{"id":2756,"date":"2020-07-23T16:53:25","date_gmt":"2020-07-23T14:53:25","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/?p=2756"},"modified":"2020-07-29T12:57:21","modified_gmt":"2020-07-29T10:57:21","slug":"kunst-im-blut-und-blut-in-der-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/2020\/07\/23\/kunst-im-blut-und-blut-in-der-kunst\/","title":{"rendered":"Kunst im Blut und Blut in der Kunst"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Blutige Transfusionsbeutel auf einer Leinwand, geh\u00e4rtetes Schweineblut in Form eines Bestecks, Portr\u00e4ts aus Menstruationsblut. Unterschiedlicher k\u00f6nnen Kunstformen aus dem Material Blut kaum sein. Trotzdem haben die drei K\u00fcnstlerinnen Nurhan Sidal, Paulina Heinz und Susanne Schulz etwas gemein \u2013 ihre Faszination f\u00fcr den roten Lebenssaft Blut.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Portr\u00e4ts aus Menstruationsblut<\/h3>\n\n\n\n<p>Konzentriert beugt sich Susanne Schulz \u00fcber ein wei\u00dfes Blatt Papier, den Pinsel in der Hand. Vor ihr das Foto einer Frau in Gro\u00dfformat. Eingehend betrachtet sie das Portr\u00e4t der Frau, ihr L\u00e4cheln, ihre Augen, die kleinen F\u00e4ltchen um den Mund. Auf dem Tisch steht ein filigranes Gl\u00e4schen mit Goldrand und dunkelroter Fl\u00fcssigkeit. And\u00e4chtig taucht sie den Pinsel in das Gef\u00e4\u00df und streicht die rote Farbe in flie\u00dfenden Bewegungen auf das Papier. Sie blendet alles um sich herum aus. F\u00fcr diesen Moment gibt es nur das Bild dieser Frau, ihren Pinsel und die blutrote Farbe.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"731\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-731x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1173\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-731x1024.jpg 731w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-214x300.jpg 214w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-768x1075.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-1097x1536.jpg 1097w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-1463x2048.jpg 1463w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-1400x1960.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-1250x1750.jpg 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-400x560.jpg 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Portr\u00e4t_Susanne-scaled.jpg 1828w\" sizes=\"auto, (max-width: 731px) 100vw, 731px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Seitdem ich 15 Jahre alt bin, male ich Portr\u00e4ts. Ich interessiere mich einfach f\u00fcr Menschen und male sie gerne.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Die 40-j\u00e4hrige K\u00fcnstlerin aus Berlin sah man schon als Kind nur mit ihrem Zeichenblock und Stift. Sie portr\u00e4tierte jedes Familienmitglied, alle Freunde und Bekannte. \u201eJeder bekam ein Bild von sich zu Weihnachten geschenkt \u2013 ob er wollte oder nicht\u201d, erz\u00e4hlt die K\u00fcnstlerin lachend. Auch heute noch malt Susanne Schulz leidenschaftlich gerne Menschen und \u00fcbt seit zwei Jahren eine ganz besondere Form der Portr\u00e4tkunst aus. Sie bildet Frauen mit deren eigenem Menstruationsblut ab. Inspiriert dazu wurde sie von der Schweizer K\u00fcnstlerin Nicoletta Buri, die auf Facebook ein Video teilte, in welchem sie mit ihrem eigenen, frischen Menstruationsblut malte. \u201eSie hat das Blut direkt von ihrem K\u00f6rper genommen und auf die Leinwand gebracht. Das hat mich ein bisschen schockiert, aber irgendwie fand ich es auch total spannend\u201c, erz\u00e4hlt Susanne Schulz. Nach dieser ersten Begegnung mit Blutkunst kaufte sie sich eine Menstruationstasse, um ihr Blut aufzufangen und begann sich mehr mit ihrem Menstruationsblut zu befassen. &#8222;Wie sieht es aus? Wie f\u00fchlt es sich an?\u201d, fragte sie sich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"878\" height=\"659\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/header-hannah-1-edited.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2964\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/header-hannah-1-edited.jpg 878w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/header-hannah-1-edited-300x225.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/header-hannah-1-edited-768x576.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/header-hannah-1-edited-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 878px) 100vw, 878px\" \/><figcaption> Kunstfotografien des Menstruationsblutes von Susanne Schulz.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eUnd dann dachte ich mir: Ich male ja Portr\u00e4ts. Ich male mich einfach mal mit meinem eigenen Blut\u201c, erz\u00e4hlt Susanne Schulz. Ihr erstes Blutbild entstand also eher aus einem Impuls heraus und lange Blut sammeln musste sie daf\u00fcr auch nicht. \u201cUngef\u00e4hr zehn Milliliter reichen aus, um ein ganzes Portr\u00e4t zu malen\u201d, sagt sie. Eine Frau verliert w\u00e4hrend ihrer Regelblutung normalerweise 30 bis 80 Milliliter Blut, je nachdem wie stark ihre Blutung ist. Die K\u00fcnstlerin nahm ihr eigenes Menstruationsblut, malte ihre Augen und war fasziniert davon.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"584\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Auge_Schulz3-1024x584.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1399\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Auge_Schulz3-1024x584.png 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Auge_Schulz3-300x171.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Auge_Schulz3-768x438.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Auge_Schulz3-400x228.png 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Auge_Schulz3.png 1251w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Das erste Blutbild von Susanne Schulz: ihre eigenen Augen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eMeine Augen mit meinem frischroten Blut zu sehen, war einfach wahnsinnig ber\u00fchrend f\u00fcr mich. Es ist, als w\u00fcrde ich mein inneres und gleichzeitig mein \u00e4u\u00dferes Ich abbilden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Erfahrung, sich selbst mit seinem eigenen Blut zu sehen, m\u00f6chte Susanne Schulz auch anderen Frauen erm\u00f6glichen und bietet ihnen deshalb an, sie mit ihrem eigenen Blut zu portr\u00e4tieren. Sie nennt diese Kunstwerke \u201ePortr\u00e4ts der Weiblichkeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube alignwide wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Blutk\u00fcnstlerin Susanne Schulz \u00fcber ihre &quot;Portr\u00e4ts der Weiblichkeit&quot; l blutjung\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/41eIcC5VVB0?feature=oembed&#038;wmode=opaque&#038;enablejsapi=1&#038;playerapiid=ytplayer\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption>Menstruationsk\u00fcnstlerin Susanne Schulz \u00fcber die Entstehung ihrer Blutportr\u00e4ts.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es kommen ganz unterschiedliche Frauen zu ihr, um sich portr\u00e4tieren zu lassen. \u201eEs sind Frauen allen Alters dabei. Frauen Mitte 20, aber auch Frauen mit Anfang 50. Die einen sind schon sehr vertraut im Umgang mit ihrem Menstruationsblut und ihrem K\u00f6rper- und Zyklusbewusstsein, andere haben sich dar\u00fcber jedoch noch kaum Gedanken gemacht und benutzen auch noch keine Menstruationstassen\u201c, sagt Susanne Schulz. Trotzdem ist es nur ein kleiner Kreis von Menschen, den sie mit ihren Blutportr\u00e4ts anspricht. Ihr Ziel sei es nicht, dass alle Frauen zu ihr kommen, um sich ein Blutportr\u00e4t malen zu lassen.&nbsp;\u201eIch m\u00f6chte eine Inspiration daf\u00fcr sein, sich dem Blut an sich mehr zu widmen und die Angst, die Scheu und den Ekel davor zu verlieren. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abstrakte Kunst aus Eigenblut <\/h3>\n\n\n\n<p>Mit dem Menstruationsblut anderer Menschen zu malen, k\u00e4me f\u00fcr die 68-j\u00e4hrige K\u00fcnstlerin Nurhan Sidal nicht in Frage. \u201eIch kenne Arbeiten anderer K\u00fcnstler, die mit Menstruationsblut oder anderem Blut malen. Aber das ist nicht mein Bereich. Meine Blutkunst ist eine ganz andere Geschichte\u201c, sagt sie. Nurhan Sidal leidet an einer chronischen Knochenmarkerkrankung, ihr K\u00f6rper kann keine roten Blutk\u00f6rperchen mehr produzieren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"706\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Foto-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1276\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Foto-1.jpg 706w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Foto-1-212x300.jpg 212w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Bild_Foto-1-400x567.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 100vw, 706px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eWenn ich zur regelm\u00e4\u00dfigen Blutkontrolle in die Klinik gehe und mir Blut abgenommen wird, nehme ich immer eine Tube eigenes Blut mit nach Hause.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Sie bezeichnet die Klinik humorvoll als \u201eTankstelle\u201c, bei der sie statt Benzin frisches Blut \u201eauftankt\u201c. Dies tut sie in zweifacher Hinsicht. Einerseits bekommt sie Transfusionen und andererseits erh\u00e4lt sie ihr eigenes Blut als Material f\u00fcr ihre Kunst.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignwide\"><div id=\"metaslider-id-1458\" style=\"width: 100%; margin: 0 auto;\" class=\"ml-slider-3-98-0 metaslider metaslider-nivo metaslider-1458 ml-slider ms-theme-default\" role=\"region\" aria-roledescription=\"Slideshow\" aria-label=\"Blutbilder Nurhan Sidal\" data-width=\"500\">\n    <div id=\"metaslider_container_1458\">\n        <div class='slider-wrapper theme-default'><div class='ribbon'><\/div><div id='metaslider_1458' class='nivoSlider'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/5_fremde_in_mir_III-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Nurhan Sidals Kunstwerk aus Acryl und Eigenblut mit dem Titel &quot;Fremde in mir ll&quot;.\" title=\"5_fremde_in_mir_III\" alt=\"\" class=\"slider-1458 slide-1465\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/10_die_abhaengigkeit-471x471.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Die Abh&auml;ngigkeit: Ein Objektbild von Nurhan Sidal aus Acrylfarben und Transfusionsbeutel.\" title=\"10_die_abhaengigkeit\" alt=\"\" class=\"slider-1458 slide-1463\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/8_begegnung-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Nurhan Sidals Kunstwerk aus Acryl und Eigenblut mit dem Titel &quot;Begegnung&quot;. \" title=\"8_begegnung\" alt=\"\" class=\"slider-1458 slide-2220\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/5_fremde_in_mir_II-1-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Nurhan Sidals Kunstwerk aus Acryl und Eigenblut mit dem Titel &quot;Fremde in mir lll&quot;.\" title=\"5_fremde_in_mir_II-1\" alt=\"\" class=\"slider-1458 slide-1467\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/24_Aufl\u00f6sung-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Aufl&ouml;sung: Eine Mischtechnik von Nurhan Sidal aus Acryl und Eigenblut.\" title=\"24_Aufl\u00f6sung\" alt=\"\" class=\"slider-1458 slide-1461\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/17_Der_Blick_nach_Innen-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Nurhan Sidals Kunstwerk aus Acryl und Eigenblut mit dem Titel &quot;Der Blick nach Innen&quot;.\" title=\"17_Der_Blick_nach_Innen\" alt=\"\" class=\"slider-1458 slide-1462\" \/><\/div><\/div>\n        \n    <\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/SprachaufnahmeNurhan_bearbeitet-1.mp3\"><\/audio><figcaption>Nurhan Sidal \u00fcber ihre Abh\u00e4ngigkeit von Fremdblut und wie sich diese auf ihre Kunst auswirkt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Neben ihrem eigenen Blut verwendet sie auch leere Transfusionsbeutel f\u00fcr Installationen und Collagen. Die Blutbeutel bezeichnet Nurhan Sidal als \u201eSpur dieser anderen, fremden Menschen\u201c. Sie begegnet ihren Spendern in ihrer Kunst \u2013 in Form ihres Blutes. \u201eDas sind Situationen, in denen ich mein Blut nehme und es einfach auf die Leinwand schmei\u00dfe und gucke was passiert\u201c, sagt Nurhan Sidal. Sie hat mit ihrer Kunst einen Weg gefunden, um mit ihren Krankheitserfahrungen und den damit einhergehenden Transfusionen zurecht zu kommen und das Blut fremder Menschen anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"747\" height=\"600\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/16_Lebeniststerben-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1476\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/16_Lebeniststerben-1.jpg 747w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/16_Lebeniststerben-1-300x241.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/16_Lebeniststerben-1-400x321.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 747px) 100vw, 747px\" \/><figcaption>Acrylkunstwerk von Nurhan Sidal mit dem Titel &#8222;Leben ist sterben &#8211; sterben ist leben&#8220;.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nurhan Sidal thematisiert in ihrer Blutkunst allerdings nicht nur ihre Krankheit. Wenn es zum Thema passt, verwendet sie ihr Blut auch gerne f\u00fcr gesellschaftskritische Werke. Zuhause in ihrem Atelier in Bad S\u00e4ckingen oder in ihrem Zweitwohnsitz im italienischen Maccagno am Lago Maggiore entstehen abstrakte Kunstwerke aus Acryl und Eigenblut zu politischen Themen und Umweltfragen. \u201cBlut ist essentiell f\u00fcr die ganze Welt und kann f\u00fcr die Darstellung vieler Themen verwendet werden\u201d, sagt die K\u00fcnstlerin.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Blutiges Besteck<\/h3>\n\n\n\n<p>Gesellschaftskritische Themen spricht auch die 23-j\u00e4hrige Paulina Heinz in ihrer Blutkunst an. Die Studentin f\u00fcr Produkt- und Prozessgestaltung an der Universit\u00e4t der K\u00fcnste in Berlin (UdK) steht noch ganz am Anfang ihrer k\u00fcnstlerischen Karriere. Sie arbeitete letztes Semester im Rahmen eines Seminars \u00fcber Alchemie zum ersten Mal mit dem Material Blut. \u201eZiel des Seminars war es, aus wertlosen Materialien etwas Wertvolles k\u00fcnstlerisch aufzubereiten\u201c, sagt sie. Nach dem Vorbild des franz\u00f6sischen Materials \u201eBois Durci\u201c aus dem 20. Jahrhundert fertigte Paulina Heinz ihr individuelles Designobjekt aus Schweineblut und feinen S\u00e4gesp\u00e4nen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#f9f1e5\"><strong>Bois Durci<\/strong> (geh\u00e4rtetes Holz) ist ein nat\u00fcrlicher Kunststoff aus getrocknetem Rinderblut und S\u00e4gemehl. Als einer der \u00e4ltesten Biokunststoffe wurde es bis ins 20. Jahrhundert zur Herstellung von luxuri\u00f6sen Gebrauchsgegenst\u00e4nden verwendet.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"731\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-731x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1494\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-731x1024.jpg 731w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-214x300.jpg 214w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-768x1075.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-1097x1536.jpg 1097w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-1463x2048.jpg 1463w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-1400x1960.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-1250x1750.jpg 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-400x560.jpg 400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Paulina_Portr\u00e4t_richtige-Gr\u00f6\u00dfe-scaled.jpg 1828w\" sizes=\"auto, (max-width: 731px) 100vw, 731px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\"><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eIn meiner Arbeit habe ich versucht, das Blut wieder in den Fokus zu r\u00fccken. Als&nbsp; ein Material, mit dem man eigentlich nie arbeitet.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>In dem alten Material \u201eBois Durci\u201c diente Blut lediglich als Bindemittel und wurde nur in geringen Mengen verwendet. Paulina Heinz verwendete f\u00fcr ihr neues Material mehr Blutpulver und kein Rinder-, sondern Schweineblut. Sie nannte es \u201eSan Durci\u201c, angelehnt an das alte Material \u201eBois Durci\u201c. Das Blutpulver mischte sie mit fein gesiebtem Holzstaub und etwas Wasser zu einer dickfl\u00fcssigen Masse und lie\u00df es im Ofen zu einem Block trocknen. Als das Material getrocknet war, schliff und feilte sie es in die Form eines Besteck-Sets.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignwide\"><div id=\"metaslider-id-1506\" style=\"width: 100%; margin: 0 auto;\" class=\"ml-slider-3-98-0 metaslider metaslider-nivo metaslider-1506 ml-slider ms-theme-default\" role=\"region\" aria-roledescription=\"Slideshow\" aria-label=\"Designobjekt Paulina Heinz\" data-width=\"500\">\n    <div id=\"metaslider_container_1506\">\n        <div class='slider-wrapper theme-default'><div class='ribbon'><\/div><div id='metaslider_1506' class='nivoSlider'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2831-2-scaled-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Das Blutkunstobjekt von Paulina Heinz: Besteck-Set aus Schweineblut und feinen S&auml;gesp&auml;nen.\" title=\"380A2831-2\" alt=\"\" class=\"slider-1506 slide-1553\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2777-scaled-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Gabel aus Schweineblut und feinen S&auml;gesp&auml;nen.\" title=\"380A2777\" alt=\"\" class=\"slider-1506 slide-1551\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2783-scaled-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"L&ouml;ffel aus Schweineblut und feinen S&auml;gesp&auml;nen.\" title=\"380A2783\" alt=\"\" class=\"slider-1506 slide-1552\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2661-scaled-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Messer aus Schweineblut und feinen S&auml;gesp&auml;nen.\" title=\"380A2661\" alt=\"\" class=\"slider-1506 slide-1549\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2682-scaled-500x500.jpg\" height=\"500\" width=\"500\" data-caption=\"Nahaufnahme des Materials &quot;San Durci&quot;, eine Mischung aus Schweineblut und feinen S&auml;gesp&auml;nen.\" title=\"380A2682\" alt=\"\" class=\"slider-1506 slide-1550\" \/><\/div><\/div>\n        \n    <\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Audio_Paulina-Bearbeitet-1.mp3\"><\/audio><figcaption>Paulina Schulz erkl\u00e4rt, warum sie die Form eines Bestecks f\u00fcr ihr Kunstobjekt gew\u00e4hlt hat.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum ausgerechnet Blutkunst?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Studentin Paulina Heinz kritisiert mit ihrem blutigen Kunstobjekt den Fleischkonsum in unserer heutigen Gesellschaft. Durch die Verwendung von echtem Blut, wollte sie eine m\u00f6glichst starke Reaktion der Betrachter hervorrufen und provozieren. \u201eBlut ist eine Substanz, auf die jeder mit irgendeinem Gef\u00fchl reagiert. Es gibt niemanden, der nicht irgendeine emotionale Reaktion darauf hat\u201c, sagt sie. Das best\u00e4tigte sich auch, als das Blutprojekt an ihrer Universit\u00e4t ausgestellt wurde. \u201eManche waren begeistert, andere eher skeptisch und wieder andere fanden es richtig eklig und haben den Sinn nicht verstanden\u201c, erz\u00e4hlt Paulina Schulz. \u201eBlut wird eben auch in unserer Gesellschaft oft nur mit Ekel oder Schmerz verbunden.\u201c<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Die Menstruationsk\u00fcnstlerin Susanne Schulz kann dem nur zustimmen: \u201eBlut wird eigentlich immer mit Verletzungen assoziiert. Wir k\u00f6nnen es ja nur sehen, wenn es irgendwo einen Unfall gab und es wahrscheinlich jemandem schlecht geht.\u201c Aufgrund dieser Assoziationen finden viele Menschen auch Menstruationsblut eklig. Menstruationsblut hat f\u00fcr Susanne Schulz eine ganz andere Bedeutung als Tierblut. Als \u00fcberzeugte Veganerin kann sie sich nicht vorstellen mit Tierblut zu malen. \u201eDa wird mir irgendwie ganz bang\u201c, sagt sie. \u201eIch sp\u00fcre bei dem Gedanken daran Emotionen in mir, die mir signalisieren, dass ich das nicht m\u00f6chte.\u201c Sie malt mit ihrem Blut und dem Blut anderer Frauen, um auf das Tabuthema Menstruation aufmerksam zu machen. \u201eIch m\u00f6chte, dass Frauen und auch M\u00e4nner davon Wind bekommen, anfangen sich mit dem Thema Menstruation zu besch\u00e4ftigen und genauer auf ihren K\u00f6rper h\u00f6ren.\u201c Den einzelnen Frauen m\u00f6chte sie mit ihren Blutbildern eine neue Sichtweise auf sich selbst und ihre Weiblichkeit geben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"976\" height=\"936\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Susanne_Schulz.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2545\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Susanne_Schulz.png 976w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Susanne_Schulz-300x288.png 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Susanne_Schulz-768x737.png 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/Susanne_Schulz-400x384.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 976px) 100vw, 976px\" \/><figcaption>Selbstportr\u00e4t von Susanne Schulz mit ihrem eigenen Menstruationsblut.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eEs ist sch\u00f6n, Blut auf eine andere Art und Weise sichtbar zu machen. Und nicht einfach nur als Klecks, sondern etwas Sch\u00f6nes, kreiert aus Blut.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Etwas \u00c4sthetisches aus Blut zu kreieren, war auch das Ziel der UdK-Studentin Paulina Heinz. Trotzdem sieht sie in ihrem designten Besteck aus Schweineblut auch eine Funktionalit\u00e4t. \u201eIch glaube, man kann sogar damit essen. Es w\u00e4re dann allerdings so, dass sich dabei immer etwas abtragen w\u00fcrde\u201c, sagt sie. Bei jedem Essen w\u00fcrde ein bisschen etwas verloren gehen vom Material, bis irgendwann nichts mehr da w\u00e4re. \u201eDas ist eine ganz neue Form des Bestecks. Ein Besteck, das zum Essritual dazugeh\u00f6rt und nicht abgetrennt vom Essen gesehen wird\u201c, erkl\u00e4rt die 23-j\u00e4hrige Studentin. F\u00fcr die Zukunft kann sie sich vorstellen, das Ganze weiterzudenken und funktionale Gegenst\u00e4nde aus geh\u00e4rtetem Blut zu gestalten. \u201eIch finde, Blut ist ein sehr gro\u00dfes Thema und wird daf\u00fcr viel zu wenig verwendet \u2013 vor allem im Produktdesign. Es muss ja nicht immer in dieser \u00fcbertragenen k\u00fcnstlerischen Rolle sein, wie in diesem Projekt. Es k\u00f6nnte auch einfach nur ein Rohstoff sein, den wir benutzen.\u201c&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2844-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1565\" srcset=\"https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2844-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2844-300x200.jpg 300w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2844-768x512.jpg 768w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2844-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2844-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2844-1400x933.jpg 1400w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2844-1250x833.jpg 1250w, https:\/\/wp.zim.uni-passau.de\/blutjung\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/380A2844-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Das neue Material &#8222;San Durci&#8220; aus Schweineblut und gesiebtem Holzstaub in Form eines Besteck-Sets.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In der Kunst ist Blut nicht einfach nur ein Rohstoff. Der symbolische Charakter des Materials spielt in den Kunstwerken fast immer eine bedeutende Rolle. So auch f\u00fcr die K\u00fcnstlerin Nurhan Sidal: \u201eBlut ist f\u00fcr mich ein ganz besonderes Material. Es ist ein lebendiges Material und Tr\u00e4ger meines Ichs.\u201c Auch diejenigen, die ihre Blutbilder kaufen, entscheiden sich ganz bewusst f\u00fcr ein Kunstwerk mit ihrem Blut.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eSie freuen sich, dass ich mit meinem Blut und meiner Seele in ihren Bildern auftauche. Sie wissen dann, dass sie einen Teil von mir immer bei sich haben.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Blut bedeutet Leben<\/h3>\n\n\n\n<p>Nurhan Sidal, Paulina Heinz und Susanne Schulz haben auf unterschiedliche Art und Weise zur Blutkunst gefunden. Sie verwenden verschiedene Blutarten, individuelle Mal- und Gestaltungstechniken und verfolgen unterschiedliche Ziele mit ihrer Kunst. In einem sind sie sich jedoch einig: Blut ist das Symbol des Lebens und deshalb so faszinierend. \u201eF\u00fcr mich steht Blut weniger f\u00fcr Tod, Abgestorbenheit und Ekel, sondern viel mehr f\u00fcr Lebendigkeit und Energie\u201c, sagt Paulina Schulz. Auch f\u00fcr Nurhan Sidal ist die rote K\u00f6rperfl\u00fcssigkeit ein Lebenssaft. \u201eOhne Blut gibt es kein Leben. Blut ist das Leben in sich\u201c, philosophiert sie. Susanne Schulz ist fasziniert davon, dass sich ihre DNA und eigentlich fast alle Informationen \u00fcber ihren K\u00f6rper in ihrem Blut wiederfinden. \u201eAlle meine Daten, alles was mich ausmacht, steckt in meinem Blut\u201c, sagt sie. \u201eDas Blut, das durch mich flie\u00dft, hat total viel gemeinsam mit mir als lebendiges Wesen. Das ist ganz nah dran an mir &#8211; n\u00e4her dran geht gar nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Faszination Blut in der Kunst<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch dem Kunstwissenschaftler Friedrich Weltzien geht die rote Fl\u00fcssigkeit sehr nahe. Ihm wird schummrig, wenn er Blut sieht. \u201eAuf mich hat es einen Effekt, wenn ich Blut sehe und deshalb finde ich es auch so faszinierend&#8220;, erz\u00e4hlt er. &#8222;Ich kann Blutkunst nicht abstrakt betrachten, sondern das macht was mit mir.&#8220; Friedrich Weltzien kennt sich aus mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten wie Blut. Er ist Kunsthistoriker und Flecken-Spezialist. Im Podcast philosophiert er \u00fcber die Faszination der Blutkunst und berichtet von seinen ganz pers\u00f6nlichen blutigen Kunsterfahrungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-spotify aligncenter wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Spotify Embed: Faszination Blut in der Kunst\" width=\"100%\" height=\"232\" allowtransparency=\"true\" frameborder=\"0\" allow=\"encrypted-media\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed-podcast\/episode\/2S11HnYeV2LEgQV3tKfoPd\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n<script language='javascript' type='text\/javascript'>function getWR360PopupSkin(){return 'light_clean';}<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blutige Transfusionsbeutel auf einer Leinwand, geh\u00e4rtetes Schweineblut in Form eines Bestecks und Portr\u00e4ts aus Menstruationsblut. 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