bleiben, um ihre Privatsph\u00e4re zu sch\u00fctzen. Auf Nachnamen wird deshalb verzichtet, die Vornamen sind leicht abge\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema an diesem sonnigen Freitagnachmittag im heimatlichen Garten in Amberg in der Oberpfalz: Lagere ich das Nabelschnurblut meines Kindes bei der Geburt ein, sodass ich im Bedarfsfall darauf zur\u00fcckgreifen kann?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"lebensver-un-sicherung-fur-werdende-eltern\">Lebensver(un)sicherung f\u00fcr werdende Eltern<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Isabel stand vor einem Jahr vor der gleichen Entscheidung wie ihre \u00e4ltere Schwester Carina nun. F\u00fcr die heute 30-J\u00e4hrige war damals klar, \u201eich m\u00f6chte nur das Beste f\u00fcr mein Kind\u201c. F\u00fcr Isabel bedeutete \u201edas Beste\u201c, das Nabelschnurblut ihrer Tochter Maria nach der Geburt aufzubewahren. Nabelschnurblut ist das Blut, das nach der Entbindung und der Abnabelung in der Nabelschnur und der Plazenta zur\u00fcckbleibt. Die Neugeborenen brauchen es nicht mehr &#8211; sie bekommen nun den notwendigen Sauerstoff \u00fcber die eigene Atmung und die N\u00e4hrstoffe \u00fcber die Muttermilch. Dieses Plazentarestblut enth\u00e4lt Stammzellen &#8211; ein wertvolles Gut in der Medizin. \u201eIch w\u00fcrde sagen, das ist wie eine Versicherung, von der man hofft, dass man sie nie braucht. Aber im Zweifel haben wir sie\u201c, sagt Isabel.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"678\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.16.35-678x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1345\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.16.35-678x1024.jpeg 678w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.16.35-199x300.jpeg 199w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.16.35-768x1160.jpeg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.16.35-1017x1536.jpeg 1017w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.16.35-400x604.jpeg 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.16.35.jpeg 1059w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Carina steht vor der Wahl: Das Nabelschnurblut privat einlagern oder f\u00fcr die Allgemeinheit spenden<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div id=\"premium-accordion-89adf80e-87eb-4958-a0fe-4d9531902213\" class=\"wp-block-premium-accordion premium-accordion\"><div id=\"premium-accordion__layer0\" class=\"premium-accordion__content_wrap\"><div class=\"premium-accordion__title_wrap premium-accordion__ltr premium-accordion__out\" style=\"background-color:#f9f1e5;border:none;border-width:1px;border-radius:0px\"><div class=\"premium-accordion__title\"><h4 class=\"premium-accordion__title_text\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\">Was sind Stammzellen?<\/h4><\/div><div class=\"premium-accordion__icon_wrap\"><\/div><\/div><div class=\"premium-accordion__desc_wrap premium-accordion__desc_close\" style=\"text-align:left;border:none;border-width:1px;border-radius:0px;padding-left:10px\"><p class=\"premium-accordion__desc\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\"><br>Stammzellen sind das nat\u00fcrliche Reservelager des K\u00f6rpers. Sie k\u00f6nnen verbrauchte oder gesch\u00e4digte Zellen ersetzt. Manche Zellen, wie Blutk\u00f6rperchen oder Muskelzellen sind nicht in der Lage, durch Zellteilung Tochterzellen zu produzieren. Um diese spezialisierten Zellen zu erneuern, verwendet der K\u00f6rper Stammzellen.<br><br>\u201eGerade bei Blut- und Krebserkrankungen \u2013 dem bekanntesten Einsatzfeld von Stammzellen \u2013 werden oftmals lebenswichtige Zellen durch aggressive Behandlungsmethoden, etwa Chemotherapien,\u00a0 zerst\u00f6rt\u201c, erz\u00e4hlt Marius R\u00fcdiger, Leiter der Neonatologie und P\u00e4diatrischen Intensivmedizin am Universit\u00e4tsklinikum Dresden. Der K\u00f6rper ist zu schwach, diese Zellen allein mit den eigenen Stammzellen zu ersetzen, sodass durch eine Transplantation fremde Stammzellen zugef\u00fchrt werden.<br><br>Genau wie der menschliche K\u00f6rper altern auch Stammzellen. \u201cJe j\u00fcnger Stammzellen sind, desto besser k\u00f6nnen sie gesch\u00e4digte Zellen im K\u00f6rper reparieren.\u201d Laut R\u00fcdiger sind Nabelschnurblutstammzellen deshalb Knochenmarksstammzellen oder peripheren Stammzellen in manchen Eigenschaften \u00fcberlegen.<\/p><\/div><\/div><div id=\"premium-accordion__layer1\" class=\"premium-accordion__content_wrap\"><div class=\"premium-accordion__title_wrap premium-accordion__ltr premium-accordion__out\" style=\"background-color:#f9f1e5;border:none;border-width:1px;border-radius:0px\"><div class=\"premium-accordion__title\"><h4 class=\"premium-accordion__title_text\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\">Was ist das Besondere an Stammzellen aus dem Nabelschnurblut?<\/h4><\/div><div class=\"premium-accordion__icon_wrap\"><\/div><\/div><div class=\"premium-accordion__desc_wrap premium-accordion__desc_close\" style=\"text-align:left;border:none;border-width:1px;border-radius:0px;padding-left:10px\"><p class=\"premium-accordion__desc\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\"><br>\u201eNabelschnurblut weist so gut wie keine Sch\u00e4den auf. Die Zellen im Nabelschnurblut haben noch keine Toxine aus der Umgebung oder andere Sch\u00e4digungen erfahren. Krankheitserreger, die die Mutter hat, werden aufgrund der Dichte der Plazentaschranke nicht \u00fcbertragen\u201c, erkl\u00e4rt Gesine K\u00f6gler. Die Naturwissenschaftlerin arbeitet am Institut f\u00fcr Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika am Universit\u00e4tsklinikum D\u00fcsseldorf und leitet die <em>Jos\u00e9 Carreras Stammzellbank<\/em>. Seit f\u00fcnfundzwanzig Jahren besch\u00e4ftigt sie sich mit den M\u00f6glichkeiten, die Nabelschnurblutstammzellen f\u00fcr die Medizin bieten.\u00a0<br><br>Nabelschnurblutstammzellen gelten als besonders vertr\u00e4glich. \u201eDie Transplantation von Nabelschnurblutstammzellen geht mit einer wesentlich geringeren Graft-vs.-Host-Reaktion einher,\u201c erkl\u00e4rt K\u00f6gler. Das hei\u00dft, im K\u00f6rper der Empf\u00e4nger*innen werden weniger zellul\u00e4re Immunreaktionen durch das Transplantat ausgel\u00f6st, die dem Organismus der Empf\u00e4nger*innen schaden. Folgen dieser Immunreaktionen k\u00f6nnen schwere Erkrankungen des Darms, der Leber oder der Haut sein. Werden\u00a0Nabelschnurblutstammzellen transplantiert, trete die Reaktion nur bei wenigen Ausnahmen auf.<br><br>Ein gravierender Nachteil von Stammzellen aus Nabelschnurblut sei allerdings die begrenzte Menge, sagt K\u00f6gler. Nabelschnurblut ist nicht so zellreich wie ein unverwandtes Stammzelltransplantat aus dem peripheren Blut oder dem Knochenmark. Eine \u201ePortion\u201c Nabelschnurblut besteht im Mittel aus 80 bis 100 ml, k\u00f6nne aber auch zwischen zehn und 200 ml variieren. Das reicht zwar f\u00fcr die Behandlung eines Kindes, aber nur selten f\u00fcr die\u00a0eines Erwachsenen. \u201eHier muss man dann meist auf zwei Pr\u00e4parate ausweichen,\u201c erkl\u00e4rt die Naturwissenschaftlerin. Dies sei aber m\u00f6glich, wenn das Nabelschnurblut sehr stammzellenreich ist. Dann w\u00fcrde man dem Erwachsenen neben seinen eigenen Nabelschnurblutstammzellen auch fremde zuf\u00fchren.<\/p><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Private Unternehmen bezeichnen diese Dienstleistung als pers\u00f6nliche Gesundheitsvorsorge f\u00fcr das eigene Kind. Das st\u00e4rkste Argument dieser Blutbanken: \u201eStammzellen aus dem Nabelschnurblut kann man nur einmal im Leben des Kindes gewinnen. Verpasst man diese Chance, hat man diese Therapiem\u00f6glichkeit vertan\u201c, betont Marion Bartel, wissenschaftlich-medizinische Fachberaterin bei der privaten Blutbank <em>vita34<\/em>. Sollte das Kind erkranken, k\u00f6nne man auf die im Nabelschnurblut enthaltenen Stammzellen zugreifen und diese zur Behandlung einsetzten. So zumindest die Theorie. Die Wahrscheinlichkeit, eine Transplantation der eigenen Stammzellen zu ben\u00f6tigen, ist geringer als 1 zu 20 000. Sollte dieser Fall eintreten, k\u00f6nnen auch Stammzellen aus dem Knochenmark oder periphere Stammzellen verwendet werden. Nabelschnurblut habe viele Vorteile, sei aber nicht die einzige Therapiem\u00f6glichkeit, stellt Mario R\u00fcdiger, Leiter der Neonatologie und P\u00e4diatrischen Intensivmedizin am Universit\u00e4tsklinikum Dresden, klar. Er w\u00fcrde keinesfalls von einer verpassten Chance sprechen, sollten Eltern das Nabelschnurblut nicht privat einlagern. \u201cNoch gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die eindeutig belegen, dass der Einsatz von eigenen Nabelschnurblutstammzellen besser als fremde Stammzellen sind.\u201d Der Mediziner betont: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><span class=\"tadv-background-color\" style=\"background-color:#f9f1e5\">&#8222;Der privaten Einlagerung von Nabelschnurblut fehlt die Sinnhaftigkeit.&#8220;<\/span><\/p>\n<cite>Mario R\u00fcdiger, Universit\u00e4tsklinikum Dresden<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im Garten der beiden Schwestern wird gleich zu Beginn des Gespr\u00e4chs deutlich: F\u00fcr die Gesundheit ihrer einj\u00e4hrigen Tochter Maria w\u00fcrde Isabel alles tun. Zumal sie aus eigener Erfahrung wei\u00df, dass es nicht selbstverst\u00e4ndlich ist, ein Leben lang gesund zu sein. Seit mehreren Jahren leidet die junge Frau an einer neurologischen Erkrankung, auf welche sie aber nicht n\u00e4her eingehen m\u00f6chte. Diese ist zwar nicht genetisch bedingt, habe aber durchaus eine Rolle bei der Entscheidung f\u00fcr eine private Einlagerung gespielt. \u201eIch habe Gesundheit einfach viel mehr sch\u00e4tzen gelernt. Egal, was Maria im Leben passiert, wir k\u00f6nnen auf diese Stammzellen zur\u00fcckgreifen. Und das ist einfach ein sch\u00f6ner und tr\u00f6stlicher Gedanke.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Eltern, die \u00e4hnlich denken wie Isabel und sich eine private Einlagerung des Nabelschnurblutes w\u00fcnschen, bekommen von privaten Blutbanken bereits vor dem eigentlichen Geburtstermin ein Paket zugesendet. \u201cDas m\u00fcssen die Eltern bei der Geburt mit in das Krankenhaus nehmen\u201d, erz\u00e4hlt Marion Bartel von <em>vita34<\/em>. In diesem Paket befindet sich unter anderem der Plastikbeutel, in dem das Nabelschnurblut des Kindes gesammelt wird. Ist er mit dem Blut gef\u00fcllt, wird er an die private Blutbank gesendet und dort bei -196 Grad in fl\u00fcssigem Stickstoff eingefroren. Laut Bartel bewahrt <em>vita34<\/em> \u00fcber 230 000 Nabelschnurblutpr\u00e4parate auf. Bisher gab es 42 Anwendungen, die H\u00e4lfte davon erfolgte bei Geschwisterkindern. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Post f\u00fcr werdende Eltern\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/DjBswfg9UI8?feature=oembed&#038;wmode=opaque&#038;enablejsapi=1&#038;playerapiid=ytplayer\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"eine-sache-der-aufklarung\">Eine Sache der Aufkl\u00e4rung<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><span class=\"tadv-color\" style=\"color:#000000\"><span class=\"tadv-background-color\" style=\"background-color:#f9f1e5\">&#8222;Als ich davon erfahren habe, war mir sofort klar: Diese Sicherheit will ich auch f\u00fcr mein Kind!\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<cite>Isabel hat die Nabelschnur ihrer Tochter privat eingelagert<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Von der M\u00f6glichkeit einer privaten Einlagerung hat Isabel schon vor ihrer Schwangerschaft durch einen Arbeitskollegen erfahren. \u201eEr hat mir damals erz\u00e4hlt, dass er und seine Frau das Nabelschnurblut ihres Kindes nach der Geburt haben aufbewahren lassen. Der Gedanken, das eigene Kind auf diese Weise sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen, hat mich einfach begeistert.\u201c Als Isabel erf\u00e4hrt, dass sie selbst ein Kind erwartet, war die Frage weniger, ob sie einlagert, sondern bei welchem Anbieter. \u201cMein Mann Stefan hat sogar einen eigenen Ordner f\u00fcr das Thema Nabelschnurblut angelegt.\u201d Bei diesen Worten muss Isabel lachen. Schlussendlich haben sich Isabel und Stefan f\u00fcr die private Blutbank <em>eticur)<\/em> aus M\u00fcnchen entschieden, die mit dem Uniklinikum in Erlangen zusammenarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Doch werdende Eltern k\u00f6nnen sich nicht nur f\u00fcr das Wegwerfen der Nabelschnur oder die private Einlagerung entscheiden. Eine weitere M\u00f6glichkeit ist das Spenden des Nabelschnurblutes an eine \u00f6ffentliche Spende-Einrichtung. Dort wird das Nabelschnurblut eingelagert, bis es einem akut Erkrankten weitergegeben wird. \u00d6ffentliche Organisationen wie die <em>Deutsche Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation<\/em> und die <em>American Academy of Pediatrics<\/em> sprechen sich klar gegen eine private Einlagerung von Nabelschnurblut aus und empfehlen werdenden Eltern die Spende an eine \u00f6ffentliche Nabelschnurblutbank. &#8222;Wenn Eltern das Nabelschnurblut spenden, dann wissen sie sicher, dass dieses Blut Erkrankten helfen wird&#8220;, erz\u00e4hlt R\u00fcdiger. &#8222;Bei der privaten Einlagerung ist es unwahrscheinlich, dass das eigene Kind von dem Nabelschnurblut profitiert. Deshalb halte ich die Spende auf jeden Fall f\u00fcr sinnvoller.&#8220; Laut Angaben des <em>Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland<\/em>, standen dem Register 2019 17.733 Nabelschnurblutspenden zur Verf\u00fcgung, im gleichen Jahr wurden neun dieser Spenden an Patient*innen weitergegeben. <\/p>\n\n\n\n\n<!-- iframe plugin v.5.2 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ -->\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-admin\/admin-ajax.php?action=h5p_embed&#038;id=3\" width=\"757\" height=\"1085\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\"><\/iframe>\n\n\n\n\n<p>Wer nicht zwischen privater Einlagerung und altruistischer Spende w\u00e4hlen will, dem bieten manche privaten Blutbanken eine Kombi-Variante an. In Kooperation mit \u00f6ffentlichen Einrichtungen werden die Daten des eingelagerten Nabelschnurblutes f\u00fcr eine potentielle Spende erfasst. Sollte das eigene Kind der genetische Zwilling eines akut erkrankten Menschen sein, so k\u00f6nnen die Eltern entscheiden, ob sie das Blut spenden wollen. Laut Marion Bartel bietet <em>vita34<\/em> werdenden Eltern mit diesem Konzept einen m\u00f6glichen L\u00f6sungsweg an. Doch was halten Spende-Einrichtungen von der Kombi-Variante? Wie ist ein solches Konzept ethisch zu bewerten? Ist die Kombi-Variante wirklich die L\u00f6sung? Antworten auf diese Fragen gibt es in einer neuen Folge <em>blutrauschen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"Spotify Embed: Was tun mit dem Nabelschnurblut?\" style=\"border-radius: 12px\" width=\"100%\" height=\"152\" frameborder=\"0\" allowfullscreen allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/4qCGHyFumGfGeQ3Ll6IdkO?utm_source=oembed\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eDie Option der Spende war mir bis heute gar nicht bekannt\u201c, sagt Carina. Auch mit der privaten Einlagerung habe sie sich nie n\u00e4her besch\u00e4ftigt. Bei ihren ersten beiden Schwangerschaften sei das Thema gar nicht im Gespr\u00e4ch gewesen. Als sie 2015 mit ihrer Tochter Ida schwanger wurde, kannte sie diese M\u00f6glichkeit damals noch nicht und ihre Gyn\u00e4kologin hat sich dazu auch nicht ge\u00e4u\u00dfert. Bei ihrem Sohn Ludwig, zwei Jahre sp\u00e4ter, wurde ihr dann von einer Arzthelferin \u201eeinfach ein ganzer Stapel an Flyern in die Hand gedr\u00fcckt\u201c, darunter auch Werbung verschiedener privater Blutbanken. Doch wirklich dar\u00fcber gesprochen habe ihre Frauen\u00e4rztin nicht mit ihr. Fairerweise m\u00fcsse sie aber sagen, dass sie selbst keine Initiative ergriffen und sich eigenst\u00e4ndig informiert hat. Auch abseits von Besuchen bei Frauen\u00e4rzt*innen, mit Freunden und in ihrem Bekanntenkreis, sei \u00fcber Nabelschnurblut nie gesprochen worden. Einfach, weil kaum jemand davon wei\u00df, erz\u00e4hlt Carina. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch Gesine K\u00f6gler, Leiterin der <em>Jos\u00e9 Carreras Stammzellbank<\/em> in D\u00fcsseldorf, versteht nicht, warum das Thema Nabelschnurblut so &#8222;stiefm\u00fctterlich behandelt wird.&#8220; \u201eViele \u00c4rzt*innen wollen das gar nicht ansprechen, weil sie die Eltern nicht beeinflussen oder ihnen ein schlechtes Gewissen einreden wollen, wenn sie es nicht machen\u201c. F\u00fcr die Naturwissenschaftlerin ist es wichtig, bei der der Aufkl\u00e4rung werdender Eltern harte Zahlen aufzuz\u00e4hlen. \u201eNur so k\u00f6nnen sich werdende Eltern ein Bild davon machen, was mit Nabelschnurblut heute m\u00f6glich ist\u201c, sagt K\u00f6gler. Dabei ist auch klar zu kommunizieren: &#8222;Die private Einlagerung ist kein Heilmittel f\u00fcr das Kind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery alignwide has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-id=\"2262\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_Nabelschnurblut-2-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2262\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_Nabelschnurblut-2-1024x576.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_Nabelschnurblut-2-300x169.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_Nabelschnurblut-2-768x432.png 768w, 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wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>In einem anderen Garten, 400 Kilometer von Isabel und Carina entfernt, in der N\u00e4he von Berlin: Janett lehnt sich in ihrem Stuhl zur\u00fcck, die hohe Kinderstimme ihres kleinen Sohnes ist zu h\u00f6ren. \u201eMama kann jetzt nicht, Liebling. Mama telefoniert gerade,\u201c antwortet die 32-J\u00e4hrige ihrem Sohn Silas. Auch Janett hat sich vor knapp vier Jahren f\u00fcr eine private Einlagerung entschieden. Doch im Gegensatz zu Isabels Tochter Maria ist \u201edie Chance, dass Silas sein Nabelschnurblut einmal brauchen wird, hoch.\u201c Sein Gro\u00dfvater v\u00e4terlicherseits verstarb kurz vor Silas Geburt an Leuk\u00e4mie. Eine Krankheit, von der auff\u00e4llig viele Mitglieder der Familie betroffen sind. Bei Leuk\u00e4mie ist die Gefahr einer genetischen Vererbung besonders gro\u00df. \u201eWir wollen, wenn der schlechteste Fall eintritt, weil gerade Kinder anf\u00e4lliger f\u00fcr Leuk\u00e4mie sind, daf\u00fcr sorgen, dass wir nicht auf Fremdstammzellen angewiesen sind,\u201c erz\u00e4hlt Janett. \u201eIch habe Angst, dass mein Sohn erkrankt und es keine*n Stammzellspender*in f\u00fcr ihn gibt.\u201c Also hat Janett sich vor ihren Laptop gesetzt und angefangen zu suchen. Die gro\u00dfe Frage, die sie sich und dem Internet stellte, lautete: Was kann ich tun, um mein Kind zu sch\u00fctzen? Die Antwort, die das Netz Janett lieferte \u2013 private Einlagerung. Doch gerade bei Leuk\u00e4mie wird bevorzugt auf die Transplantation fremder Stammzellen statt eigener zur\u00fcckgegriffen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"693\" height=\"960\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/116253388_586845532006479_2959398587613961502_n-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2920\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/116253388_586845532006479_2959398587613961502_n-1.jpg 693w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/116253388_586845532006479_2959398587613961502_n-1-217x300.jpg 217w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/116253388_586845532006479_2959398587613961502_n-1-400x554.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 693px) 100vw, 693px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Janett, ihr Mann Sascha und ihr Sohn Silas<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-right is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><span class=\"tadv-background-color\" style=\"background-color:#f9f1e5\">\u201eIch wollte meinen Sohn einfach auf irgendeine Weise sch\u00fctzen. Selbst, wenn das Ganze noch nicht wissenschaftlich erwiesen ist.\u201c<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>&#8222;Die Stammzellen, die ich dem Erkrankten zuf\u00fchre, d\u00fcrfen nicht von der Krankheit befallen sein, die ich heilen m\u00f6chte\u201c, erz\u00e4hlt Mario R\u00fcdiger vom Universit\u00e4tsklinikum Dresden. &#8222;Wenn Kinder in jungen Jahren an Leuk\u00e4mie erkranken, ist es wahrscheinlich, dass sich die sch\u00e4dlichen Krebszellen bereits im Nabelschnurblut befinden.&#8220; Dieser Tatsache war sich Janett zwar bewusst, als sie sich f\u00fcr eine private Einlagerung entschieden hat, aber \u201eprinzipiell gibt es die M\u00f6glichkeit einer Eigentransplantation, selbst wenn sie nicht oft genutzt wird.\u201c Au\u00dferdem gebe es noch andere Krankheiten, bei welchen das eigene Nabelschnurblut vielleicht helfen k\u00f6nnte, meint Janett. Auch Marion Bartel von <em>vita34<\/em> betont, dass &#8222;sich neu entwickelnde Therapien viel entscheidender f\u00fcr die Zukunft sind.&#8220;  Vor allem bei der Behandlung von Autismus, einer neurologischen Entwicklungsst\u00f6rung, und Hirnsch\u00e4den k\u00f6nnte eigenes Nabelschnurblut laut Bartel eine gro\u00dfe Chance sein. Durch Studien wissenschaftlich erwiesen ist der Nutzen von eigenem Nabelschnurblut bei diesen beiden Erkrankungen jedoch nicht.<\/p>\n\n\n\n<div id=\"premium-accordion-f151ce6c-e03c-49c3-be44-16bbde6f58fc\" class=\"wp-block-premium-accordion premium-accordion\"><div id=\"premium-accordion__layer0\" class=\"premium-accordion__content_wrap\"><div class=\"premium-accordion__title_wrap premium-accordion__ltr premium-accordion__out\" style=\"background-color:#f9f1e5;border:none;border-width:1px;border-radius:0px\"><div class=\"premium-accordion__title\"><h4 class=\"premium-accordion__title_text\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\">klinische Studien zum Einsatz von eigenem Nabelschnurblut bei Autismus und Zerebralparese<\/h4><\/div><div class=\"premium-accordion__icon_wrap\"><\/div><\/div><div class=\"premium-accordion__desc_wrap premium-accordion__desc_close\" style=\"text-align:left;border:none;border-width:1px;border-radius:0px;padding-left:10px\"><p class=\"premium-accordion__desc\" style=\"font-size:undefinedpx;letter-spacing:undefinedpx;text-transform:none;font-weight:500;line-height:undefinedpx\"><br>Man forsche zwar bei Krankheiten wie Autismus oder Zerebralparese, Bewegungsst\u00f6rungen, deren Ursache in einer fr\u00fchkindlichen Hirnsch\u00e4digung liegen, zu dem Einsatz von eigenem Nabelschnurblutstammzellen. \u201eAber diese klinischen Studien befinden sich alle noch in Phase 1 oder Phase 2. Es wird noch Jahre dauern, bis diese Studien Phase 3 erreichten\u201c, erz\u00e4hlt Gesine K\u00f6gler von der <em>Jos\u00e9 Carreras Stammzellbank<\/em>. In Phase 2 wird das Therapiekonzept gepr\u00fcft und untersucht, ob das eigene Nabelschnurblut zu positiven Effekte f\u00fchrt. Diese Phase umfasst meist zwischen zwanzig und achtzig Probanden. Erst in Phase 3 wird die Therapie an mehreren hundert bis tausend Probanden angewendet, um einen signifikanten Wirksamkeitsnachweis zu erbringen. &#8222;An diesem Nachweis scheitern viele Therapien und werden nicht als Arzneimittel zugelassen&#8220;, sagt K\u00f6gler. Fremdes gespendetes Nabelschnurblut f\u00fcr die Transplantation hat diese Zulassung bereits und gilt als Fertigarzneimittel. Studien mit eigenem Nabelschnurblut konnten diesen Wirksamkeitsnachweis noch nicht erbringen.<br><br>Bisherige Studien mit eigenem Nabelschnurblut zu Autismus widersprechen sich in ihren Ergebnissen. Bei manchen klinischen Studien wurden Verbesserungen in Sprache, (Lern-)Verhalten und logischem Denken festgestellt, bei anderen wiederum blieben diese Ver\u00e4nderungen aus oder waren so gering, dass sie nicht als signifikant angesehen wurden. Bisher blieb auch der Nachweis aus, dass eigenes Nabelschnurblut ein besseres Therapiemittel f\u00fcr als fremdes Nabelschnurblut ist. &#8222;Bei der Erkrankung Autismus werden genetische Veranlagungen nicht ausgeschlossen, weshalb eine Transplantation von eigenem Stammzellen kontraproduktiv sein kann&#8220;, erz\u00e4hlt K\u00f6gler. &#8222;Aus diesem Grund verwenden immer mehr Studien fremdes Nabelschnurblut.&#8220; Bei der Krankheit Zerebralparese konnte man in einer Studie feststellen, dass Nabelschnurblutstammzellen motorische F\u00e4higkeiten und die Gerhinrkonnektivit\u00e4t verbessern. Allerdings fehlt auch hier der Beweis, dass eigenes Nabelschnurblut fremden Nabelschnurblut vorzuziehen ist. <br><br><\/p><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>W\u00f6rter, die in dem Zusammenhang mit der Forschung an Nabelschnurblut h\u00e4ufig fallen \u2013 \u201evielleicht\u201c, \u201ek\u00f6nnte\u201c, \u201eprinzipiell ist es m\u00f6glich\u201c. Auch den beiden M\u00fcttern aus Amberg ist&nbsp;bewusst, dass eigenes Nabelschnurblut nur h\u00f6chst selten in der Behandlung von Krankheiten zum Einsatz kommt. \u201eDie ganze Forschung steckt ja noch in den Kinderschuhen\u201c, sagt Isabel. Das habe ihr <em>eticur)<\/em> bei einem Beratungsgespr\u00e4ch auch so gesagt. \u201eAber ich glaube innerlich ganz fest daran, dass die Forschung kurz vor dem Durchbruch steht. In 20 oder 30 Jahren werden Nabelschnurstammzellen das Mittel der Wahl in der Medizin sein.\u201c&nbsp;Auch das haben ihr private Blutbanken versichert. <\/p>\n\n\n\n<p>Mario R\u00fcdiger ist, was einen Durchbruch der Forschung anbelangt, weniger zuversichtlich als die M\u00fctter. &#8222;Die Heilung mit eigenen Nabelschnurblutstammzellen bietet zum jetzigen Stand der Forschung keinen Vorteil gegen\u00fcber der Therapie mit fremdgerichtetem Nabelschnurblut.&#8220; Ob Stammzellen aus dem eigenen Nabelschnurblut im Erwachsenenalter heilen k\u00f6nnen, ist allein deshalb schon ungewiss, weil niemand wei\u00df, wie lange die Stammzellen in kryokonservierter Form funktionst\u00fcchtig bleiben. Gesine K\u00f6gler kann dem Mediziner nur zustimmen: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><span class=\"tadv-background-color\" style=\"background-color:#f9f1e5\">&#8222;Wann und vor allem ob es jemals medizinisch vorteilhaft sein wird, mit eigenem Nabelschnurblut zu therapieren, kann niemand sagen. Das wird sich auch so schnell nicht \u00e4ndern.&#8220;<\/span><\/p>\n<cite>Gesine K\u00f6gler, <em>Jos\u00e9 Carreras Stammzellbank<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery alignwide has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-id=\"2209\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Tanks_nah-1-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2209\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Tanks_nah-1-1024x576.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Tanks_nah-1-300x169.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Tanks_nah-1-768x432.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Tanks_nah-1-1536x864.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Tanks_nah-1-1400x788.png 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Tanks_nah-1-1250x703.png 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Tanks_nah-1-400x225.png 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Tanks_nah-1.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-id=\"2208\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_kryo2-1-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2208\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_kryo2-1-1024x576.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_kryo2-1-300x169.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_kryo2-1-768x432.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_kryo2-1-1536x864.png 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_kryo2-1-1400x788.png 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_kryo2-1-1250x703.png 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_kryo2-1-400x225.png 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Labor_kryo2-1.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Die Nabelschnurblutpr\u00e4parate werden in Kryotanks gelagert. Kryotanks sind Edelstahlgef\u00e4\u00dfe, die mit fl\u00fcssigem Stickstoff gef\u00fcllt sind<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Trotz der M\u00f6glichkeit einer lebenslangen Einlagerung, hat sich Isabel erst einmal f\u00fcr den Zeitraum von 25 Jahren entschieden. Danach k\u00f6nne man den Vertrag entweder verl\u00e4ngern oder k\u00fcndigen. Bei einer Aufl\u00f6sung des Vertrages w\u00fcrden die Stammzellen weggeworfen werden. \u201eNach diesen 25 Jahren \u00fcbergeben wir den Vertrag wahrscheinlich an Maria und sie kann entscheiden, was sie mit ihren Stammzellen machen will.\u201c 2595 Euro hat die private Einlagerung Isabel und ihrem Mann gekostet. &#8222;Der finanzielle Aspekt hat bei dieser Entscheidung keine Rolle gespielt\u201c, erz\u00e4hlt die junge Mutter. Sie arbeitet als Verwaltungsangestellte, ihr Mann ist Ingenieur. Eines macht sie w\u00e4hrend des Gespr\u00e4ches deutlich: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><span class=\"tadv-background-color\" style=\"background-color:#f9f1e5\">\u201eIch finde, Geld und Gesundheit kann man nicht gegeneinander aufwiegen. Geld, wenn es knapp wird, kann man sich leihen. Ich kann mich an die Bank oder an den Staat wenden, die mir Sicherheit bieten. Bei Gesundheit habe ich diese Sicherheit nicht.\u201c<\/span><\/p>\n<cite>Isabel, Mutter einer einj\u00e4hrigen Tochter<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Doch nicht jeder ist in der Lage, diese Kosten zu tragen \u2013 selbst mit Ratenzahlung. Aus diesem Grund hat sich Janett in Berlin f\u00fcr die private Firma <em>vita34 <\/em>entschieden &#8211; \u201eeinfach, weil das der g\u00fcnstigste Anbieter war.\u201c Janett zahlt eine j\u00e4hrliche Geb\u00fchr von 70 Euro. Die private Einlagerung kann je nach L\u00e4nge des Vertrages und Anbieter zwischen 2000 und 5000 Euro kosten. Mit jeder Zahlung wird der Vertrag automatisch um ein Jahr verl\u00e4ngert. \u201eWir h\u00e4tten es auch bei h\u00f6heren Kosten m\u00f6glich gemacht. Aber dann h\u00e4tten wir uns etwas einfallen lassen m\u00fcssen, um das bezahlen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"461\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.15.06.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1344\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.15.06.jpeg 634w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.15.06-300x218.jpeg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-12-at-21.15.06-400x291.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">3D-Ultraschallbild in Carinas 33. Schwangerschaftswoche<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Trotz der fehlenden wissenschaftlichen Beweise f\u00fcr die Sinnhaftigkeit einer privaten Einlagerung, bereut Isabel ihren Entschluss nicht. \u201eJetzt, ein Jahr sp\u00e4ter, bin ich noch viel stolzer auf meine Entscheidung\u201d, sagt Isabel. Carina nickt bei den Worten ihrer kleinen Schwester und streichelt ihrem Sohn Ludwig nachdenklich \u00fcber den Kopf. &#8222;Bei Ida und Ludwig habe ich die Chance verpasst, egal ob ich jetzt gespendet oder privat eingelagert h\u00e4tte&#8220;, sagt Carina. Doch sich im Nachhinein dar\u00fcber zu \u00e4rgern, das sei sinnlos. Zumal es auch noch keine Situation gab, in der sie die Stammzellen f\u00fcr eines ihrer Kinder ben\u00f6tigt h\u00e4tte. &#8222;Wenn diese Situation da w\u00e4re, w\u00fcrde ich mich sicher fragen, ob das Nabelschnurblut, das wir damals so leichtfertig weggeworfen haben, helfen k\u00f6nnte.\u201c Ob Carina das Nabelschnurblut ihres dritten Kindes privat einlagern l\u00e4sst oder spendet, wei\u00df sie noch nicht. Was sie allerdings bei dieser Schwangerschaft anders machen m\u00f6chte: Sich wirklich mit dem Thema Nabelschnurblut auseinandersetzen, um nicht aus Unwissenheit eine Entscheidung zu treffen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"quellen-und-weiterfuhrende-literatur\">Quellen und weiterf\u00fchrende Literatur<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Mehr zu Nabelschnurblutstammzellen: <a href=\"https:\/\/www.eurostemcell.org\/de\/conditions\/nabelschnurblut\">https:\/\/www.eurostemcell.org\/de\/conditions\/nabelschnurblut<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2010-08\/nabelschnur-blut-stammzellen\">https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2010-08\/nabelschnur-blut-stammzellen<\/a> <\/li>\n\n\n\n<li>Gegen\u00fcberstellung von Spende und privater Einlagerung: https:\/\/www.closerlookatstemcells.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/CordBlood-German_ISSCR_Nabelschnurblut_1.02.pdf<\/li>\n\n\n\n<li>Zahlen zur Spende von Nabelschnurblut und zu Spende-Einrichtungen: https:\/\/www.zkrd.de\/de\/nabelschnurblut\/oeffentliche_nabelschnurblutbanken.php<\/li>\n\n\n\n<li>Fakten und Zahlen zur privaten Einlagerung auf Anfrage bei privaten Unternehmen<\/li>\n\n\n\n<li>wissenschaftliche Studien zu Nabelschnurblut: <a href=\"https:\/\/clinicaltrials.gov\/ct2\/show\/results\/NCT01638819?term=umbilical+cord+stem+cells&amp;cond=Autism&amp;draw=2&amp;rank=2&amp;view=results\">https:\/\/clinicaltrials.gov\/ct2\/show\/results\/NCT01638819?term=umbilical+cord+stem+cells&amp;cond=Autism&amp;draw=2&amp;rank=2&amp;view=results<\/a>; <a href=\"https:\/\/stemcellsjournals.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1002\/sctm.16-0474\">https:\/\/stemcellsjournals.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1002\/sctm.16-0474<\/a>; <a href=\"https:\/\/clinicaltrials.gov\/ct2\/show\/record\/NCT02847182\">https:\/\/clinicaltrials.gov\/ct2\/show\/record\/NCT02847182<\/a>; https:\/\/duke.app.box.com\/s\/fdg8rpo0gxp7a0w6jw6jkg8sn0dp5hb0; <a href=\"https:\/\/clinicaltrials.gov\/ct2\/show\/results\/NCT01193660?term=cord+blood&amp;cond=Cerebral+Palsy&amp;draw=2&amp;rank=7\">https:\/\/clinicaltrials.gov\/ct2\/show\/results\/NCT01193660?term=cord+blood&amp;cond=Cerebral+Palsy&amp;draw=2&amp;rank=7<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<script language='javascript' type='text\/javascript'>function getWR360PopupSkin(){return 'light_clean';}<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Nabelschnurblut des eigenen Kindes als pers\u00f6nliche Gesundheitsvorsorge aufbewahren. 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